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Frankreich unternimmt mit Syrien Verhandlungen um seine 18 Agenten herauszuholen

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Am 13. Februar enthüllte Thierry Meyssan auf der ersten russischen TV-Station, dass Syrien ein Dutzend französische Militärs gefangen genommen hat. Das Voltaire Netzwerk ist imstande zu bestätigen, dass am 26. Februar die Zahl der französischen Gefangenen sich auf 18 (achtzehn) beläuft.

Wenn Paris zugibt, dass sie im Auftrag gehandelt haben, werden sie den Status von Kriegsgefangenen erhalten und durch die Genfer Konvention beschützt werden, aber wenn Paris verweigert sie geschickt zu haben, werden sie als Zivilausländer betrachtet und in Syrien für ihre Verbrechen verurteilt werden und riskieren Todesstrafe.

Frankreich hat drei Verhandlungskanäle aktiviert, via die Föderation von Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Sultanat von Oman. Der Botschafter von Frankreich Eric Chevallier, ist in höchster Eile am 23. Februar nach Damaskus zurückgekehrt. Kofi Annan wurde von der UNO und der Arabischen Liga als Vermittler berufen.

Des Gebrauches bewusst, was Syrien mit diesen Fängen in französischen Wahlzeiten machen kann, hat Damaskus die öffentlichen Media gebeten, die Affäre zuweilen nicht anzuschneiden. Es behält sich so die Möglichkeit bevor, sie geheim zu behandeln falls diese Option vorteilhafter ist. Obwohl die syrischen Journalisten, die sich rasch an die durch das neue Gesetz versicherte Pressefreiheit gewöhnt haben, den außergewöhnlichen Charakter der Situation anerkennen, bedauern sie, dass neuerdings Grenzen für Staatssicherheits-Motive gesetzt wurden.

Wenn die Verhandlungen geheim bleiben, wird Frankreich unter dem Tisch besonders gesalzene Kriegs-Entschädigungen zahlen müssen, entweder in Bargeld, oder als wirtschaftliche Vorteile. Falls sie an die Öffentlichkeit gebracht werden, kann Frankreich weniger schwere Zahlungen erhoffen, aber Nicolas Sarkozy und Alain Juppé werden sich dann vor ihren Mitbürgern rechtfertigen müssen. Ihr Lager würde dann die Hoffnungen, die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen, beeinträchtigt sehen, da der Präsident selbst gefährdet wäre, vor den Obersten Gerichtshof zitiert zu werden (Artikel 35 und 68 der Verfassung).

In der Rainbow Warrior (1985) Affäre, in der ein Schiff versenkt und eine Person getötet wurde, hatte sich Frankreich offiziell entschuldigt, 7 Millionen Dollar Entschädigung dann an Neuseeland und 8,16 Millionen Dollar an Greenpeace gezahlt. Vor Allem hatte Paris die Einfuhr von neuseeländischen Schafen erlauben müssen, was zum Teil seinen eigenen Schafsektor zerstören sollte. Im Austausch wurden die beiden französischen Agenten freigelassen. Die Ironie der Geschichte ist, dass Laurent Fabius, Premierminister der Regierung, die den Angriff auf den Rainbow Warrior bestellt hatte, heute als Außenminister von François Hollande vorgesehen ist, falls der sozialistische Präsidentenkandidat gewählt würde. Letzterer ist der ehemalige Schwager von Oberst Leutnant Gérard Royal, der Befehlshaber dieser Operation!

In dem geheimen Krieg gegen Syrien sind Frankreich und seine Alliierten für einen Konflikt verantwortlich, der den Tod von mindestens 3000 syrischen Soldaten und 1500 Zivilisten gefordert hat, wozu noch wirtschaftliche Verluste und Sabotage gegen Infrastrukturen kommen, die sich auf mehr als 3 Milliarden Dollar belaufen.

Über dasselbe Thema auf Deutsch :
- « Frankreichs geheimer Krieg gegen das syrische Volk », Voltaire Netzwerk, 22. Februar 2012.
- « Das Ende der Partie im Nahen Osten », von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 14. Februar 2012.
- « Syrie : 5 questions à Thierry Meyssan », Voltaire Network TV, YouTube, 14. Februar 2012.

Übersetzung
Horst Frohlich

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