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Ittijahat n° 277 - 11. Februar 2008

Walid Dschumblatt will Libanon in den Krieg stürzen, die westliche Öffentlichkeit bleibt stumm

Walid Dschumblatt will Libanon in den Krieg stürzen, die westliche Öffentlichkeit bleibt stumm

Der Libanon wäre gestern in Flammen gegangen sicherheitsmäßig, wie er ja sowieso politisch schon lange brennt. Der Abgeordnete Dschumblatt ließ Kriegszustände in die Luft heraufkommen als er drohte und Spannung um sich heraufbeschwor. Abends versuchte er aber seine Erklärungen zu entschärfen. Die Beiruter Massenmedien sprechen heute von Kontakten zwischen Syrien und Saudiarabien, in einem Versuch, die Kluft in der libanesischen Krise zu überbrücken. Laut Printmedien, sieht man den kommenden zwei Tagen und dem Andenken an den Mord an Rafiq Hariri am 14. d.M. vorsichtig und besorgt entgegen.

Partner | Beirut (Libanon)
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Ereignis und Meinung… auf regionaler Ebene

Zwischen dem Einmarsch in den Gazastreifen...und einem neuen Separationsprojekt

- Der israelische Beschluss, die Kollektivstrafen gegen den Gazastreifen zu steigern und die Abriegelung noch hermetischer zu gestalten, parallel zu den organisierten israelischen Liquidierungsaktionen gegen führende Hamas-Aktivisten, haben wichtige Diskussionen in den israelischen politischen Entscheidungskreisen über eine ausgelegte und umfassende militärische Offensive gegen den Gazastreifen, nicht übertönen können:

- 1- Ein Trend von Politikern und Militärs warnt vor der zunehmende Stärke von Hamas und anderen Widerstandsbewegungen und treibt in Richtung eines sofortigen Einmarsches in diesen Landstrich, koste es was es wolle. Die Anhänger dieses Trends glauben, dass dieser Zermürbungszustand um jeden Preis gebrochen und vollendete Tatsachen aufgezwungen werden sollen, denn dies sei viel besser als auf neue und weiter entwickelte Raketen der Palästinenser zu warten, die tief in Israel reichen könnten.

- 2- Eine neue Liquidierungskampagne gegen die führenden Persönlichkeiten von Hamas und anderen Widerstandsbewegungen, wird unter der Aufsicht vom Verteidigungsminister Barak persönlich vorbereitet, der gestern seine Treffen mit Militärs und Geheimdienstleuten diesem Thema widmete.

- 3- Ein anderer Trend meint, es sei viel besser für Israel zwei palästinensische Staaten zu festigen anstelle eines einziges Staates. Die Anhänger dieser Meinung raten, aus dem Gazastreifen auszuziehen, die Okkupation für beendet zu erklären und den Weltsicherheitsrat davon offiziell in Kenntnis zu setzen, der dann den Zustand des Gazastreifens bestimmen kann.

- 4- Ein Großteil der innerisraelischen Debatten konzentriert sich auf die Auswirkungen des Winograd-Berichtes und auf den Vergleich zwischen der gegenwärtigen Gaza-Operation und dem Juli-Krieg in 2006, in Bezug auf Scheitern in beiden Fällen.

- 5- Die palästinensische Autonomiebehörde klagt darüber, dass die Israelis keinen Zusammenarbeitswillen zeigen und möchte der US-Außenministerin Rice diese Klage vorlegen, vielleicht könnte die Autonomiebehörde dann etwas für ihre Bürger erreichen.

Internationale und arabische Presse:

- Die in den VAE erscheinende Zeitung Al Bayan, meinte, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation, Muhammad Baradei , zeigt auf den Kern des Problems hin, als er sowohl die USA als auch Russland, auf der Sicherheitskonferenz in München, aufforderte, ihr nukleares Arsenal aufzugeben.

- In der syrischen Zeitung Tischrin, schreibt der Redakteur Ezz Eddin Darwisch , einen Beitrag, in dem er meint, es gäbe keine Anzeichen für die Möglichkeit der Verwirklichung des Friedens oder die Etablierung der Sicherheit und Stabilität in der Region. Dieses amerikanische Gerede und Lärm über Frieden in der Region und die palästinensisch-israelischen Verhandlungen, verdecken etwas, das alles Mögliche dienen könnte, dem Frieden aber nicht. Dies begreifen nicht nur Beobachter und Experten, sondern auch der einfache Bürger.

Arabische Satellitensender:

- In einer Berichterstattung auf dem Bildschirm der syrischen Fernsehstation, hieß es; König Abdullah II. war der zweite arabische Staatsoberhaupt, nach dem ägyptischen Präsidenten Mubarak , der eine Einladung vom Präsidenten Baschar Assad , eine zum kommenden Arabischen Gipfel am 28. März, bekam. Die Fernsehstation beschäftigte sich auch mit den Vorwahlen für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen.

Talkrunden in den arabischen Satellitensendern:

- In dem Programm "zwischen den Zeilen" auf dem Bildschirm des Nachrichtensenders Al Jazeera, sagte Ghaleb Qandil , der Chefredakteur des Wochenmagazins "Strategische Trends", u.a.; die gestrigen Erklärungen einiger libanesischer Politilker sind als ein Teil einer Vorbereitungsoperation des Landes für neue Wellen von Aufruhr, Mord und Bürgerkrieg, aufzufassen. Qandil wies auch darauf hin, dass sich die Libanesen vor neuen Aktivitäten von bekannten Mördern in den reihen des Regierungslagers, fürchten. Er vertrat die Meinung, dass die Krise nur durch vorgezogene Wahlen beigelegt werden könnte. Denn nur so kann der Libanon vor der Explosion gerettet werden, die von Bush, Olmert und dem saudischen Abdullah , erwünscht wird.

Ereignis und Meinung… auf libanesischer Ebene

Zwischen dem Rande des Abgrunds und dem Kriegsgespenst

- Ein langer Tag von Aufruhr und von politischer und medialer Spannungen kam zu Feldausdrucksweisen von Strassenzügen von randalierenden Anhängern des Regierungslagers, die den Hauptsitz des Parlamens und das Haus des New TVs angriffen und die sich in ’Aleih , zu regelrechten Konfrontationen zwischen den Anhängern von Dschumblatt und Arslan , entwickelten.

- 1- Die Rede von Dschumblatt war ein Höhepunkt, wobei er drohte, Alles in Brand zu setzen. Abends jedoch sagte er der Zeitung As Safir gegenüber, diese Kampagne der Regierungsanhänger bezwecke nicht die Vorbereitung für einen Bürgerkrieg, sondern sie sei nur eine Kraftmeierei. Sa’d Hariri musste eingreifen und die nächtlichen Märsche einstellen lassen, nachdem das Parlament angeschossen wurde.

- 2- Regierungskreise behielten ihre Ruhe, trotz dem drückenden Klima auf der Strasse. Oppositionelle Sprecher betonten ihr Festhalten an der friedlichen Konfrontation und an den demokratischen Methoden und Festwerten.

- 3- Nachtsüber versuchten jene Politiker, die Tagsüber alles in Flammen setzen wollten, das Klima wieder abzukühlen, nachdem es klar wurde, dass das Publikum der Opposition am Sieden sei und dass Dschumblatt und Hariri ein Kriegsgeschrei von sich laut ließen.

Libanesische Presse:

- Die heutigen Printmedien beschäftigen sich mit den vor zwei Tagen entflammten politischen Haltungen, deren Letzte die Rede von Dschumblatt war, der sich für den Krieg bereit erklärte.

- In diesem Zusamenhang, meint As Safir, Dschumblatt gibt tagsüber das Kriegsgeschrei laut von sich aus, um dann abends für eine ehrenhafte Beilegung zu plädieren. Das Blatt meldete auch, der saudische Außenminister Prinz Al Feissal , stattete Damaskus einen geheimen Besuch ab, wobei er von den Syrern hörte, dass sie ihre Alliierten im Libanon zu Nichts zwingen werden und sie werden sie sogar bei ihrem Festhalten an der Sperrminorität unterstützen, bevor der neue Präsident gewählt wird.

-  Ad Diyar bezeichnete die Redensart der Vertreter des Regierungslager-Bündnisses, als Kriegsgerede und meinte weiter, so ganz grundlos und sobald Generalsekretär Mussa das Land verließ, erklärte Sa’d Hariri , "wir seien für jede konfrontation bereit" und öffnete eine Regionalschlacht gegen Syrien und den Iran.

Nachrichten der libanesischen Satellitensender:

- Die libanesischen Fensehstationen beschäftigen sich in ihren Nachrichtenmeldungen mit den Dimensionen der Reden und Äußerungen der Politiker des Regierungslagers, vor allem was Dschumblatt von "dem Brennen des Grünnen und des Trockenen" sagte.

- So stellte der Fernsehkanal Al Manar die Frage, ist es ein Zustand der Hoffnungslosigkeit, der ein solches Gerede mit abstoßenden Worten, hervorrief? Der Fernsehsender meint, Dschumblatt ist als der Mann der Widersprüche bekannt. Er möchte das Publikum in einen Zustand von Zorn, Wut und Aufruhr versetzen. Er musste dafür mit Krieg und Aufruhr drohen und die Sprache des Bluts gebrauchen.

Talkrunden in den libanesischen Satellitensendern:

- In dem Programm "Wochenspiegel" auf dem Bildschirm des New TV, meinte Abgeordneter Nabil Nicolas , wenn die Regierung verschwindet, veschwinden mit ihr auch die Streikzelte der Opposition. Er fragte, warum muss auf ein libanesisch-libanesisches Verständigungstreffen mit Eskalation geantwortet werden? Nicolas meinte, das Andenken an den Ex-Ministerpräsidenten Hariri , soll eine Gelegenheit für alle Libanesen sein und keine Gelegenheit für Streitigkeiten sein.

- Abgeordneter Mustafa Allousch , vom Regierungslager meinte im selben Programm; Der Fall der Regierung kann nur durch die Wahl des neuen Präsidenten erfolgen.

Tendenzen ist ein tägliches, politisches Informationsmagazin über den Nahen-Osten das von der libanesischen Nachrichtenagentur New Orient News in Beirut herausgegeben wird. Sie finden es auf Voltairenet.org, in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Besuchen Sie auch Indicators, das tägliche wirtschaftliche Informationsmagazin über den Nahen-Osten, erhältlich in Englisch, Arabisch und Spanisch.

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