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Konterrevolution im Nahen-Osten

Eine saudische Sippschaft, die Susairi, ist im Kernpunkt der, von den Vereinigten Staaten und Israel in Schwung gebrachten konterrevolutionären Welle im Nahen-Osten. In einer weitausgreifenden, in Episoden erschienenen Synthese einer wichtigen Tageszeitung in russischer Sprache, gibt Thierry Meyssan in Damaskus einen Überblick über die Widersprüche die die Gegend in Aufruhr versetzen.

| Damaskus (Syrien)
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Das Bild hat in USA Skandal gemacht: während des G20 verneigt sich der Präsident Obama vor dem saudischen König und küsst ihm die Hand.

In einigen Monaten sind drei pro-westliche Regierungen in der arabischen Welt gefallen: das Parlament hat die Saad Hariri Regierung im Libanon gestürzt, während die Volksbewegungen in Tunesien Zine el-Abbidine Ben Ali verjagt, und Hosni Moubarak in Ägypten festgenommen haben.

Diese Regimewechsel haben Demonstrationen gegen die US Vorherrschaft und den Zionismus zur Folge. Sie nützen politisch der Widerstands-Achse, die vom Staat her gesehen, durch den Iran und Syrien und die infra-staatlich gesehen, vom Hezbollah und dem Hamas verkörpert sind.

Um die Konterrevolution in dieser Gegend zu führen haben Washington und Tel-Aviv auf ihre sichersten Partner zurückgegriffen: den Sudairi Clan, der besser als irgendjemand Anderer den Despotismus im Dienst des Imperialismus verkörpert.

Die Sudairi

Sie haben wahrscheinlich noch niemals von ihnen gehört aber die Sudairi bilden seit mehreren Jahrzehnten die reichste politische Organisation der Welt.

Die Sudairi sind die sieben, unter den dreiundfünfzig Kindern des Königs Ibn Saud, Gründer Saudi-Arabiens, der von Prinzessin Sudairi geborenen Kinder. Ihr Anführer war der König Fahd der zwischen 1982 und 2005 herrschte. Sie sind nur mehr sechs seit seinem Tod. Der älteste, Prinz Sultan, Verteidigungsminister seit 1962, ist 85. Der Jüngste, Prinz Ahmed, stellvertretender Innenminister seit 1975 ist 71. Seit den sechziger Jahren ist es ihr Clan der die pro-occidentalen Marionettenregierungen des „Erweiterten Nahen-Ostens“ organisiert, gegliedert und finanziert hat.

Hier muss man unbedingt weiter ausholen.

Saudi-Arabien ist ein juridisches, von den Briten während des Ersten Weltkrieges geschaffenes Gebilde, um das Ottomanische Reich zu schwächen. Obwohl Lawrence von Arabien das Konzept der « arabischen Nation » erfunden, hat er es niemals zustande gebracht, aus diesem neuen Land eine Nation zu machen, geschweige denn einen Staat. Es war und ist noch immer Saudischer Privatbesitz. So wie es die britische juridische Untersuchung während des Al-Yamamah Skandals gezeigt hat, gibt es, im XXI. Jahrhundert, weder Bankkonten noch ein königliches Haushaltsbudget; es sind die Konten der königlichen Familie die benützt werden um das, was ihr Privateigentum ist, zu verwalten.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges, als Großbritannien nicht mehr die Mittel seines Imperialismus hatte, fiel dieses Gebiet unter die Suzeränität der Vereinigten Staaten. Der Präsident Franklin D. Roosevelt traf mit König Ibn Saud eine Vereinbarung: die Saudifamilie garantierte die Erdölversorgung der Vereinigten Staaten die, ihrerseits die notwendige militärische Unterstützung für die Wahrung der Saudiherrschaft garantierten. Dieses Bündnis ist als Quincy Allianz bekannt, weil es auf dem Schiff dieses Namens ausgehandelt wurde. Es ist eine Vereinbarung und kein Vertrag, weil es nicht zwei Staaten miteinander bindet sondern einen Staat und eine Familie.

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Die Vereinbarung des Quincy bindet die Vereinigten Staaten und die Familie Saud.

Für den Gründerkönig Ibn Saud, der 32 Ehefrauen und 53 Kinder besaß, sollten bald große Rivalitäten zwischen den möglichen Nachfolgern auftauchen. So wurde sehr spät beschlossen, dass die Krone nicht von Vater auf Sohn, sondern von Halbbruder auf Halbbruder übertragen würde.

Fünf Söhne Ibn Saud’s sind schon auf den Thron gestiegen. Der jetzige 87 jährige König, Abdallah I, ist ein eher offen gesinnter Mensch, wenn auch völlig entfernt von den zeitgenössischen Tatsachen. Bewusst, dass das derzeitige dynastische System auf dem Holzweg ist, will er die Nachfolgeregeln ändern. Der Herrscher wäre also vom Königsrat – das heißt von den Vertretern der verschiedenen Äste der königlichen Familie – bestimmt und könnte von einer jüngeren Generation sein.

Diese weise Idee ist nicht im Interesse der Sudairi. Tatsächlich, wenn man mit den verschiedenen Erbverzichten aus Gesundheits- oder aus Genussgründen rechnet, gehören die drei nächsten Bewerber ihrem Clan an. Der schon erwähnte Prinz Sultan, Innenminister, 85 Jahre, der Prinz Nayef, Innenminister, 78, und der Prinz Salman, Gouverneur von Riyad, 75.

Man versteht daher gut dass die Sudairi, die noch niemals ihren Halbbruder, den König Abdallah, ins Herz geschlossen hatten, ihn von jetzt ab hassen. Man versteht auch, dass sie beschlossen haben alle ihre Kräfte in die aktuelle Schlacht zu werfen.

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Der Prinz Bandar und sein « Bruder » George W. Bush.

Die Rückkehr von Bandar Bush

Am Ende der siebziger Jahre war der Sudairi Clan von Prinz Fadh geleitet. Er erkannte die seltenen Fähigkeiten eines der Kinder von seinem Bruder Sultan: der Prinz Bandar. Er sandte ihn Waffenkontrakte in Washington aushandeln und schätzte die Art mit der er die Zustimmung des Präsidenten Carter erkaufte.

Als Fadh 1982 auf den Thron stieg machte er Prinz Bandar zu seinem Vertrauensmann. Er ernannte ihn Militär Attaché, dann Botschafter in Washington, ein Posten, den er während der ganzen Herrschaft bis zur plötzlichen Enthebung durch König Abdallah in 2005, innehatte.

Sohn des Prinzen Sultan und einer lybischen Sklavin, Prinz Bandar ist eine brillante Persönlichkeit ohne Skrupel, der es verstanden hat sich in der königlichen Familie, trotz der, an seiner mütterlichen Herkunft angeknüpften Unehre, durchzusetzen. Er ist heute der starke Arm der Gerontenmacht des Sudairi Clans.

Während seines langen Aufenthaltes in Washington hat sich Prinz Bandar mit der Familie Bush in Freundschaft verbunden, speziell mit George H. Bush, mit dem er unzertrennlich war. Letzterer liebt es, ihn als seinen Sohn, den er gerne gehabt hätte, vorzustellen, sodass man ihm in der Hauptstadt den Spitznamen « Monsieur Bandar Bush » gibt. Was George H. - ehemaliger Direktor der CIA, später Präsident der USA – am meisten bei ihm liebte, ist seine Neigung für geheime Aktionen.

« Mr. Bandar Bush » hat sich in die US « high society » eingefügt. Er ist sowohl Verwalter auf Lebzeiten des Aspen Instituts als auch Mitglied des Bohemian Grove. Die britische Öffentlichkeit hat seine Existenz anlässlich des Al-Yamamah Skandals entdeckt: den größten Waffenvertrag der Geschichte und auch die wichtigste Korruptionsaffäre. Während mehr als zwanzig Jahren (1985-2006), hat British Aerospace, bald auf BAE Systems umgetauft, für 80 Milliarden Dollar Waffen an Saudi-Arabien verkauft, aber diskret einen Teil dieser Manna auf Bankkonten saudischer und wahrscheinlich britischer Politiker überwiesen, wovon 2 Milliarden Dollar allein an Prinz Bandar.

Seine Hoheit hat ja große Spesen. Prinz Bandar hat die Verantwortung von vielen arabischen Kämpfern übernommen, die durch saudiarabische und pakistanische Geheimdienste während des Kalten Krieges angeheuert wurden, um die Rote Armee in Afghanistan auf Wunsch der CIA und des MI6 zu bekämpfen. Natürlich war die bekannteste Figur dieser Umwelt niemand anderer als der antikommunistische Milliardär, inzwischen ein Guru gewordener Djihadist, Oussama Ben Laden.

Es ist unmöglich genau zu sagen über wie viel Mann Prinz Bandar verfügt. Im Laufe der Zeit sieht man seine Hand in zahlreichen Konflikten und Terrorakten in allen Muslimländern, von Marokko bis zum chinesischen Xinjiang. Als Beispiel erinnert man sich der kleinen Armee, die er in das palästinensische, libanesische Camp, in Nahr el-Bared, unter dem Namen Fatah al-Islam, eingeschleust hat. Die Aufgabe der Kämpfer war, die palästinensischen Flüchtlinge, hauptsächlich Sunniten, aufzuhetzen, ein unabhängiges Emirat auszurufen und den schiitischen Hezbollah zu bekämpfen. Die Sache geht schief, da die Gehälter der Söldner nicht rechtzeitig gezahlt wurden. Am Ende, in 2007, verschanzten sich die Männer von Prinz Bandar im Camp. 30 000 Palästinenser waren gezwungen zu fliehen während die libanesische Armee einen zweimonatigen Kampf lieferte um das Camp einzunehmen. Diese Operation kostete 50 Söldnern, 32 zivilen Palästinensern und 68 libanesischen Soldaten das Leben.

Anfangs 2010 schürte Bandar einen Staatsstreich an um König Abdallah zu stürzen und seinen Vater, Sultan, auf den Thron zusetzen. Das Komplott war entdeckt worden und Bandar fiel in Ungnade ohne jedoch seine offiziellen Titel zu verlieren. Aber Ende 2010, als die Gesundheit des Königs schlechter wurde und die Operationen sich häuften, ergriffen die Sudairi wieder die Initiative und zwangen ihnen sein Come-back mit Hilfe der Obamaregierung auf.

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Mit doppelter, saudi-libanesischer Staatsbürgerschaft, hat sich Saad Hariri den Sudairi angeschlossen. Als abgedankter Premierminister des Libanon stoppt er die Bildung einer neuen Regierung seit drei Monaten und fertigt in der Zwischenzeit die laufenden Sachen ab.

Es war, nachdem er dem in Washington im Spital liegenden König einen Besuch abgestattet hat, und nachdem er ein bisschen übereilt seine Sieche gefolgert hat, dass der Premierminister Saad Hariri sich den Sudairi anschloss. Saad Hariri ist ein Saudiarabier, in Riyad geboren, aber mit doppelter Nationalität versehen. Er hält seinen Reichtum von seinem Vater, welcher Alles den Saud schuldete. Er ist so vom König abhängig und durch seinen starken Druck Premierminister des Libanon geworden, obwohl das US-Außenministerium Zweifel hegte über seine Kapazität diesen Posten zu meistern.

Während der Zeit wo er König Abdallah gehorchte, unternahm Saad Hariri sich mit dem Präsidenten Bachar el-Assad zu versöhnen. Er nahm die Anklagen für die Ermordung seines Vaters, Rafik el-Hariri, die er gegen ihn formuliert hatte, zurück und bedauerte manipuliert worden zu sein um künstlich eine Spannung zwischen dem Libanon und Syrien zu schüren. Mit seinem Anschluss an die Sudairi machte Saad eine Kehrtwendung. Von einem Tag zum Anderen verneinte er die Entspannungspolitik des König Abdallah gegenüber Syrien und dem Hezbollah und stürzte sich in einen Angriff gegen das Regierungssystem von Bachar el-Assad, für die Entwaffnung des Hezbollah und für einen Kompromiss mit Israel.

König Abdallah erwachte jedoch aus seinem Semi-Koma Zustand und verlangte unverzüglich Rechenschaft. Ohne seinen nötigen Beistand wurden Saad Hariri und seine Regierung durch das libanesische Parlament gestürzt zu Gunsten eines anderen, ebenfalls zwei-nationalen, weniger abenteuerlichen Milliardärs, Najib Mikati. Als Strafe leitete er eine Steuerprüfung der bedeutendsten saudischen Firma der Hariri’s ein und ließ mehrere ihrer Mitarbeiter für Betrug einsperren.

Die Legionen der Sudairi

Die Sudairi haben beschlossen eine Konterrevolution nach allen Seiten einzufädeln.

In Ägypten, wo sie mit einer Hand die Moubarak, mit der anderen die Muslimbrüderschaft finanzierten, haben sie von nun an ein Bündnis zwischen den Brüdern und den pro-US Offizieren auferlegt. Zusammen teilt sich diese neue Koalition die Macht, indem sie die Führer der Revolution des Platzes Tahrir ausschließt. Sie hat geweigert eine konstituierende Nationalversammelung einzuberufen und hat sich begnügt die Konstitution ganz am Rande zu ändern. Zuerst hat sie den Islam für Staatsreligion erklärt, auf Kosten der christlich-koptischen Minderheit (10%), die von Hosni Moubarak unterdrückt worden war und die sich gegen ihn massiv mobilisiert hatte. Darüber hinaus hat der Doktor Mahmoud Izzat, Nummer Zwei der Brüder, eine schnelle Instandsetzung der Sharia und die Restauration der islamischen Züchtigungen gefordert.

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Sprecher der Muslimbrüder von Ägypten, Essam Elarian macht nicht aus dem Abruf des Camp David Vertrages den Hauptpunkt seines Wahlkampfes, sondern die Kriminalisierung der Homosexualität. Seiner Meinung nach, selbst wenn die Mehrheit der Bevölkerung dieses „Laster“ akzeptiert, gehört sich für einen Muslimstaat es gemäß der Sharia zu unterdrücken.

Dem jungen Waël Ghoneim, der in dem Umsturz des Tyrannen eine herausragende Rolle gespielt hat, wurde der Zutritt zum Podium sofort bei der Siegesmanifestation mit fast 2 Millionen Menschen, am 18. Februar, versagt. Dagegen hat der Spitzen-Prediger der Brüder, Youssef al-Qardawi, nach 30 jährigem Exil im Qatar, sich lange ausdrücken können. Er, der seiner Bürgerschaft von Gamal Abdel Nasser enteignet wurde, hat sich als die Neuzeit verkörpernde Person aufgemacht: jene der Sharia und der pazifischen Koexistenz mit dem zionistischen Regime aus Tel-Aviv.

Der Friedensnobelpreis Mohammed el-Baradeï, den die Muslimbrüder während der Revolution als Sprecher gewählt haben um sich ein offenes Bild zu geben, ist von den selben Brüdern während der konstitutionellen Volksabstimmung körperlich angegriffen und von der politischen Bühne entfernt worden.

Die Muslimbrüder haben ihren Eintritt auf die politische Szene in gebürtiger Form gemeldet, indem sie eine neue Partei gründen, Freiheit und Gerechtigkeit, die von der National Endowment for Democracy (NED) unterstützt ist und das Vorbild des türkischen AKP nachahmt. (Sie haben die gleiche Strategie in Tunesien mit der Partei der Renaissance).

In diesem Zusammenhang ist Gewalt gegen religiöse Minderheiten geübt worden. So sind zwei koptische Kirchen in Brand gesteckt worden. Weit davon die Übeltäter zu bestrafen, hat der Premierminister ihnen ein Pfand gegeben: er hat den Gouverneur, den geachteten General Imad Mikhael, den er in der Provinz Qenna ernannt hat, seiner Funktion enthoben…weil dieser kein Muslim sondern christlicher Kopte ist.

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Der Kooperationsrat des Golfes (CGC) hat die NATO für eine Intervention in Lybien beigerufen und die saudische Armee mit der Polizei der Vereinigten Emirate nach Bahrain geschickt um die Aufruhr zu zerschlagen.

In Lybien haben die Sudairi, bevor Frankreich und Großbritannien das Signal für den Aufstand gegen die Macht von Tripolis gegeben haben, bewaffnete Kämpfer nach Cyrenaika gebracht. Es sind diese, die die Waffen und rot-schwarz-grüne mit Stern und Halbmond versehnen Flaggen, Symbol der Senoussi Monarchie, historische Beschützerin der Muslimbrüder, verteilt haben.

Ihr Objektiv ist den Störenfried Kadhafi zu entfernen und den Prinz Mohammed auf den Thron, des einstigen Königreichs von Lybien, zurückzubringen.

Es ist der Kooperationsrat des Golfes (CGC) der als Erster eine militärische Intervention gegen die Tripolis Regierung verlangt hat. Und es ist im Schoss des Rates die saudische Delegation, die die diplomatischen Machenschaften geführt hat, damit die Arabische Liga ihre Kaution für den Angriff durch die westlichen Armeen gäbe.

Von seiner Seite her hatte Kadhafi in mehreren Reden versichert, dass es in der Cyrenaika keine Revolution gab aber dass sein Land einer Destabilisierungsoperation von Al Qaida ins Gesicht sehen musste; Äußerungen die Lächeln fabriziert haben, irrtümlicherweise, und die von dem Kommandanten des US-Africom in Person bestätigt wurden: man erinnert sich des Schwächeanfalls des Generals Carter F. Ham, Kommandant der ersten US-militärischen Operationen, bevor er von der OTAN enthoben wurde. Er war erstaunt seine Objektive wählen zu müssen mit Hilfe von Spionen die in Lybien bekannt waren gegen die Alliierten in Afghanistan gekämpft zu haben: offen gesprochen, die Männer von Ben Laden.

Was Bahrain betrifft handelt es sich um ein seit 1971 unabhängiges Königreich. In Wirklichkeit ist es immer noch ein, von den Briten geführtes Land. Diese hatten in ihrer Zeit Prinz Khalifa als Premierminister gewählt und haben ihn auf diesem Posten seit 40 Jahren ohne Unterbrechung festgehalten, nach der fiktiven Unabhängigkeit und auch heute noch. Eine Permanenz die den Sudairi nicht missfallen sollte.

König Hamad hat den Vereinigten Staaten eine Konzession verliehen. Sie haben in dem Hafen Juffair das See-Hauptquartier des Central Command der V. Flotte eingerichtet. In dieser Situation ist die Forderung des Volkes für eine konstitutionelle Monarchie gleich zusetzten mit einer wahren Unabhängigkeit, dem Ende der britischen Vormundschaft und dem Abzug der US Truppen. Eine solche Entwickelung würde sich leicht auch in Saudi Arabien durchsetzen und die Basis des Systems gefährden.

Die Sudairi haben den König von Bahrain überzeugt jegliche gemeinverständliche Hoffnung im Blut zu ersticken.

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Bürge für die bestehende Ordnung, Prinz Nayef ist der unbiegsame saudische Innen – und Nachrichtenminister seit 41 Jahren.

Am 13. März ist der US-Verteidigungsminister Robert Gates gekommen um die Koordination der Operationen in Manama (Hauptstadt von Bahrain v.Ü.) einzuleiten. Sie haben am nächsten Tag mit dem Einmarsch der saudischen Truppen, unter der Führung von Prinz Nayef, unter dem Namen „Die Adler von Nayef“ begonnen.

In wenigen Tagen sind alle Symbole der Erwiderung zerstört worden, selbst das öffentliche, das einst auf dem Platz der Perle errichtete Gebäude. Hunderte von Personen sind tot oder verschollen. Die Folter – die seit zehn Jahren praktisch aufgegeben worden war – wurde erneut massiv benützt. Ärzte und Krankenschwestern, die verwundete Manifestanten gepflegt haben sind in ihren Spitälern ergriffen worden, in geheime Haft gesetzt und dann vor Militärgerichte geschleppt worden.

Dennoch ist das wichtigste in dieser furchtbaren Unterdrückung der Wille, einen klassischen Klassenkampf, der die ganze Bevölkerung, einer privilegierten, an einen ausländischen Imperialismus verkauften Klasse gegenüberstellt, in einen fanatischen Konflikt zu drehen. Die Mehrheit der Bahrain Bevölkerung ist schiitisch, während die herrschende Familie sunnitisch ist, und es ist der Schiismus – Fahrzeug des revolutionären Ideals von Rouhollah Khomeiny – der zur Schiessscheibe erklärt wurde. In einem Monat haben die „Die Adler von Nayef“ 25 schiitische Moscheen geschleift und 253 andere beschädigt.

21 der bedeutenden Führer des politischen Widerstandes werden bald vor ein außerordentliches Gericht gestellt. Sie riskieren Todesstrafe. Noch mehr als auf die Schiiten geht die Monarchie brutal los auf Ibrahim Chérif, Präsident der Waed Partei (konfessionslose Linke), der man vorwirft nicht das Konfessionsspiel zu spielen obwohl er Sunnit ist.

Mangels der Möglichkeit den Iran zu destabilisieren haben die Sudairi ihre Angriffe auf Syrien gerichtet.

Die Destabilisierung von Syrien

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Die von den Medien inszenierten Revolutionen haben ihr Logo. Hier jenes der « The Syrian Revolution 2011 » auf Facebook.

Anfangs Februar, als das Land noch keine einzige Demonstration kannte, war eine Seite mit dem Titel „The Syrian Revolution 2011“ auf Facebook erschienen. Sie rief für einen „Tag des Zorns“ Freitag den 4., auf; der Ruf war durch Al-Jazeera verbreitet, fand jedoch nicht das geringste Gehör, nirgendwo. Der Qatarische Sender betrauerte diesen Reaktionsmangel und prangerte Syrien an, das „Königreich des Schweigens“ zu sein (sic).

Die Bezeichnung The Syrian Revolution 2011 gibt zu denken: Englisch gefasst, ist sie typisch für Werbeslogans. Jedoch welch ein wahrhafter Revolutionär würde denken, dass falls es ihm nicht gelingen sollte sein Ideal in 2011 zu erreichen, dann ging er nach Hause schlafen? Noch komischer, am Tag ihrer Kreation hat diese Facebook Seite mehr als 80000 Freunde registriert. Ein solcher Erfolg in wenigen Stunden, dem nichts folgt, erinnert an eine Manipulation mit Programmen die automatisch neue Konten schaffen. Umso mehr als die Syrier nur einen bescheidenen Gebrauch von Internet machen und erst seit dem 1. Jänner einen ADSL Anschluss haben.

Die Wirren haben ein Monat später in Deraa angefangen, ein ländliches Städtchen an de Jordanischen Grenze, und wenige Kilometer von Israel entfernt. Unbekannte haben Jugendliche bezahlt damit sie Bilder mit regierungsfeindlichem Inhalt auf die Wände der Stadt malten. Die örtliche Polizei hat die Schüler festgenommen und wie Kriminelle zum großen Schreck ihrer Familien behandelt. Ortswichtige Persönlichkeiten die sich bereit erklärten den Missstand zu beseitigen, wurden vom Gouverneur mit Ach und Krach hinausgewiesen. Die Jugendlichen wurden verprügelt. Die wütigen Familien haben das Polizeirevier angegriffen um sie zu befreien. Die Polizei hat mit noch größerer Brutalität geantwortet, und Protestler getötet.

Der Präsident Bachar el-Assad hat nun eingegriffen um die Polizisten zu ahnden und auch den Gouverneur, der niemand anderer war als einer seiner Vetter, den er in Deraa ernannt hatte, weit von der Hauptstadt, damit er sich vergessen macht. Eine Untersuchung wurde eröffnet um Licht in diesen Umgriff zu bringen, die für die Gewalt verantwortlichen Beamten wurden angeklagt und in haft genommen. Minister sind dort erschienen um die Familien der Opfer um Entschuldigung zu bitten und das Beileid der Regierung zu überbringen; Entschuldigungen und Beileid die öffentlich angenommen wurden. Alles hätte nun in Ordnung kommen sollen. Plötzlich haben vermummte Sniper, auf den Dächern postiert, zur gleichen Zeit auf die Menge und die Polizisten geschossen, mit dem sie die Stadt in das Chaos stießen.

Die Verwirrung nützend sind bewaffnete Leute die Stadt hinaus gegangen um ein öffentliches Gebäude anzugreifen, das den Nachrichtendienst des Observatoriums des syrischen Territoriums des, von Israel besetzten Golans, birgt. Die Sicherheitsdienste haben das Feuer eröffnet um das Gebäude und die Archive zu schützen. Es gab Tote an beiden Seiten.

Solche Angriffe haben sich wiederholt. Die Persönlichkeiten haben Schutz bei der Armee verlangt gegen Stürmer die die Stadt eingenommen haben. Drei Tausend Mann mit Tanks sind mobilisiert worden um die Bevölkerung zu schützen. Letzen Endes hat eine Schlacht, zwischen infiltrierten Kämpfern, und der syrischen Armee statt gefunden, in einer Art von remake der Belagerung von Nahr el-Bared durch die libanesische Armee. Nur dass dieses Mal die internationale Presse die Fakten deformiert und die syrische Armee angeklagt hat die Bevölkerung von Deraa anzugreifen.

Während dieser Zeit sind Reibereien in Lattaquie ausgebrochen. Dieser Hafen birgt seit Langem die Mafia, die sich auf Hochseeschmuggel spezialisiert hat. Diese Typen haben Waffen bekommen und Geld aus Libanon. Sie haben das Stadtzentrum vandalisiert. Die Polizei ist eingeschritten. Auf Order des Präsidenten waren die Ordnungskräfte nur mit Knüppeln bewaffnet. Die Gangster haben dann die Kriegswaffen ergriffen und mehrere Duzend entwaffnete Polizisten getötet.

Das gleiche Drehbuch hat sich in dem Ort nahe bei Banias wiederholt, eine Stadt geringer Bedeutung, aber umso strategischer da sie die bedeutendste Ölraffinerie des Landes birgt. Dieses Mal haben die Ordnungskräfte von ihren Waffen Gebrauch gemacht und die Konfrontation ist ausgeartet.

Endlich in Homs, wichtige Stadt des Zentrums, sind Individuen gekommen um bei einem Gebet in einer von Fundamentalisten besuchten Moschee teilzunehmen und haben die Gläubigen aufgerufen gegen „das Regime das unsere Brüder in Lattaquie tötet“ zu demonstrieren.

Als Antwort auf die Unruhen ist die syrische Bevölkerung massenweise auf die Strasse gegangen um ihre Unterstützung der Republik auszudrücken. Die Massenkundgebungen, wie man sie noch nie in diesem Land erlebt hat, haben jedes Mal Hunderttausende in Damaskus, Alep und selbst in Lattaquie versammelt mit dem Ruf „Gott, Syrien, Bachar!“.

Als die Zusammenstösse in den betroffenen Orten gespannter wurden, war es den Ordnungskräften gelungen die Kämpfer festzunehmen. Nach ihren, im Fernsehen übertragenen Geständnissen, sind sie angeheuert, bewaffnet und bezahlt worden von einem libanesischen Hariri-Abgeordneten, Jamal Jarrah, was der Betroffene abstreitet.

Jamal Jarrah ist ein Freund von Prinz Bandar. Sein Name ist in der Sache Fatah al-Islam in Nahr el-Bared erwähnt worden. Er ist der Vetter von Ziad Jarrah, ein Djihadkämpfer, der vom FBI angeklagt ist, der Verantwortliche der Flugzeugentführung des UA93, in Pennsylvanien, des am 11. September 2001 abgestürzten Flugzeuges zu sein. Er ist auch Vetter der Brüder Ali et Youssouf Jarrah, die von der libanesischen Armee in November 2008, für Spionage zu Gunsten Israels, festgenommen wurden.

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Von London und Paris aus appellieren Ali Saad-al-din Bayanouni (Generalsekretär der syrischen Branche der Muslimbrüder) et Abdel-Halim Khaddam (ehemaliger Vizepräsident von Syrien) an Bachar el-Assad’s Sturz.

Jamal Jarrah wäre ein geheimes Mitglied der Muslimbrüder, was er ebenfalls bestreitet. 1982 versuchten die Brüder die Macht in Syrien zu ergreifen. Sie scheiterten und wurden Opfer einer grausamen Massenunterdrückung. Man glaubte diese schmerzvolle Erinnerung vergessen seit der, von Bachar el-Assad verkündeten Amnestie. Jedoch ist dem nicht so, da diese Branche der Brüder jetzt von den Sudairi, die sie einst exkommuniziert haben, finanziert ist. Die, von dieser Brüderschaft gespielte Rolle in den Ereignissen in Banias ist heute klar für alle.

Jamal Jarrah hätte auch libanesische Aktivisten des Hizb ut-Tahrir benützt, eine fundamentalistische, in London sesshafte und hauptsächlich in Zentralasien tätige Organisation ist. Der Hizb ut-Tahrir der sich gegen Gewaltanwendung erklärt, ist angeklagt viele Attentate in dem Ferghanatal organisiert zu haben. Um ihn im Besonderen zu bekämpfen hat China eine Annäherung mit Russland eingeleitet, im Rahmen der Schanghai-Kooperations-Organisation. Trotz vieler Debatten im House of Commons sind die Londoner Verantwortlichen der Gruppe niemals beunruhigt worden und besitzen alle hohe Kaderposten in angloamerikanischen Multinationalen.

Der Hizb ut-Tahrir hat letztes Jahr eine Filiale im Libanon eröffnet. Zu dieser Gelegenheit hat er einen Kongress veranstaltet zu dem er ausländische Persönlichkeiten eingeladen hat, unter ihnen einen russischen Intellektuellen mit Weltruf. Im Laufe der Diskussionen haben die Veranstalter an die Schaffung eines fundamentalistischen Staates appelliert, und haben unterstrichen, dass für sie, die Schiiten und libanesischen Drusen, -und selbst gewisse Sunniten, - keine echten Muslims sind und dass sie ausgestoßen werden sollten wie die Christen. Sprachlos durch solche Übertreibungen hat sich der russische Gast geeilt Fernsehinterviews zu geben um sich von diesen Fanatikern zu distanzieren.

Die syrischen Sicherheitskräfte sind vorerst durch die Ereignisse überfordert erschienen. In der UdSSR ausgebildet, haben die höheren Offiziere von Gewalt Gebrauch gemacht ohne sich viel um die Folgen in der Bevölkerung zu kümmern. Jedoch hat sich der Zustand allmählich umgedreht. Der Präsident Bachar el-Assad hat die Initiative wieder ergriffen. Er hat die Regierung gewechselt. Er hat den Ausnahmezustand abgeschafft und den Staatssicherheitsdienst aufgelöst. Er hat Tausenden Kurden, die nach einer umstrittenen Volkszählung keine Syrier sein konnten, die syrische Staatsbürgerschaft verliehen. Außerdem hat er verschiede Maßnahmen bestimmter Kategorien von Arbeitnehmern unternommen, wie die Abschaffung von Geldstrafen wegen Zahlungsverspätung an öffentliche Dienste (wie Elektrizität usw.). Damit hat er die wichtigsten Forderungen des Volkes erfüllt und die Opposition erschöpft. Am „Tag der Herausforderung“, Freitag den 6. Mai, hat die Summe aller Demonstranten im ganzen Land nicht 50000 Personen erreicht, bei 22 Millionen Einwohnern.

Speziell der neue Innenminister Mohammad al-Sha’ar hat jegliche Person, die sich auf Aufruhr aufstacheln hat lassen, aufgerufen, sich spontan bei der Polizei zu melden und eine Amnestie zu erhalten gegen Informationslieferung. Mehr als 1100 Personen haben geantwortet. In wenigen Tagen sind die wichtigsten Ketten aufgelöst und zahlreiche Waffenverstecke ergriffen worden. Nach fünf Wochen Gewalt kommt die Ruhe langsam in fast allen getroffenen Städten zurück.

Unter den identifizierten und festgenommenen Anführern wären mehrere israelische oder libanesische Offiziere und einer wäre ein libanesischer, Saad Hariri nahestehender Politiker. Dieser Destabilisierungsversuch wird also eine Folge haben.

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Im Inneren der saudischen Regierung haben die Sudairi die Krankheit des Königs Abdallah ausgenützt um ihn beiseite zu schieben. Mit der Hilfe der USA und Israels haben sie die Annäherung Abdallah-el-Assad gestoppt und überwachen die arabische Konter-Revolution.

Ein offenes Komplott

Was ursprünglich ein Komplott war um die syrische Autorität zu stürzen, hat sich in eine öffentliche Erpressung für eine Destabilisierung verwandelt. Als die arabischen, anti-syrischen Zeitungen feststellten, dass der Aufruhr nicht funktioniert, haben sie ohne Anstand das laufende Schachern erwähnt.

Sie haben über Reisen von Zwischenhändlern gesprochen, die nach Damaskus gekommenen sind um die Bedingungen der Sudairi vorzulegen. Wenn man diesen Zeitungen Glauben schenken kann dann werden die Gewalttaten nur enden wenn Bachar el-Assad sich zwei Bedingungen fügt:
- Mit dem Iran brechen;
- Aufhören den Widerstand in Palästina, im Libanon und in Irak zu unterstützen.

Die internationale Propaganda

Die Sudairi wünschen eine westliche Militärintervention, um mit dem syrischen Widerstand zu Ende zu kommen, auf die Art wie der Angriff auf Lybien sich abgespielt hat. Dafür haben sie Propagandaspezialisten eingesetzt.

Zur allgemeinen Überraschung hat die Satelliten-Fernsehstation Al-Jazeera plötzlich ihre Redaktionslinie geändert. Es ist ein offenes Geheimnis, dass dieser Sender durch den Willen der Brüder David et Jean Frydman geschaffen wurde, französische Milliardäre, die Berater von Ytzakh Rabin und Ehud Barak waren. Sie hofften ein Media aufzubauen das eine Diskussion zwischen Israeli und Araber zuließe, weil ja eine solche Diskussion in jedem der betroffenen Länder gesetzlich verboten ist.

Um diese Station aufzubauen haben sie den Emir von Qatar angesucht, der am Anfang die Deckungsrolle gespielt hat. Die Redaktionsgruppe ist innerhalb der arabischen Abteilung der BBC angeheuert worden, sodass damit die Mehrheit der Journalisten Agenten des britischen MI6 sind. Aber der Emir hat die Kontrolle der Station übernommen und ist der aktive Arm des Emirates geworden. Während Jahren hat Al-Jazeera tatsächlich die Rolle der Versöhnung gespielt, indem sie den Dialog und das Verständnis in dieser Gegend gefördert hat. Aber der Sender hat auch beigetragen das israelische Apartheid-System zur banalisieren, so als ob die Gewalttätigkeiten von Tsahal (Name der israelischen Armee; v. Ü.) nur bedauerliche Umgriffe eines akzeptablen Regimes wären, die jedoch die Grundsteine des Systems selbst sind.

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Auf Flucht, hat der Ex-Präsident Ben Ali in Saudi-Arabien bei Prinz Nayef Unterkunft gefunden

Al-Jazeera, die über die tunesische und ägyptische Revolution in ausgezeichneter Weise Bericht erstattet, hat plötzlich ihre Leitartikellinie mit Lybien geändert um Wortführer der Sudairi zu werden.

Diese Kehrtwende verdient eine Erklärung. Der Angriff auf Lybien ist ursprünglich ein französisch-britischer, November 2010 geschmiedeter Plan, d.h. wirklich vor dem „arabischen Frühling“, zudem die Vereinigten Staaten zugezogen worden sind. Paris und London wollten ihre Schulden mit Tripolis begleichen und ihre kolonialen Interessen verteidigen. In der Tat, in 2005-06 hatte die NOC, die Nationale lybische Öl-Gesellschaft, drei internationale Ausschreibungen für Forschung und Ausbeute ihrer Reserven, die bedeutendsten von Afrika, gestartet. Oberst Kadhafi hat seine Spielregeln auferlegt. Die westlichen Firmen hatten verschieden Verträge unterzeichnet, sicher günstige, aber nicht günstig genug in ihren Augen. Es handelte sich um die wenigst günstigen Verträge auf der Welt für Multinationale Firmen. Dazu kamen verschiedene Uneinigkeiten, die mit der Stornierung von saftigen Verträgen für Einrichtungen und Waffen zusammenhingen.

Seit den ersten Tagen des sogenannten Aufstandes in Benghazi, haben Paris und London einen Nationalen Rat des Überganges eingerichtet, den Frankreich offiziell als legitimes Organ des lybischen Volkes anerkannt hat. Dieser Rat hat eine neue Ölfirma, die LOC, geschaffen, die von der internationalen Gemeinschaft auf dem Londoner Gipfel als voll berechtigter Ausnützer der Ölbesitze des Landes anerkannt wurde. Während dieser hold-up ist beschlossen worden dass der Verkauf des, von der LOC gestohlenen Erdöls…vom Qatar besorgt würde und dass die Kontaktgruppe der alliierten Staaten sich von nun ab in Doha (Hauptstadt vom Qatar v.Ü.) treffen würde.

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Youssef al-Qardawi denkt, dass die Befreiung von Palestinien wichtig ist, jedoch weniger als die Inkraftsetzung der Sharia.

Der Berater, Youssef al-Qardawi, des religiösen Senders donnerte sofort jeden Tag um den Sturz von Bachar el-Assad zu bewirken. Cheikh al-Qardawi ist Präsident der Internationalen Union der Ulemanen (islamischer Prediger v.Ü.) und auch des Europäischen Rates für Forschung und die Fatwa. Er ist der gute Geist der Muslimbrüder und predigt einen originalen Islam, Mischung aus „Marktdemokratie“ auf amerikanische Art und einem Obskurantismus auf saudische Art: er kennt das Prinzip von gewählten Führern an, sobald diese versichern sich für die Sharia, in ihrer abgegrenzten Interpretation einzusetzen.

Der saudischen Ulema Saleh El-Haidane hat sich Youssef al-Qardawi angeschlossen und hat aufgerufen „ein Drittel der Syrier zu töten damit die zwei anderen Drittel leben“ (sic). Ein Drittel der Syrier töten? Das heißt Christen, Juden, Schiiten, Alauiten und Drusen kaltmachen. Damit die zwei anderen Drittel leben? Das heißt einen sunnitischen Staat zu schaffen bevor dieser seine eigene Bevölkerung reinigt.

Bis heute scheint nur die palästinensische Branche der Muslimbrüder, der Hamas, der Verführungskraft der Petrodollar durch die Sudairi zu widerstehen. Sein Chef, Khaled Mechaal hat, nicht ohne ein wenig Zaudern, bestätigt er bliebe im Exil in Damaskus und er unterstützte den Präsident el-Assad. Mit Hilfe des Letzten hat er versucht die imperialistischen und zionistischen Pläne zu überrumpeln, indem er ein Einverständnis mit dem Fatah und Mahmoud Abbas aushandelt.

Seit März haben sich Al-Jazeera, die BBC auf Arabisch und France24 auf arabisch in massive Propaganda-Organe verwandelt. Mittels falscher Zeugenaussagen und manipulierten Bildern erzählen sie verdrehte Geschichten um Stereotypen des tunesischen Ben-Ali Regimes auf die syrische Republik zu kleben.

Sie versuchen uns glauben zu machen, die syrische Armee sei eine unterdrückende Macht, vergleichbar mit der tunesischen Polizei, und dass sie nicht zögerte auf friedliche Bürger, die für ihre Freiheit kämpfen, zu schießen. Diese Medien haben selbst den Tod eines jungen Soldaten gemeldet der verweigert hätte auf seine Mitbürger zu schießen und der von seiner Hierarchie zu Tode gefoltert worden wäre. Tatsächlich ist aber dass die syrische Armee durch Konskription gebildet und der junge Soldat, dessen Zivildaten veröffentlicht worden sind, in Militärurlaub war. Er hat es in dem syrischen Fernsehen erklärt, wo er behauptete, sein Land gegen ausländische Söldner verteidigen zu wollen.

Oder noch diese Satellitensender, die versucht haben mehrere syrische Personalitäten als Profiteure darzustellen, nach dem Muster der Schwiegerfamilie von Ben-Ali. Sie haben ihre Kritik auf Rami Makhlouf konzentriert, den reichsten Mann des Landes, der ein Vetter vom Präsident el-Assad ist. Sie haben vorgegeben dass er, nach tunesischem Muster, Anteile von allen ausländischen Firmen, die sich im Lande einrichten wollten, gefordert hätte. Dies ist vollkommen unbegründet und unvorstellbar im syrischen Zusammenhang. In Wirklichkeit hat Rami Makhlouf das Vertrauen von Präsident el-Assad benützt um die Konzession für Mobiltelephonie zu erhalten. Und, so wie alle jene die solche Konzessionen in der Welt bekommen haben, ist er Milliardär geworden. Die wirkliche Frage ist zu wissen ob er ja oder nein aus der Situation Vorteile herausgeschlagen hat auf Kosten seiner Kunden. Die Antwort ist nein: Syriatel bietet die billigsten Mobiltelephontarife der Welt an!

Wie es auch immer sei, die Spitze der Lügen gehört Al-Jazeera. Der Qatarische Sender hat es bis dahin getrieben, Bilder zu zeigen von einer Demonstration mit 40000 Moskauern, die den Einhalt der russischen Hilfe für Syrien verlangten. Es handelte sich in Wirklichkeit um Bilder die auf der jährlichen 1. Mai Demonstration gedreht waren, in die der Sender Schauspieler eingeschleust hatte um falsche Mikrointerviews zu machen.

Die Neuordnung der Netze des Prinzen Bandar
und der Obama-Administration

Die konter-revolutionäre Vorrichtung der Sudairi stößt auf eine Schwierigkeit: bis jetzt kämpften die Söldner des Prinzen Bandar unter der Flagge von Oussama Ben Laden, sei es in Afghanistan, in Bosnien, in Tschetschenien oder anderswo. Am Anfang als Anti-Kommunist betrachtet, war Ben Laden allmählich anti-occidental geworden. Seine Bewegung war durch die Zivilisations-clash-theorie gezeichnet, von Bernard Lewis verkündet und von seinem Schüler Samuel Huntington verbreitet. Sie hatte ihre besten Stunden des Ruhmes mit den 11. September-Attentaten und dem Krieg gegen den Terrorismus: Die Bandar Männer verübten Aufruhr überall da, wo die USA einzugreifen suchten.

In der derzeitigen Periode ist es notwendig das Bild der Djihadisten zu ändern. Von nun an sind sie eingeladen auf Seiten der NATO zu kämpfen, wie sie einst auf Seiten der CIA in Afghanistan gegen die Rote Armee gekämpft haben. Es ziemt sich daher auf den ehemaligen pro-occidentalen Kurs zurückzukommen und ihm eine andere Substanz als den Anti-Kommunismus zu finden. Das wird die ideologische Arbeit des Scheich Youssef Al-Qardawi werden.

Um diese relookage zu erleichtern hat Washington den offiziellen Tod von Oussama Ben Laden verkündet. Diese Schutzfigur einmal verschwunden, können die Söldner von Prinz Bandar unter einer neuen Flagge mobilisiert werden.

Diese Neuverteilung der Rollen ist von einem Musiksesselspiel in Washington begleitet. Der General David Petraeus der, als Kommandant des Centcom, mit den Männern von Bandar im Nahen-Osten aushandeln sollte, wird Direktor der CIA. Man muss daher einen beschleunigten Rückzug der NATO-Truppen von Afghanistan und einen stärkeren Einsatz der Bandar Leute in geheimen Operationen der CIA erwarten. Leon Panetta, der Ex-Direktor der CIA wird Verteidigungssekretär. Gemäß des internen Vertrages der führenden Klasse der Vereinigten Staaten, müsste dieser Posten einem Mitglied der Baker-Hamilton Kommission reserviert sein. Nun war der Demokrat Panetta - sowie der Republikaner Gates – eines ihrer Mitglieder. Im Falle neuer Kriege sollte er Entfaltungen am Boden möglichst vermeiden, abgesehen von Spezialkräften.

In Riyad und Washington bereitet man schon die Sterbeurkunde des „arabischen Frühlings“ vor. Die Sudairi können vom Nahen-Osten sagen, was der Gepard von Italien sagte: „ Es muss sich alles ändern damit sich nichts ändert und wir die Herren bleiben“.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Komsomolskaïa Pravda (Russland)

[Ende April geschrieben, wurde der Text in seiner französischen (und deutschen) Fassung ergänzt um den neuesten Ereignissen gerecht zu werden.]

Thierry Meyssan

Thierry Meyssan Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

 
15 Jahre Verbrechen
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Vom 10. September 2001 bis heute
 
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