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Syrien: das CNAS bevorzugt den Status quo

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« Le galant en eut fait volontiers un repas ;
Mais comme il n’y pouvait point atteindre :
"Ils sont trop verts, dit-il, et bons pour des goujats"
 »
Jean de La Fontaine, Le Renard et les raisins
("Der Galante hätte in der Tat daraus eine Mahlzeit gemacht; Aber da er sie nicht erreichen konnte:" sie sind zu grün sagte-er und gut für einen Grobian“ Jean De La Fontaine, Der Fuchs und die Trauben)

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Das Center for A New American Security (CNAS) veröffentlicht eine Studie über die möglichen Entwicklungen in Syrien und die Art und Weise, die amerikanischen und israelischen Interessen, entsprechend der verschiedenen möglichen Szenarien, zu verteidigen. Angesichts des beträchtlichen Einflusses insbesondere des CNAS auf die Obama Verwaltung im Allgemeinen und auf das aktuelle Pentagon, verdient diese Studie besondere Aufmerksamkeit.

Die Autorin Melissa G. Dalton basiert sich auf die von der Wirklichkeit entfernte Medien-Version der Ereignisse (eine von einem Diktator unterdrückte Revolution des "arabischen Frühlings"). Darüber hinaus werden in ihrer Studie die kulturgeschichtlichen Besonderheiten Syriens ignoriert. Schließlich, und was am wichtigsten ist, sagt sie kein Wort von der regionalen Strategie (Umbau des erweiterten Nahen Ostens) und der globalen Strategie (Öl kontrollieren) der Vereinigten Staaten. Doch kennt sie Syrien genau, wo sie lebte, und im Namen des militärischen US-Nachrichtendienstes (DIA) alles mit der Lupe angesehen hat. Daher sollte diese Studie nicht als eine Analyse der bestehenden Kräfte angenommen werden, sondern als ein Vorgriff auf die Anpassungen, die die offizielle Rhetorik gezwungen sein könnte, anzunehmen.

Fünf Szenarien werden untersucht:
- Tod von Baschar Al-Assad, gefolgt von einer Phase der Instabilität;
-  Übertragung der Macht an die Opposition (durch ausländische Intervention oder Militärputsch);
- Machtübernahme durch die Opposition;
- el-Assad  bleibt an der Macht;
- sektiererischer Krieg.

Das Interesse dieses Dokuments besteht darin, dass es aus dem Verbleib von einem geschwächten Präsidenten Al-Assad an der Macht, das am wenigsten schlechte Ergebnis für Washington und Tel Aviv macht. Daher versteht man, dass das CNAS, das implizit das Scheitern der Versuche eines Regimewechsels zur Kenntnis nimmt, versucht, den drohenden US-Rückzug zu rechtfertigen.

Asad Under Fire ; Five Scenarios for the Future of Syria, von Melissa G. Dalton. Center for A New American Security. September 2012 (14 pp., 1,2 Mo).

Übersetzung
Horst Frohlich

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons

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