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Warum die US-Staatsbürger die selbst-unterhaltenden Kriege ihres Landes beenden müssen

Mit Hilfe von historischen Beispielen prangert Peter Dale Scott die Widersprüche und die perversen Auswirkungen des ’Krieges gegen den Terror’ an. Dieser fügt der Unsicherheit Instabilität hinzu und erhöht die Anzahl der Terroristen, die er vorgibt zu bekämpfen.

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Die dringendste politische Herausforderung der Welt ist heute zu verhindern, dass die sogenannte „Pax Americana“ allmählich zu einem wichtigen globalen Konflikt degeneriert, wie es im neunzehnten Jahrhundert während der so genannten "Pax Britannica" der Fall war. Ich verwende das Adjektiv "sogenannt", weil jede dieser "Pax" in einem späteren Stadium immer weniger friedlich und geordnet wurde und zunehmend sich auf die Auferlegung einer konkurrierenden, kriegstreiberischen und in der Essenz ungleichen Macht konzentrierte.

Es mag vermessen klingen, die Verhinderung dieses Krieges als ein erreichbares Ziel zu betrachten. Dennoch sind Maßnahmen, um dies zu erreichen, bei weitem nicht unmöglich hier in die Vereinigten Staaten. Dazu brauchen wir keine neue, radikale und nie da gewesene Politik, sondern eine realistische und kritische Neubewertung der zwei vor kurzem eingeführten Richtlinien - die diskreditiert wurden und sich als kontraproduktiv erwiesen -. Man sollte sich nach und nach davon lösen.

Ich nehme vor allem Bezug auf den von den Vereinigten Staaten geführten sogenannten "Krieg gegen den Terror". In diesem Land wird die in- und ausländische Politik zunehmend durch einen Krieg gegen den Terrorismus verändert, die kontraproduktiv ist, da sie nämlich die Anzahl der Autoren und Opfer von Terroranschlägen erhöht. Sie ist auch zutiefst unehrlich, da wir wissen, dass die Politik von Washington tatsächlich dazu beiträgt, die Dschihadisten zu finanzieren und zu bewaffnen, die normalerweise Feinde sein sollen.

Vor allem ist der "Krieg gegen den Terror" selbst-unterhaltend, weil er mehr Terroristen erzeugt, als er eliminiert, wie viele Experten schon warnten. Und er wurde untrennbar mit dem "Krieg gegen Drogen" verwickelt, dem vorigen, auch selbst-unterhaltenden und für die USA aussichtlosen Krieg.

Tatsächlich sind diese zwei selbst-unterhaltenden Kriege heute nur mehr ein einziger. Durch die Einführung des "War on Drugs" haben die Vereinigten Staaten einen Parallel-Staat voll Terror in Kolumbien organisiert (AUC genannt, für „Autodefensa Unida de Colombia“ [Selbstverteidigungskräfte von Kolumbien]), sowie eine noch blutigere Schreckens-Herrschaft in Mexiko (mit 50.000 Tötungen in diesen letzten sechs Jahren). [1] Mit dem Beginn eines "Krieg gegen den Terror" im Jahr 2001 in Afghanistan, haben die Vereinigten Staaten erreicht, die Produktion von Opium in diesem Land zu verdoppeln, das die Quelle von 90 % des weltweiten Heroins und des größten Gesamtanteils von Haschisch geworden ist. [2]

Die US-Staatsbürger sollten sich bewusst werden, dass die Drogenproduktion systematisch dort steigt, wo ihr Land militärisch interveniert - in Südostasien in den 1950er und 1960er Jahren, in Kolumbien und dann in Afghanistan -. (Der Opium-Anbau erhöhte sich auch im Irak nach der Invasion des Landes durch die US-Armee im Jahr 2003 [3] Und das Gegenteil gilt auch: die Drogen Produktion sinkt dort, wo die USA ihre militärischen Interventionen beenden, insbesondere in Asien seit den 1970er Jahren. [4]

Die zwei selbst-unterhaltenden Kriege der Vereinigten Staaten sind für private Interessen lukrativ, welche lobben, damit sie weiterandauern. [5] ] Zur gleichen Zeit tragen sie beide dazu bei, die Unsicherheit und Instabilität in Amerika und in der Welt zu verstärken.

Somit degeneriert die Neue Weltordnung der Vereinigten Staaten in einer paradoxen Dialektik mehr und mehr in eine Neue Weltunordnung le Nouvel Ordre Mondial des États-Unis dégénère progressivement vers un Nouveau Désordre Mondial. Darüber hinaus wird der nationale Sicherheitsstaat, obwohl scheinbar unbesiegbar, von Problemen, von Armut, Ungleichheit der Einkommen und Drogen befallen und wird allmählich ein durch institutionelle Blockaden gelähmter Staat der nationalen Unsicherheit.

Mit der Analogie der britischen Fehler vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts ist das Ziel dieser Arbeit, die Förderung einer schrittweisen Rückkehr zu einer stabileren und gerechteren Weltordnung durch eine Reihe konkreter Maßnahmen, wovon manche in Etappen umgesetzt werden würden. Indem ich als Beispiel den Rückgang von Großbritannien verwende, hoffe ich nachzuweisen, dass die Lösung nicht von dem aktuellen, auf politischen Parteien zentrierten System, sondern nur von ihm nicht-zugehörigen Menschen kommen kann.

Die Torheiten der Pax Britannica am Ende des neunzehnten Jahrhunderts

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Die allerletzten Fehler der britischen imperialen Herrscher sind besonders lehrreich, um heute unsere schwierige Situation zu verstehen. In beiden Fällen führte ein Übermaß an Macht in Bezug auf die wahren, defensiven Bedürfnisse zu immer ungerechteren und kontraproduktiveren Erweiterungen des Einflusses. Meine Analyse in den folgenden Absätzen ist eindeutig negativ. In der Tat, übersieht sie die positiven Errungenschaften des imperialen Systems in den Bereichen von Gesundheit und Bildung im Ausland. Die Konsolidierung der britischen Macht führte allerdings zu einer Verarmung früher erfolgreicher Nationen wie Indien. Sie führte auch zu einer Verarmung der Arbeiter in Großbritannien. [6]

Wie Kevin Phillips gezeigt hat, war einer der Hauptgründe für dieses Phänomen die zunehmende Verlagerung der britischen Investitionen und Produktionskapazität:

„Damit wandelte sich Großbritannien, in Umständen ähnlich denen der Vereinigten Staaten in den 1980er Jahren und den meisten der 90er Jahre - auf der einen Seite ein Zusammenbruch der Lohnhöhe (ausgenommen Führungspositionen), und von einem Rückgang der Grundstoffindustrie begleitet; und an der Spitze der Leiter, ein goldenes Zeitalter für Banken, Finanz- und Wertpapiere, erzeugt ein starker Anstieg den Anteil des Einkommens durch die Investition, sowie einen beeindruckenden Prozentsatz der Gewinne und Ressourcen, die sich auf das oberste Perzentil beschränken -.“  [7]

Die Gefahren des wachsenden Ungleichheiten in Einkommen und Vermögen wurden leicht in dieser Zeit erkannt, vor allem durch die jungen Politiker Winston Churchill . [8] Aber nur eine Minderheit hatte die aufschlussreiche Analyse von John A. Hobson in seinem Buch Imperialismus (1902) bemerkt. So erstelle das unmäßige Gewinnstreben - wegen dem Kapitalexport ins Ausland— ein Bedürfnis für ein überdimensioniertes Verteidigungssystem, um dieses System zu schützen. Im Ausland wären die Folgen dieses Phänomens umfangreiche und brutale Verwendung der britischen Armeen. Hobson definiert den Imperialismus seiner Zeit, der seiner Meinung nach schon um 1870 begann, als „Schwächung [...] des authentischen Nationalismus, durch Versuche, unsere natürlichen Uferlinien zu überschreiten und nah oder weit entfernte Gebiete zu absorbieren, wo widerspenstige und nicht assimilierbare Völker leben.“ [9]

Wie Sir John Robert Seeley, ein Historiker Großbritanniens, 1883 geschrieben hatte, könnte man von dem britischen Empire sagen, dass es „aus Versehen“ erworben wurde (’in a fit of absence of mind’). Aber man könnte das nicht über die Erfolge von Cecil Rhodes in Afrika sagen. Einer der ersten Ursachen der britischen Ausdehnung war die schlechte Verteilung des Reichtums, und sie wurde auch eine unvermeidliche Folge. Der größte Teil des Buches von Hobson griff die westliche Ausbeutung der dritten Welt an, besonders in Afrika und Asien. [10] Er wiederholte damit die Beschreibung von Thukydides, „wie Athen aus Gier ohne Grenzen (Pleonexia) besiegt wurde, als es seine unnötige Expedition nach Sizilien unternahm, ein Wahnsinn, der an jenen von den Vereinigten Staaten im Irak und Vietnam [sowie Großbritannien in Afghanistan und Transvaal] erinnert. Thukydides hat diesen Wahnsinn den rasanten Veränderungen von Athen nach dem Tod von Perikles und insbesondere dem Aufstieg einer räuberischen Oligarchie zugeschrieben“. [11]

Sowohl der Höhepunkt als auch der Anfang des Untergangs des britischen Imperiums kann in den 1850er Jahren situiert werden. In diesem Jahrzehnt gründete London die direkte Kontrolle über Indien, ersetzte damit die East India Company, die lediglich eine Funktion der Ausbeutung hatte.

Aber im gleichen Jahrzehnt sprach sich Großbritannien mit dem offen expansionistischen Frankreich von Napoleon III. (und mit dem Osmanischen Reich) ab, über seine feindlichen Ziele gegen den Status von Russland im Heiligen Land. Obwohl Großbritannien Sieger des Krim-Krieges wurde, haben Historiker seither diesen Sieg als eine der Hauptursachen für den Bruch des Gleichgewichtes der Kräfte gehalten, die in Europa seit dem Wiener Kongress 1815 vorherrschten. Also, war das Vermächtnis dieses Krieges für Großbritannien wohl eine effizientere und modernisierte Armee, aber eine gefährlichere und instabilere Welt. (In Zukunft könnten möglicherweise die Historiker beurteilen, ob das Libysche Abenteuer der NATO im Jahr 2011 für das Ende der Entspannungspolitik zwischen den USA und Russland eine vergleichbare Rolle gespielt hat.)

Der Krim-Krieg sah auch die Entstehung, was vielleicht die erste wichtige Anti-Kriegs-Bewegung in Großbritannien war, obwohl er vor allem bekannt ist, weil er den aktiven politischen Rollen ihrer wichtigsten Führer, John Codben und John Bright, ein Ende gesetzt hat. [12] In kurzer Zeit radikalisierten sich Regierungen und Führer von Großbritannien stark rechts. Dies führte beispielsweise zur Bombardierung von Alexandrien durch Gladstone 1882, um Schulden einzutreiben, die die Ägypter bei privaten britischen Investoren gemacht hatten.

Beim Lesen der wirtschaftlichen Analyse von Hobson im Lichte der Schriften des Thukydides, können wir über den moralischen, durch eine britische Macht ohne Einschränkungen ermutigten Faktor der übermäßigen Gier (Pleonexia) nachdenken. Die Entdeckung von kolossalen Goldreserven 1886 in der Republik Boer von Transvaal, die nominell unabhängig war, erregte die Aufmerksamkeit von Cecil Rhodes - letzterer hatte sich bereits durch Bergbau- und Diamant-Konzessionen, die er im Matabeleland unredlich erworben hatte, bereichert-. Rhodes sah da eine Gelegenheit, die Goldfelder in Transvaal nach dem Sturz der Boer-Regierung mit Unterstützung von den uitlanders (Ausländern, vor allem Briten, die in diese Region strömten) zu beschlagnahmen.

1895, nach dem Scheitern seines unter Einbeziehung der uitlanders unterstützten Spielchens, unternahm Cecil Rhodes, in seiner Funktion als Premierminister der britischen Kap-Kolonie direkt eine Invasion in Transvaal, als Jameson-Überfall bekannt – mit einer zusammengewürfelten, aus Mitgliedern der berittenen Polizei und freiwilligen Söldnern bestehenden Gruppe -. Dieser Überfall, führte nicht nur zum Scheitern, sondern auch zu einem handfesten Skandal: Rhodes musste von seinem Amt als Premierminister zurücktreten und sein Bruder wurde inhaftiert. Details vom Jameson-Überfall und vom Burenkrieg, der durch diesen Vorgang entstanden ist, sind zu komplex, um hier angesprochen zu werden. Aber das Endergebnis ist, dass am Ende dieses Krieges Cecil Rhodes die meisten Goldfelder in Besitz genommen hat.

Der nächste Schritt in der von Rhodes reichlich finanzierten Expansionspolitik war seine Vision einer Eisenbahn zwischen Kapstadt und Kairo, die durch die von Großbritannien kontrollierten Kolonien gegangen wäre. Wie wir in einigen Zeilen erfahren werden, erzeugte dieses Projekt ein konkurrierendes französisches Projekt einer Eisenbahn "Ost-West", das eine erste Serie von durch den imperialen Wettbewerb angeheizten Krisen auslöste. Allmählich verstärkten sich diese Krisen und führten zum ersten Weltkrieg.

Nach Carroll Quigley gründete Cecil Rhodes eine geheime Gesellschaft, deren Hauptziel eine breitere Expansion des britischen Empire war. Die Round Table (runder Tisch) Gesellschaft war ein Ableger, und schuf wiederum das Königliche Institut für internationale Beziehungen (RIIA Royal Institute of International Affairs). 1917 trugen einige Mitglieder der American Round Table auch dazu bei, um die Schwester-Organisation des RIIA, das Council of Foreign Relations in New York (CFR für Rat für auswärtige Beziehungen) zu gründen.  [13]

Einige Analysten fanden, dass das Argument von Carroll Quigley übertrieben war. Jedoch, ob man nun mit dem letzteren übereinstimmt oder nicht, sehen wir eine Kontinuität zwischen der expansionistischen Gier von Cecil Rhodes in Afrika der 1890er Jahre und jene der britischen und US-Öl-Unternehmen der Nachkriegszeit, als Putsche im Iran (1953), in Indonesien (1965) und Kambodscha (1970) vom CFR unterstützt wurden. [14] In allen diesen Beispielen brachte die private Gier (obwohl sie eher von Unternehmen statt von Privatpersonen kam) staatliche Gewalt und/oder Krieg als Methode der öffentlichen Politik. Es führte zu Bereicherung und Stärkung der Privatunternehmen im Schoss der, was ich die US-Kriegsmaschine genannt habe la Machine de guerre américaine , ein Vorgang, der die Institutionen die das allgemeine Interesse darstellen, schwächt.

Mein zentrales Argument ist, dass, wie vorauszusehen war, die fortschreitende Entwicklung der Marine und der britischen Truppen eine Wiederaufrüstung bei den anderen Mächten verursachte, vor allem in Frankreich und Deutschland; und diese Entwicklung hat den ersten Weltkrieg (wie auch den zweiten) unvermeidlich gemacht. Im Nachhinein ist es nicht schwer zu bemerken, dass diese Verstärkung des Militäraufwandes, auf katastrophale Weise nicht zur Sicherheit, sondern zur gefährlichen Unsicherheit - nicht nur für die Imperialen Mächte, sondern auch für die ganze Welt - beigetragen hat. Da die globale Vorherrschaft der Vereinigten Staaten die des britischen Empires auf seinem Höhepunkt jetzt übertrifft, haben wir, bis jetzt, vergleichbare Auswirkungen in den wettbewerbsfähigen Ambitionen anderer Staaten nicht beobachtet; dennoch beginnt man eine Zunahme der heftigen Reaktionen von zunehmend unterdrückten Völkern (oder was die Medien "Terrorismus" nennen) zu spüren.

Rückblickend können wir auch sehen, dass die zunehmende Verarmung von Indien und anderen Kolonien die Tatsache gewährleistet, dass das britische Empire immer instabiler wurde, und dass es letztlich zum Verschwinden verurteilt war. Dies erschien zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar; und im neunzehnten Jahrhundert, im Vergleich zu heute, stellten wenige Briten, außer John A. Hobson, die politischen Entscheidungen in Frage, die ihr Land von der langen Depression der 1870er Jahre bis zum "Wettlauf um Afrika" und zu dem entsprechenden Rüstungswettlauf geführt haben. [15] Aber, wenn man heute diese Entscheidungen betrachtet, kann man nur erstaunt sein über die Begrenztheit des Geistes, Dummheit und Kurzsichtigkeit der sogenannten Staatsmänner jener Zeit. Die absurden, aber alarmierenden Krisen, die ihre Entscheidungen in fernen Ländern Afrikas, wie bei Faschoda (1898) und Agadir (1911) geschaffen haben, stärken diese Idee. [16]

Aber, wenn man heute diese Entscheidungen betrachtet, kann man nur erstaunt sein über die Begrenztheit des Geistes, Dummheit und Kurzsichtigkeit der sogenannten Staatsmänner jener Zeit. Die absurden, aber alarmierenden Krisen, die ihre Entscheidungen in fernen Ländern Afrikas, wie bei Faschoda (1898) und Agadir (1911) geschaffen haben, stärken diese Idee. [17] Während dem "Putsch von Agadir" (oder Panzersprung), war die provokative Ankunft des Kanonenbootes Panzer in der marokkanischen Stadt eine dumme Idee eines Sekretärs für auswärtige Angelegenheiten; seine wichtigste Folge war, die anglo-französische Entente zu festigen, und trug so zur Niederlage Deutschlands während des ersten Weltkriegs bei. [18]

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Pax Americana im Licht der Pax Britannica

Die Welt ist nicht verurteilt, die Tragödie eines Weltkrieges zum Zeitpunkt der Pax Americana zu wiederholen. Die wechselseitige globale Abhängigkeit und vor allem, die Kommunikation, haben deutliche Verbesserung erfahren. Wir haben das Wissen, die Fähigkeit und die Motivation, die historischen Prozesse mit mehr Kontrolle als vorher zu verstehen. Im Wesentlichen wird es für eine globale Minderheit immer deutlicher, dass der Hyper-Militarismus der USA, durch Sicherheitsgründe gerechtfertigt, tatsächlich eine Bedrohung für die Sicherheit dieses Landes und der ganzen Welt wird. In der Tat löst dieser Falken-Trend immer weitere, größere Kriege aus - was an den britischen Hyper-Militarismus des neunzehnten Jahrhunderts erinnert -.

In der Mitte dieses wachsenden globalen Ungleichgewichts gibt es einen Grund für Trost für das Volk der Vereinigten Staaten. Da die Ursachen der globalen Unsicherheit zunehmend in ihrem Land zu finden sind, befinden sich die Abhilfen für dieses Problem auch dort. Mehr als ihre britischen Vorgänger, und im Gegensatz zu den anderen Völkern heute, haben die Bürger der Vereinigten Staaten die Möglichkeit, globale Spannungen zu verringern und zu einer internationalen gerechteren Welt zu tendieren. Natürlich kann niemand vorhersagen, ob eine solche Restaurierung erreicht werden kann. Jedoch zeigen das katastrophale Ende der Pax Britannica und die immer schwerere Last, die die US-Bürger aushalten müssen, dass sie notwendig ist. In der Tat trägt die einseitige Expansionspolitik ihres Landes, wie einst jene von Großbritannien, dazu bei, die Abkommen und internationalen Rechtsvereinbarungen zu brechen, die seit Jahrzehnten eine relative Stabilität gebracht haben...vor allem jene der UN-Charta.

Es muss klar gesagt werden, dass die aktuelle Stärkung des Militärapparates der Vereinigten Staaten die Hauptursache für das globale Aufrüsten ist. Dies erinnert besorgniserregend an das Waffenwettrennen der britischen Militär-Industrie, das zu dem Putsch von Agadir 1911 führte und kurz darauf zum ersten Weltkrieg. Das aktuelle Aufrüsten kann jedoch nicht als "Wettrüsten" beschrieben werden. In der Tat, dominieren die USA und ihrer NATO-Partner, - deren Politik kompatible Waffen erfordert- derart den militärischen Markt, dass der Waffenhandel von Russland und China im Vergleich dazu lächerlich erscheint:

"Im Jahr 2010 [...] behielten die Vereinigten Staaten ihre marktbeherrschende Stellung in der globalen Rüstungsmesse bei, unterzeichneten für 21,3 Milliarden US-Dollar Waffen-Export d.h. 52,7 % [des internationalen Marktes] [...].

Russland nahm die zweite Position ein, mit einem Waffenverkauf von 7,8 Milliarden im Jahr 2010 oder 19.3 % des Marktes, im Vergleich zu 12,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009. In Bezug auf Umsatz, finden wir hinter den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation, Frankreich, Großbritannien, China, Deutschland und Italien. »  [19]

Ein Jahr später hatte sich das Ausmaß der absoluten Hegemonie der Vereinigten Staaten in Rüstungsexporten mehr als verdoppelt und bedeutete 79 % der globalen Waffenverkäufe:

« Im vergangenen Jahr belief sich der US-Waffenexport auf 66,3 Milliarden $, d.h. mehr als drei Viertel des auf 85,3 Milliarden in 2011 geschätzten Rüstung-Weltmarkts. Obwohl an zweiter Stelle, stand Russland jedoch weit zurück, mit seinem 4,8 Milliarden Umsatz. »  [20]

Aber was ist nun die Haupttätigkeit der NATO, die Waffen erfordert? Nicht die Verteidigung gegen Russland, sondern die Unterstützung der Vereinigten Staaten für ihre selbst-unterhaltenden Kriege gegen den Terrorismus, in Afghanistan und wie einst im Irak. Der "Krieg gegen den Terror" sollte gesehen werden, wie er wirklich ist: ein Vorwand, um eine gefährlich hypertrophierte US-Armee beizubehalten, durch eine unfaire Ausübung der Macht, die sich als immer unsicherer erweist.

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Mit anderen Worten sind die Vereinigten Staaten heute bei weitem das erste Land, das die Welt mit Waffen überschwemmt. Die Bürger dieses Landes müssen eine Neubewertung dieses Faktors für die Verschärfung der Armut und Unsicherheit verlangen. Wir dürfen nicht die berühmte Warnung von Eisenhower aus 1953 vergessen, dass „jede Waffe, die gemacht wird, jedes bereitgestellte Kriegsschiff, jede abgeschossene Rakete - im letzten Sinn - Diebstahl verübt gegen diejenigen, die hungrig sind und die sich nicht ernähren können, gegen diejenigen, denen kalt ist und die sich nicht bekleiden können.“ [21]

Es ist notwendig, daran zu erinnern, dass Präsident Kennedy in seiner Rede vom 10. Juni 1963 in der American University eine Friedensaussicht skizzierte, die nicht explizit "eine der Welt mit amerikanischen Kriegs-Waffen aufgezwungene Pax Americana ist ". [22] Obwohl nur von kurzer Dauer, war seine Vision weise. Sechzig Jahre nach der Entstehung des US-Sicherheitssystems – der so genannten Pax Americana -, befinden sich die USA selbst in einer von zunehmender Paranoia geprägten Situation der psychologischen Unsicherheit. Die traditionellen Merkmale der amerikanischen Kultur, wie die Achtung des Völkerrechtes und des Habeas Corpus, sind wegen einer angeblichen terroristischen Bedrohung aufgegeben worden, die jedoch weitgehend von den Vereinigten Staaten selbst geschaffen wurde. Und man kann dieses Phänomen in dem Land sowie auch im Ausland beobachten.

Die geheime Allianz zwischen den USA und Saudi-Arabien und der "Krieg gegen den Terror".

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Von den 66,3 Milliarden Dollar US-Waffenexporten im Jahr 2011 war mehr als die Hälfte für Saudi-Arabien gedacht, was $ 33,4 Milliarden darstellte. Diese Verkäufe enthalten Dutzende Apache und Black Hawk Hubschrauber, die, laut New York Times, für Saudi-Arabien zur Verteidigung gegen den Iran notwendig sind. Dennoch entsprechen sie eher der zunehmenden Einbeziehung dieses Landes in asymmetrische und aggressive Kriege (z. B. Syrien). [23]

Diese Waffenverkäufe an Saudi-Arabien waren nicht zufällig; sie sind das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den beiden Ländern, um den mit US-Dollar bezahlten Zustrom für saudisches Öl zu kompensieren. Während der Ölkrisen von 1971 und 1973 trafen Präsident Nixon und Henry Kissinger ein Abkommen mit Iran [des Shahs] und Saudi-Arabien, das gestattete, Rohöl zu viel höheren Preisen zu verkaufen, aber nur unter der Bedingung, dass diese beiden Länder ihre Petro-Dollar hauptsächlich für US-Waffen Käufe wiederverwenden. [24]

 [25] Die Rabita (oder islamische Welt Liga), welche durch die saudische königliche Familie ins Leben gerufen und stark gefördert wurde, hat einen Treffpunkt für Internationale Begegnungen der weltweit tätigen Salafisten bereitgestellt, einschließlich einiger Führer von al-Kaida. [26]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der durch das Verhältnis zwischen den USA und Saudi-Arabien entstandene Reichtum genauso viel die rund um die Welt kriegsbetreibenden al-Kaida Dschihadisten finanziert, als die selbst-unterhaltenden, von den US-Streitkräften gegen sie geführten Kriege. Daraus folgt eine wachsende Militarisierung, im Ausland wie in den USA, in dem Masse, wo neue Fronten in dem sogenannten „Krieg gegen den Terror“ in ehemals friedlichen Gebieten erscheinen, wie in Mali – eine ursprünglich vorhersehbare Entwicklung -.

Die Medien neigen meist dazu, den "Krieg gegen den Terror" als Konflikt zwischen legitimen Regierungen und islamisch fundamentalistischen, friedensfeindlichen Fanatikern darzustellen. In der Tat arbeiten jedoch die meisten Länder regelmäßig mit denselben Kräften, die sie bei anderen Gelegenheiten bekämpfen, und zwar schon seit Langem. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien machen keine Ausnahme.

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Heute wird die Außenpolitik der Vereinigten Staaten immer chaotischer, vor allem ihre Geheimoperationen. In gewissen Ländern, insbesondere in Afghanistan, bekämpfen die Vereinigten Staaten Dschihadisten, die die CIA in den 1980er Jahren unterstützt hatte, und die noch von der Unterstützung unserer nominellen Verbündeten, Saudi-Arabien und Pakistan profitieren. In anderen Ländern, wie in Libyen, gaben die Vereinigten Staaten ihren Schutz und ihre indirekte Unterstützung für die gleiche Art von Islamisten. Es gibt auch Länder, wie besonders der Kosovo, in dem die Vereinigten Staaten dazu beigetragen haben, um die Fundamentalisten an die Macht zu bringen. [27]

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Im Jemen haben die US-Behörden erlaubt, dass ihre Kunden Dschihadisten unterstützen. Wie der Universitätslehrer Christopher Boucek vor ein paar Jahren in einer Rede vor der Carnegie Endowment of International Peace Foundation berichtete:

"Der islamistische Extremismus in Jemen ist das Ergebnis eines langen und komplexen Prozesses. In den 1980er Jahren nahm eine große Anzahl von Jemeniten am antisowjetischen Dschihad in Afghanistan Teil. Nach dem Ende der sowjetischen Besatzung ermutigte die jemenitische Regierung ihre Bürger zurückzukehren und erlaubte auch ausländischen Veteranen sich im Jemen niederzulassen. Die meisten dieser afghanischen Araber wurden vom Regime kooptiert und in verschiedenen Sicherheitsverwaltungen des Staates eingegliedert.“

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Mitglieder der Al-Kaida im Jemen

„Diese Art von Kooptation wurde auch zum Wohle von Leuten geübt, die von der Regierung des Jemen nach den Terroranschlägen vom 11. September inhaftiert wurden. Ab 1993, in einem jetzt freigegeben Geheimdienst-Bericht, vermerkte das amerikanische Außenministerium, dass Jemen für viele Kämpfer, die Afghanistan verlassen haben, ein wichtiger Unterschlupf geworden ist. Dieser Bericht versicherte auch, dass die jemenitische Regierung entweder nicht bereitwillig oder nicht in der Lage war, ihre Aktivitäten einzuschränken. In den 80er und 90er Jahren wurden der Islamismus und die daraus folgenden Aktivitäten vom Regime benützt, um die inländischen Gegner zu eliminieren. Auf der anderen Seite bekämpften während des Bürgerkrieges 1994 die Islamisten die Kräfte des Südens.“  [28]

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Im März 2011 beobachtete der gleiche Universitätslehrer, dass der US-Krieg gegen den Terrorismus als Resultat eine unpopuläre Regierung unterstützt habe und ihr damit erspart habe, die notwendigen Reformen einzuleiten:

"Nun, ich denke was unsere Politik im Jemen betrifft, - sie konzentrierte sich ausschließlich auf Terrorismus- und auf den Terrorismus und die Sicherheit und al-Kaida auf der arabischen Halbinsel [AQAP], alles andere fast ausgenommen. Ich denke trotz allem, was - was die Leute in der Verwaltung sagen, dass wir auf den Terrorismus ausgerichtet sind-. Wir haben unsere Aufmerksamkeit nicht auf die systemischen Herausforderungen des Jemens konzentriert: Arbeitslosigkeit, Missbrauch in der Regierungsführung, Korruption. Ich denke, das sind die Faktoren, die zum Zusammenbruch des Staates führen werden. Es ist nicht die AQAP. […] Jedermann in Jemen sieht, dass wir auf Kosten der jemenitischen Bevölkerung [diese] Regime unterstützen. »  [29]

Härter ausgedrückt, ist der "Krieg gegen den Terror" der USA einer der wichtigsten Gründe, warum der Jemen, wie andere Staaten, unterentwickelt und ein fruchtbarer Boden für den Dschihad-Terrorismus bleibt.

Aber die Außenpolitik der Vereinigten Staaten, in den Sicherheits-Gebieten, ist nicht die einzige, die zur jemenitischen Krise beiträgt. Saudi-Arabien hat ein Interesse an der Stärkung des Dschihad Einflusses im republikanischen Jemen. Dies war der Fall seit den 1960er Jahren, als die saudische Königsfamilie sich konservativer Stämme der Hügeln im Norden des Jemen bediente, um einen Angriff durch die jemenitische Regierung - republikanisch und von Nasser unterstützt -, auf das südliche Saudi-Arabien zurückzustoßen.  [30]

Diese Machenschaften der einzelnen Regierungen und ihrer Geheimdienste können Situationen einer undurchdringlichen Finsternis schaffen. Z. B. wie Senator John Kerry berichtete, einer der wichtigsten Führer der al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) "ist Bürger von Saudi-Arabien, wurde im November 2007 [nachdem er in Guantànamo eingesperrt war] nach Saudi Arabien repatriiert, und unternahm dann radikale Aktivitäten [im Jemen] nach Abschluss eines Rehabilitations-Kurses in seinem Land." [31]

Wie andere Nationen können die Vereinigten Staaten dazu kommen, mit den Dschihadisten von al-Kaida Pakte zu schließen, um ihnen zu helfen, in ausländischen Bereichen von gemeinsamem Interesse, wie z. B. in Bosnien, zu kämpfen. Die Bedingung dieser Zusammenarbeit ist, dass diese Terroristen sich nicht gegen sie zurückwenden. Diese Praxis trug eindeutig zu dem Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993 bei, als mindestens zwei seiner Autoren vor ihrer Verhaftung geschützt wurden. Sie wurden so von den amerikanischen Behörden geschützt, weil sie an einem Programm des al Kifah Brooklyn Zentrums teilnahmen, das darauf abzielte, die Islamisten für den Krieg in Bosnien vorzubereiten. 1994, in Kanada, gewährleistete das FBI die Freisetzung von Ali Mohamed, Doppelagent der Vereinigten Staaten und al-Kaida, der im al Kifah Zentrum tätig war. Kurz danach ging Mohamed nach Kenia, wo er, nach dem Bericht des Ausschusses über den 11. September, "die Organisatoren des Angriffs auf die Botschaft der USA in Nairobi 1998 „leitete". [32]

Saudi-Arabiens Unterstützung der Terroristen

In diesem dunklen Spiel dürfte der wichtigste Schauspieler wohl Saudi Arabien sein. In der Tat hat dieses Land nicht nur Dschihadisten an die vier Ecken des Globus exportiert, sondern sie auch finanziert - wie wir oben gesehen haben-, manchmal in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Ein Artikel über Undichtigkeiten der US diplomatischen Kommunikation im Jahr 2010 in der New York Times enthüllte durch Berufung auf eine dieser Depeschen, die "Saudi Spender bleiben die wichtigsten Finanzierer von extremistischen Gruppen wie al-Kaida.“  [33]

Im Jahr 2007 berichtete die Sunday Times auch, dass

« […] die reichen Saudis bleiben die wichtigsten Finanzierer internationaler terroristischer Netzwerke. „Wenn ich mit einem Finger-Schnappen die Subventionen [terroristischer Aktivitäten] eines Landes abschneiden könnte, würde ich Saudi Arabien wählen“, sagte Stuart Levey, der Beamte aus dem Finanzministerium, der die Finanzierung des Terrorismus zu überwachen hat. »  [34]

Laut Rachel Ehrenfeld, ähnliche Berichte, die über eine Saudi-Arabische Terrorismusfinanzierung sprachen, wurden von pakistanischen, afghanischen und irakischen Behörden durchgegeben:

Im Jahr 2009 berichtete die pakistanische Polizei, dass saudische Hilfsorganisationen weiterhin al-Kaida, die Taliban und Lashkar-e-Taiba finanzierten. Dem Bericht zufolge haben die Saudis den Dschihadisten, darunter die Verantwortlichen für Selbstmordattentate in Pakistan und den Tod der ehemaligen pakistanischen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto, 15 Millionen Dollar gegeben.

Im Mai 2010 sprach Buratha News Agency, eine unabhängige journalistische im Irak basierte Quelle, von einem aufgedeckten saudischen Geheimdienstdokument. Es zeigte eine kontinuierliche Unterstützung von al-Kaida im Irak durch die Regierung von Saudi-Arabien. Diese Unterstützung erfolgte in Form von Geld und Waffen. […] Ein 31. Mai 2010-Artikel in der Sunday Times of London gab, „dass seit 2006“, laut dem geheimen Finanzüberwachungszentrum von Afghanistan (FinTRACA), „mindestens 1,5 Milliarden aus Saudi-Arabien illegal nach Afghanistan gekommen seien. Dieses Geld war wahrscheinlich den Taliban bestimmt.“  [35]

Jedoch war nach Angaben der Times, die saudische Unterstützung für al-Kaida nicht auf Finanzierung beschränkt:

„In diesen letzten Monaten haben saudische Prediger Bestürzung im Irak und Iran verursacht, nach der Veröffentlichung von Fatwas mit Aufruf zur Zerstörung der großen schiitischen Mausoleen in Nadschaf und Kerbela, Irak, – wovon einige bereits Bomben-Angriffe erlitten hatten-. Und während führende Mitglieder der regierenden Dynastie der Saud regelmäßig ihre Abneigung gegen Terrorismus äußerten, werden Beamte, die den Extremismus verteidigen, innerhalb des Königreichs toleriert.“

Im Jahr 2004 wurde in einer Moschee Scheich Saleh al-Luhaidan, der leitende Richter der Studien im Zusammenhang mit Terrorismus per Magnetophon aufgenommen, als er [genug] junge Männer ermutigte, im Irak zu kämpfen. „Auf irakischen Boden treten ist jetzt riskant", warnte er. „Man muss diese bösen Satelliten und Drohnen vermeiden, die jede Parzelle des irakischen Himmels besetzen. Wenn jemand denkt, fähig zu sein, in Irak eintreten zu können, um sich dem Kampf anzuschließen, und wenn seine Absicht ist, das Wort Gottes zu wahren, dann ist er frei, dies zu tun.“  [36]

Das Beispiel von Mali

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Heute findet ein ähnlicher Prozess in Afrika statt, wo sich „der saudische, wahhabitische Fundamentalismus in den letzten Jahren in Mali verbreitet hat, und zwar durch die Rückkehr junger Imame nach ihren [religiösen] Studien in der arabischen Halbinsel." [37] Die internationale Presse, einschließlich Al-Dschazeera, berichtete über die Zerstörung von historischen Mausoleen durch lokale Dschihadisten:

„Laut Zeugen wurden zwei Mausoleen der alten Moschee der Erde [des Friedhofs] von Djingareyber in Timbuktu von Kämpfern der Ansar Dine, einer mit al-Kaida verknüpften Gruppe zerstört, die den Norden von Mali kontrolliert. Somit ist dieses Weltkulturerbe [der UNESCO] bedroht. […] Diese neue Zerstörung erfolgt nach dem Angriff letzte Woche gegen andere religiöse und historische Denkmäler von Timbuktu, -Aktionen die als "sinnlose Zerstörung" von der UNESCO bezeichnet wurden. Ansar Dine sagte, dass diese alten Mausoleen "Haram" wären, d.h. vom Islam verboten. Die Djingareyber Moschee ist eine der wichtigsten in Timbuktu, und war eine der Hauptattraktionen dieser legendären Stadt, bevor die Region ein für Touristen verbotenes Gebiet wurde. Ansar Dine hat geschworen, alle Mausoleen "ohne Ausnahme" zu zerstören, mitten in einer Welle von Trauer und Empörung in Mali und im Ausland.“  [38]

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Mitglieder der Al-Kaida in Mali, mit britischen Geiseln

Dennoch haben die Autoren der meisten dieser Geschichten - einschließlich der von Al-Dschazeera - die Tatsache nicht betont, dass die Zerstörung der Gräber eine alte Praxis der Wahhabiten war, sie nicht nur unterstützt, sondern auch durch die Regierung von Saudi-Arabien begangen wurde:

"Zwischen 1801 und 1802 unter der Herrschaft von Abdelaziz bin Mohammed bin Saud haben die saudischen Wahhabiten die heiligen Städte von Karbala und Najaf im Irak angegriffen und erobert. Sie haben dort einen Teil der Muslimbevölkerung massakriert und die Gräber von Husain ibn Ali, Enkel des Propheten Muhammad, und von dem Sohn von Ali (Ali ibn Abi Talib, Schwiegersohn des Propheten Muhammad) zerstört. Zwischen 1803 und 1804 eroberten die Saudis Mekka und Medina, wo sie historische Denkmäler und verschiedene heilige muslimische Stätten - wie das Mausoleum auf dem Grab von Fatima, der Tochter des Propheten Muhammad- abrissen. Sie hatten selbst die Absicht, das Grab von Muhammad, als Götzenbild bezeichnet, zu zerstören. 1998 zerstörten die Saudis mit einem Bulldozer und verbrannten das Grab von Aminah Bint Wahb, Mutter von Muhammad, was Entrüstung in der ganzen muslimischen Welt hervorrief.“ la mère de Mahomet, provoquant l’indignation à travers le monde musulman. » [39]

Eine Chance für Frieden und die Unsicherheit als größtes Hindernis für ihn

Heute müssen wir zwischen Saudi Arabien und dem durch religiöse Saudi-Beamte und einige Mitglieder der königlichen Familie geförderten Wahhabismus unterscheiden. Insbesondere hat König Abdallah anderen Religionen seine Hand gereicht, einen Besuch des Vatikans im Jahr 2007 und die Förderung einer interreligiösen Konferenz mit christlichen und jüdischen Führern unternommen, die im Folgejahr stattfand.

In 2002, als er noch Kronprinz war, kündigte Abdallah auch einen Vorschlag für einen Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn auf einem Gipfel der Liga der Arabischen Nationen an. Sein Plan, der immer von den Regierungen dieser Organisation unterstützt wurde, forderte die Normalisierung der Beziehungen zwischen allen arabischen Ländern und Israel, im Gegenzug für den vollständigen Rückzug aus den besetzten Gebieten (einschließlich Ost-Jerusalem) sowie einem "fairen Ausgleich" der Krise der palästinensischen Flüchtlinge, auf der Resolution 194 der UNO basierend. Im Jahr 2002 wurde dieser Plan sowohl von Ariel Sharon, damals Premierminister von Israel, als auch von George W. Bush und Dick Cheney abgelehnt, die entschlossen waren, Krieg gegen den Irak zu führen. Jedoch, wie bereits durch David Ottaway vom Woodrow Wilson Center erwähnt:

„Der von Abdallah im Jahr 2002 vorgeschlagene Friedensplan bleibt eine faszinierende Grundlage für eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Saudi-Arabien für die israelisch-palästinensische Frage. Abdallahs Vorschlag wurde von allen arabischen Ligaländern während des Gipfel 2002 unterstützt; Der Präsident von Israel Shimon Peres und [der damalige Premierminister Ehud] Olmert sprachen von ihm mit wohlgesinnten Worten; und Barack Obama, der den Saudi TV-Sender Al-Arabiya für sein erstes Interview nach seiner Amtsannahme ausgewählt hatte, gratulierte Abdallah für den "großen Mut", den er mit diesem Friedens-Vorschlag gezeigt hatte. Benjamin Netanyahu, der der neue israelische Premierminister zu werden schien, war jedoch strikt gegen den saudischen Plan, vor allem gegen die Idee, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines palästinensischen Staates werde.“  [40]

Im Jahr 2012 wird der Plan eingefroren, weil Israel sein Engagement für eine kriegerische Aktion gegen den Iran sehen lässt und die Vereinigten Staaten durch ein Wahljahr gelähmt sind. Obwohl der Präsident von Israel, Schimon Peres, diese Initiative im Jahr 2009 begrüßte hatte; und George Mitchell, als Sondergesandter des Präsidenten Obama im Nahen Osten, in diesem Jahr angekündigt hatte, dass die Obama-Administration die Absicht habe, die Initiative in seine Nahost-Politik „zu integrieren". [41]

Diese so ausdrücklichen Unterstützungen zeigen, dass ein Nahost Friedensabkommen theoretisch möglich ist. Sie sind jedoch weit davon entfernt, seine Anwendung wahrscheinlich zu machen. In der Tat erfordert ein Friedensabkommen gegenseitiges Vertrauen, was aber schwierig zu erreichen ist, wenn ein Unsicherheitsgefühl über die Zukunft seines eigenen Landes jede Partei bedroht. Manche zionistische Kommentatoren wie Charles Krauthammer erinnern, dass in den 30 Jahren vor dem Camp-David-Abkommen, die Zerstörung Israels „das einstimmige Ziel der Arabischen Liga“ war. [42] Viele Palästinenser, sowie auch die Mehrheit der Hamas befürchten, dass ein Friedensabkommen unbefriedigend sei und dass es die tatsächlichen Bestrebungen zu einer gerechten Beilegung der Streitigkeiten im Keim ersticken würde.

Im Nahen Osten ist die Unsicherheit wegen einem allgemein geteilten Ressentiment besonders verbreitet. Es ist durch die Ungerechtigkeit verursacht, die selbst durch Unsicherheit gefüttert und verbreitet wird. Der aktuelle internationale Status Quo hat seine wichtigsten Wurzeln in Ungerechtigkeit. Aber die, die den Nahen Osten betrifft - in all ihren Aspekten – erweist sich als extrem, aktuell und dauerhaft. Ich sage es einfach als Rat für die Vereinigten Staaten: es muss daran erinnert werden, dass die Fragen der Sicherheit und des Rechts nicht separat behandelt werden können.

Vor allem müssen wir mitfühlend sein. Als Nordamerikaner müssen wir verstehen, dass die Israelis und die Palästinenser in kriegszustandsähnlichen Bedingungen leben; allerdings haben diese beiden Völker zu befürchten, dass ein Friedensabkommen sie in einem noch schlimmeren Zustand lassen könnte, als dem heutigen. Zu viele unschuldige Zivilisten sind im Nahen Osten gestorben. Die Aktionen der Vereinigten Staaten sollten die schwere menschliche Maut nicht erhöhen.

Dieses Gefühl der Unsicherheit, das das Haupthindernis für Frieden ist, beschränkt sich nicht auf den Nahen Osten. Seit dem 11. September hat das Volk der Vereinigten Staaten die Angst vor Unsicherheit gespürt, und dies ist der Hauptgrund, warum es so wenig Widerstand gegen den offensichtlichen Wahnsinn des „War on Terror“ von Bush, Cheney und Obama leistet.

Jene die diesen Krieg führen, versprechen, aus den Vereinigten Staaten einen sichereren Ort zu machen. Dennoch arbeiten sie weiterhin an der Verbreitung der Terroristen, die die Feinde Amerikas [der USA] sein sollen. Sie tragen auch zur Verbreitung des Krieges durch neue Schlachtfelder bei, wie besonders in Pakistan oder im Jemen. Und erzeugen damit ihre eigenen Feinde, und so scheint es wahrscheinlich, dass der "Krieg gegen den Terror" ungebremst weitergeht, da er in der bürokratischen Trägheit heute verankert ist. Aus diesem Grund sieht er wie der "Krieg gegen Drogen" aus, eine geistlose Politik, die ein hohes Preis-und Einkommen-Niveau der Drogen versichert, und daher immer neue Dealer anzieht.

Auf der anderen Seite verstärkt dieser „Krieg gegen den Terror“ vor allem die Unsicherheit unter den Muslimen, da sie, immer zahlreicher mit Angst konfrontiert, wissen, dass Zivilisten und nicht nur Dschihad-Terroristen Opfer von Drohnen-Angriffen werden. Die Sicherheitslage im Nahen Osten ist das Haupthindernis für Frieden in dieser Region. Die Palästinenser leben mit der täglichen Angst vor der Unterdrückung durch die Siedler im Westjordanland, sowie der Vergeltung durch den jüdischen Staat. Die Israelis leben ständig mit der Furcht vor ihren feindlichen Nachbarn. Die saudische Königsfamilie teilt diese Bedenken. Zum Beispiel haben sich seit dem 11. September und dem Beginn des "Krieges gegen den Terror" Unsicherheit und Instabilität gleichzeitig und wechselseitig verstärkt.

Die Nahost Unsicherheit spiegelt sich in einem größeren Maßstab wieder. Die Angst Israels in Bezug auf den Iran und die Hisbollah findet ihr Echo in der iranischen Angst vor massiven Angriffen auf seine Atomanlagen, wegen der israelischen Drohungen. Auf der anderen Seite haben ehemalige US-Falken wie Zbigniew Brzezinski kürzlich davor gewarnt, dass ein israelischer Angriff auf den Iran zu einem längeren als angekündigten Krieg führen könnte – zu einem Konflikt, der auf andere Länder übergreifen könnte.  [43]

Ich glaube, dass die Bürger der Vereinigten Staaten vor allem die geschaffene Unsicherheit, durch die von ihrem Land durchgeführten Drohnen-Angriffe, fürchten sollten. Wenn sie nicht schnell angehalten werden, könnten sie das gleiche Ergebnis wie die US-Nuklearangriffe von 1945 haben: uns in eine Welt führen, wo viele Mächte, und nicht nur eine, diese Waffen besitzen. Sie könnten dann dazu kommen, sie zu benutzen. In diesem Fall wären die Vereinigten Staaten bei weitem das höchstwahrscheinlichste neue Ziel.

Ich frage mich wie lange es dauern wird, bis die Bürger dieses Landes den vorhersehbaren Kurs des Selbst-unterhaltenden Krieges verstehen werden, und sich dafür als vorherrschende Kraft gegen ihn mobilisieren werden.

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San Francisco, États-Unis

Was muss werden getan?

Mit der Analogie der britischen Fehler vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts, hat dieser Artikel eine schrittweise Rückkehr zu einer stabileren und gerechteren Weltordnung durch eine Reihe von konkreten Schritten verteidigt, von denen einige progressiv sind:

1) Eine schrittweise Verringerung der riesigen Verteidigungs- und Geheimdienst Budgets. Sie würde sich dann an jene anschließen, die schon aus finanziellen Gründen auf dem Tisch liegen, und sie sollte weitreichende Bedeutung einnehmen.

2) Eine schrittweise Abschaffung der gewalttätigen Aspekte des sogenannten "Krieg gegen den Terror", aber eine Beibehaltung der herkömmlichen Polizeimethoden des Kampfes gegen den Terrorismus.

3) Die jüngste Verschärfung des US-Militarismus kann zum großen Teil dem am 14. September 2001 verhängten und jedes Jahr seit diesem Datum von den nachfolgenden US-Präsidenten erneuerten "Ausnahmezustand" zugeschrieben werden. Dieser Ausnahmezustand sollte sofort eingestellt werden, und auch die so genannten Maßnahmen der "Kontinuität der Regierung" (COG für Continuity of Government), die damit verknüpft sind und sollten neu bewertet werden. Dazu gehören die Überwachung und Inhaftierung ohne Gerichtsbescheid, sowie die Militarisierung der inneren Sicherheit in den Vereinigten Staaten.  [44]

4) Eine Rückkehr zur Politik, die im Wesentlichen von der Zivilpolizei und dem Geheimdienst abhängen, zur Bewältigung des Problems des Terrorismus.

Vierzig Jahre vorher hätte ich an den Kongress appelliert, damit er die Maßnahmen unternehme, um den Zustand der Paranoia zu zerstreuen, in dem wir derzeit leben. Heute bin ich zur Überzeugung gelangt, dass diese Institution selbst durch die Kreise der Macht dominiert ist, welche die von mir sogenannte Maschine des globalen Krieges der Vereinigten Staaten ausnutzt. In diesem Land sind die so genannten "Staatsmänner" genauso an der Pflege der Vorherrschaft ihrer Nation beteiligt, als es ihre britischen Vorgänger waren.

Jedoch das zu erwähnen, bedeutet nicht, an der Fähigkeit der Vereinigten Staaten zu zweifeln, den Kurs zu ändern. Wir sollten daran denken, dass die inländischen politischen Proteste eine wichtige Rolle gespielt haben, einen ungerechtfertigten Krieg in Vietnam vor vierzig Jahren zu stoppen. Es ist wahr, dass im Jahr 2003 vergleichbare Veranstaltungen — mit 1 Million Leuten in den Vereinigten Staaten - nicht ausreichten, den Eintritt ihres Landes in einen illegalen Krieg gegen den Irak zu verhindern. Allerdings war die große Zahl der in einem relativ kurzen Zeitraum versammelten Demonstranten, beeindruckend. Heute ist die Frage, ob die Aktivisten ihre Taktik auf die neuen Gegebenheiten anpassen können, um eine dauerhafte und effektive Protestaktion aufzubauen.

Seit vierzig Jahren, unter dem Deckmantel der Planung für die Kontinuität der Regierung (COG) hat sich die Maschine des globalen Krieges la Machine de guerre américaine vorbereitet, die städtischen Anti-Krieg Proteste zu neutralisieren. Mit dem Verständnis dieses Prozess und anhand des Beispiels der Torheiten des britischen Hyper-Militarismus, muss die aktuelle Anti-Kriegs-Bewegung lernen, innerhalb der Institutionen der USA - nicht nur mit Hilfe von Obdachlosen durch" Straßen-besetzen" [Occupy] - Druck auszuüben. Es genügt nicht, wachsende Einkommensunterschiede zwischen Reichen und Armen zu denunzieren, wie es Winston Churchill im Jahre 1908 gemacht hatte. Wir müssen weiter gehen, um zu verstehen, dass die Ursprünge dieser Ungleichheiten sich in institutionellen Arrangements befinden, die - obwohl die Institutionen dysfunktional sind - korrigiert werden können. Und eine der wichtigsten Bestimmungen, wovon hier die Rede war, ist der sogenannte "Krieg gegen den Terror".

Es ist unmöglich, den Erfolg einer solchen Bewegung vorherzusagen. Aber ich denke, dass die globalen Entwicklungen eine wachsende Zahl von Bürgern der Vereinigten Staaten davon überzeugen werden, dass sie notwendig ist. Sie sollte ein breites Spektrum von Wählern und progressiven Lesern von ZNet und Democracy Now und von libertären Unterstützern von Murray Rothbard und Ron Paul zusammenbringen.

Und ich glaube auch, dass eine gut koordinierte und gewaltfreie Anti-Kriegs-Minderheit es durchsetzen kann. Sie würde zwei bis fünf Millionen Menschen vereinen, und ihre Aktion auf den Ressourcen der Wahrheit und des gesunden Menschenverstandes basieren. Heute sind die politischen Institutionen der USA sowohl dysfunktional als auch unpopulär. Insbesondere genießt der Kongress nur etwa 10 % Zustimmung. Der heftige Widerstand der Welt gegen persönliches und unternehmerisches Vermögen mit angemessenen Reformen, ist ein noch gravierenderes Problem; aber je mehr die Reichen offen ihren undemokratischen Einfluss zeigen, desto mehr wird die Notwendigkeit, ihren Missbrauch einzuschränken, offensichtlich. Vor kurzem haben sie Mitglieder dieser Institution bezeichnet, um sie von dem Kongress auszuschließen, wobei sie für "kompromittiert und schuldig" erklärt wurden, als sie Regierungsprobleme lösen sollten. In diesem Land gibt es sicherlich eine Mehrheit von mobilisierbaren Bürgern, um sie zur Verteidigung des Gemeinwohls zurückzubringen.

Neue Strategien und Techniken des Protestes werden eindeutig gebraucht werden. Der Zweck dieses Artikels ist nicht sie zu definieren. Allerdings wird erwartet, dass zukünftige Ereignisse- oder Cyber-Veranstaltungen - geschicktere Nutzung des Internets machen werden.

Dennoch kann niemand den Sieg in diesem Kampf für das Gemeinwohl, gegen Einzelinteressen und unwissende Ideologen, getrost voraussagen. Aber mit der zunehmenden Gefahr von verheerenden internationalen Konflikten, wird die Notwendigkeit sich zu mobilisieren, um das allgemeine Interesse zu schützen, immer offensichtlicher. Das Studium der Geschichte ist eine der besten Möglichkeiten, um ihre Wiederholung zu vermeiden.

Sind diese Hoffnungen, eine Protestbewegung entstehen zu sehen, unrealistisch? Sehr wahrscheinlich. Aber auf jeden Fall bin ich überzeugt, dass diese Bewegung notwendig ist.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
The Asia-Pacific Journal : Japan Focus

[1] Oliver Villar et Drew Cottle, Cocaine, Death Squads, and the War on Terror: U.S. Imperialism and Class Struggle in Colombia (Monthly Review Press, New York, 2011) ; Peter Watt et Roberto Zepeda, Drug War Mexico: Politics, Neoliberalism and Violence in the New Narcoeconomy (Zed BooDie Gefahren des wachsendenks, Londres, 2012) ; Mark Karlin, « How the Militarized War on Drugs in Latin America Benefits Transnational Corporations and Undermines Democracy », Truthout, 5 août 2012.

[2] Peter Dale Scott, La Machine de guerre américaine : la Politique profonde, la CIA, la drogue, l’Afghanistan... (Éditions Demi-Lune, Plogastel Saint-Germain, 2012), pp.317-41.

[3] Patrick Cockburn, « Opium: Iraq’s deadly new export », Independent (Londres), 23 mai 2007.

[4] Scott, La Machine de guerre américaine, pp.204-12.

[5] Voir Mark Karlin, « How the Militarized War on Drugs in Latin America Benefits Transnational Corporations and Undermines Democracy », Truthout, 5 août 2012.

[6] Sekhara Bandyopadhyaya, From Plassey to Partition: A History of Modern India (Orient Longman, New Delhi, 2004), p.231.

[7] Kevin Phillips, Wealth and Democracy: A Political History of the American Rich (Broadway Books, New York, 2002), p.185.

[8] "Die Samen der imperialen Ruine und des nationalen Niederganges - die abnorme Kluft zwischen den Reichen und den Armen [...] Das explosionsartige Wachstum des vulgären und müssigen Luxus - sind die Feinde von Großbritannien ". (Winston Churchill, zitiert in Phillips, Wealth and Democracy, p.171).

[9] John A. Hobson, Imperialism (Allen and Unwin, Londres, 1902 ; réimpression de 1948), p.6. À cette époque, le principal impact de ce livre en Grande-Bretagne fut de stopper définitivement la carrière d’économiste de John A. Hobson.

[10] Hobson, Imperialism, p.12. Cf. Arthur M. Eckstein, « Is There a ‘Hobson–Lenin Thesis’ on Late Nineteenth-Century Colonial Expansion? », Economic History Review, mai 1991, pp.297-318 ; voir en particulier pp.298-300.

[11] Peter Dale Scott, « The Doomsday Project, Deep Events, and the Shrinking of American Democracy», Asia-Pacific Journal: Japan Focus, 21 janvier 2011.

[12] Voir Ralph Raico, « Introduction », Great Wars and Great Leaders: A Libertarian Rebuttal (Mises Institute, Auburn, AL, 2010), .

[13] Carroll Quigley, Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time (G,S,G, & Associates, 1975) ; Carroll Quigley, The Anglo-American Establishment (GSG Associates publishers, 1981). Discussion dans Laurence H. Shoup et William Minter, The Imperial Brain Trust: The Council on Foreign Relations & United States Foreign Policy (Monthly Review Press, New York, 1977), pp.12-14 ; Michael Parenti, Contrary Notions: The Michael Parenti Reader (City Lights Publishers, San Francisco, CA, 2007), p.332.

[14] Über das Interesse – von Beobachtern wenig beachtet -, Öl-Unternehmen in den Offshore-Ölfeldern von Kambodscha, finden Sie unter Peter Dale Scott: The War Conspiracy : JFK, 9/11, and the Deep Politics of War (Mary Ferrell Foundation, Ipswich, MA, 2008), pp.216-37.

[15] Thomas Pakenham, Scramble for Africa: The White Man’s Conquest of the Dark Continent from 1876-1912 (Random House, New York, 1991).

[16] Voir les différents livres de Barbara Tuchman, notamment The March of Folly: From Troy to Vietnam (Knopf, New York, 1984).

[17] Pakenham, ibidem.

[18] E. Oncken, Panzersprung nach Agadir. Die deutsche Politik während der zweiten Marokkokrise 1911 (Dilsseldorf, 1981). Im Deutschen wurde der Begriff Panzersprung eine Metapher für eine kostenlose Demonstration von Kanonenbootpolitik.

[19] Thom Shanker, « Global Arms Sales Dropped Sharply in 2010, Study Finds », New York Times, 23 septembre 2011.

[20] Thom Shanker, « U.S. Arms Sales Make Up Most of Global Market », New York Times, 27 août 2012.

[21] Stephen Ambrose, Eisenhower: Soldier and President (Simon and Schuster, New York, 1990), p.325.

[22] Robert Dallek, An unfinished life: John F. Kennedy, 1917-1963 (Little, Brown and Co., Boston, 2003.), p.50.

[23] Shanker, « U.S. Arms Sales Make Up Most of Global Market », New York Times, 27 août 2012.

[24] Peter Dale Scott, La Route vers le Nouveau Désordre Mondial : 50 ans d’ambitions secrètes des États-Unis, (Éditions Demi-Lune, Paris, 2010), pp.66-72.

[25] Scott Shane et Andrew W. Lehren, « Leaked Cables Offer Raw Look at U.S. Diplomacy», New York Times, 29 novembre 2010. Cf. Nick Fielding et Sarah Baxter, « Saudi Arabia is hub of world terror: The desert kingdom supplies the cash and the killers », Sunday Times (Londres), 4 novembre 2007.

[26] Die Vereinten Nationen listeten die Antennen von der International Islamic Relief Organization (IIRO, eine Tochtergesellschaft der la Rábita) in Indonesien und die Philippinen als Eigentum oder Tochtergesellschaften von al-Kaida auf.

[27] Voir Peter Dale Scott, « La Bosnie, le Kosovo et à présent la Libye : les coûts humains de la collusion perpétuelle entre Washington et les terroristes » , Mondialisation.ca, 17 octobre 2011 ; voir également William Blum, « The United States and Its Comrade-in-Arms, Al Qaeda» , Counterpunch, 13 août 2012.

[28] Christopher Boucek, « Yemen: Avoiding a Downward Spiral», Carnegie Endowment for International Peace, p.12.

[29] « In Yemen, ‘Too Many Guns and Too Many Grievances’ as President Clings to Power», PBS Newshour, 21 mars 2011.

[30] Robert Lacey, The Kingdom: Arabia and the House of Sa’ud Avon, Nueva York, 1981, pp.346-47, p.361.

[31] John Kerry, Al Qaeda in Yemen and Somalia: A Ticking Time Bomb: a Report to the Committee on Foreign Relations (U.S. G.P.O., Washington, 2010), p.10.

[32] Scott, La Route vers le Nouveau Désordre Mondial, pp.214-20.

[33] Scott Shane et Andrew W. Lehren, « Leaked Cables Offer Raw Look at U.S. Diplomacy »,New York Times, 29 novembre 2010.

[34] Nick Fielding et Sarah Baxter, « Saudi Arabia is hub of world terror: The desert kingdom supplies the cash and the killers», Sunday Times (Londres), 4 novembre 2007 : « Extremistische Religiöse senden eine Vielzahl von Rekruten in die gewalttätigsten Ecken der Welt. Einer Analyse der NBC Nachrichten zufolge, wären die Saudis 55 % der ausländischen Kämpfer im Irak. Sie gehören ebenfalls zu den äußersten Extremisten und Militanten. »

[35] Rachel Ehrenfeld, « Al-Qaeda’s Source of Funding from Drugs and Extortion Little Affected by bin Laden’s Death», Cutting Edge, 9 mai 2011.

[36] Sunday Times (Londres), 4 novembre 2007.

[37] BBC, 17 juillet 2012,.

[38] Al-Jazira, 19 juillet 2012, .

[39] The Weekly Standard, 30 mai 2005,. Cf. Newsweek, 30 mai 2005. Adapté d’Hilmi Isik, Advice for the Muslim (Hakikat Kitabevi, Istanbul).

[40] David Ottaway, « The King and Us: U.S.-Saudi Relations in the Wake of 9/11 », Foreign Affairs, mai-juin 2009.

[41] Barak Ravid, « U.S. Envoy: Arab Peace Initiative Will Be Part of Obama Policy », Haaretz, 5 avril 2009. David Ottaway, « The King and Us: U.S.-Saudi Relations in the Wake of 9/11», Foreign Affairs, mai-juin 2009.

[42] Charles Krauthammer, « At Last, Zion: Israel and the Fate of the Jews », Weekly Standard, 11 mai 1998.

[43] "Wir haben keine Ahnung, wie einen solcher Krieg enden würde", sagte [Brzezinski]. « L’Iran a des moyens militaires, il pourrait riposter en déstabilisant l’Irak» (Salon , 14 mars 2012).

[44] Voir Scott, La Route vers le Nouveau Désordre Mondial, pp.257-331 ; Peter Dale Scott, «"Die Kontinuität der US-Regierung: Ausnahmezustand ersetzt die Verfassung?», Mondialisation.ca, 6 décembre 2010.

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