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Afghanistan

Drogen, Öl und Krieg

Peter Dale Scott setzt seine Analyse des Systems der US-Vorherrschaft fort. Auf einer Konferenz in Moskau fasste er die Ergebnisse seiner Forschungen über die Finanzierung dieses Systems durch Drogen und Kohlenwasserstoffe zusammen. Obwohl alles schon bekannt ist, ist es immer noch schwierig, die Wahrheit zuzugeben.

| Moskau
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Ich habe die folgende Rede in einer Anti-NATO-Konferenz gehalten, die in Moskau im vergangenen Jahr stattfand. Ich war der einzige US-amerikanische Sprecher bei dieser Veranstaltung. Man hatte mich dort nach der Veröffentlichung in russischer Sprache von meinem Buch „Drogen, Öl und Krieg“ eingeladen - ein Buch, das nie auf Französisch übersetzt wurde, im Gegensatz zu La Route vers le nouveau désordre mondial [Der Weg zur neuen globalen Unordnung] und zu meinem letzten Buch, La Machine de guerre américaine [Die US-amerikanische Kriegsmaschine, American War Machine]. [1] Als ehemaliger Diplomat der um Frieden besorgt ist, war ich glücklich, hier teilzunehmen. Tatsächlich scheint mir, dass der Dialog zwischen den Intellektuellen aus USA und Russland heute weniger seriös ist, als er auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges war. Die Gefahren eines Krieges zwischen den beiden wichtigsten Atommächten sind jedoch natürlich nicht verschwunden.

Als Reaktion auf das Problem der miteinander verbundenen Krisen, die die afghanische Drogenproduktion und der drogen-finanzierte Salafi-Dschihadismus sind, lud meine Rede die Russen ein, in einem multilateralen Rahmen mit den Amerikanern, die diese Ansicht teilen, zu kooperieren, - trotz der aggressiven Tätigkeiten der CIA, der NATO und des SOCOM (für US Special Operations Command) in Zentralasien -. Diese Position wurde von den anderen Beteiligten nicht geteilt.

Seit dieser Konferenz habe ich weiter gründlich über den abgebauten Zustand der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten nachgedacht und über meine leicht utopischen Hoffnungen, sie wieder herzustellen. Trotz der unterschiedlichen Ansichten der Redner neigten sie dazu, sich große Sorgen über die US-Absichten gegenüber Russland und den ehemaligen Staaten der UdSSR zu machen. Diese gemeinsame Angst beruhte auf dem, was sie über die früheren Aktionen von den Vereinigten Staaten wussten und ihre nicht eingehaltenen Verpflichtungen. Im Gegensatz zu den meisten Bürgern dieses Landes waren sie gut informiert über diese Themen.

Die Zusicherung, dass die NATO die Entspannung nicht für ihre Erweiterung nach Osteuropa ausnutzen würde, ist ein wichtiges Beispiel für unerfüllte Versprechen. Natürlich sind Polen und andere ehemalige Mitglieder des Warschauer Paktes jetzt innerhalb der Atlantischen Allianz integriert, wie die ehemaligen sowjetischen Republiken der Ostsee. Darüber hinaus sind Vorschläge, die Ukraine in die NATO zu bringen, immer noch aktuell, dieses Land, das das Herz der ehemaligen Sowjetunion ist. Diese ostwärts gerichtete Erweiterungsbewegung wurde von Aktivitäten und gemeinsamen Aktionen begleitet, die die US-Truppen mit den Streit- und Sicherheitskräften von Usbekistan kombinierten - wovon einige von der NATO organisiert wurden -. (Beide Initiativen begannen 1997 unter der Clinton-Regierung).

Wir können weitere Verstöße gegen Verpflichtungen zitieren, wie z. B. die nicht erlaubte Konvertierung einer Kraft der Vereinten Nationen in Afghanistan ( die im Jahr 2001 von der Russischen Föderation genehmigt wurde) in eine NATO-geführte militärische Koalition. Zwei Redner kritisierten die Entschlossenheit der USA, einen Raketenschutzschild gegen den Iran in Osteuropa zu installieren, indem sie die russischen Vorschläge, ihn in Asien aufzubauen, ausschlugen. Ihnen zufolge konstituierte diese Unnachgiebigkeit „eine Bedrohung für den Weltfrieden“.

Die Sprecher sahen diese Maßnahmen von Washington als aggressive Erweiterung der Bewegung, die versuchte, die Sowjetunion von Reagan zu zerstören. Einige der Redner mit denen ich sprechen konnte, waren der Meinung, dass in den zwei dem Zweiten Weltkrieg folgenden Jahrzehnten Russland durch operative Pläne der USA und der NATO von einem Erst-Atomschlag gegen die Sowjetunion bedroht wurde. Sie hätten, bevor die nukleare Parität erreicht wurde, ausgeführt werden können, aber sie waren offensichtlich nie umgesetzt worden. Trotzdem waren meine Gesprächspartner überzeugt, dass die Falken diese Pläne, Russland zu demütigen und es auf den Rang einer dritten Macht zu reduzieren, nie hätten aufgeben wollen. Ich kann diese Besorgnis nicht ausschlagen. Tatsächlich beschreibt mein letztes Buch, mit dem Titel La Machine de guerre américaine [Die US-amerikanische Kriegsmaschine], auch den ständigen Druck, der darauf abzielt, die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten seit dem zweiten Weltkrieg zu errichten und beizubehalten.

Redebeiträge auf der Konferenz beschränkten sich in keiner Weise auf die Kritik der Politik der Vereinigten Staaten und der Atlantischen Allianz. In der Tat erhoben die Redner mit Bitterkeit Einwand gegen die Befürwortung von Vladimir Poutine für die militärische Kampagne der NATO in Afghanistan, die er am 11. April 2012 gegeben hatte. Sie waren vor allem durch die Tatsache angewidert, dass Putin die Installation einer Basis des Atlantischen Bündnisses in Uljanowsk, etwa 900 Kilometer östlich von Moskau, genehmigt hatte. Obwohl diese Basis der russischen Öffentlichkeit als Mittel zur Erleichterung des Rückzugs der US-Amerikaner aus Afghanistan „verkauft“ wurde, versicherte uns einer der Referenten, dass der Außenposten von Uljanowsk in Dokumenten der NATO als Militärbasis vorgestellt wurde. Schließlich waren die Beteiligten gegenüber den von den USA inspirierten UN-Sanktionen gegen den Iran feindlich eingestellt. Im Gegenteil betrachteten sie dieses Land als einen natürlichen Verbündeten gegen die US-Versuche, das Projekt einer Weltherrschaft von Washington zu vergegenständlichen.

Abgesehen von der folgenden Rede schwieg ich während des größten Teils dieser Konferenz. Aber mein Verstand und mein Gewissen sind gestört, wenn ich an die jüngsten Enthüllungen über Donald Rumsfeld und Dick Cheney denke. Unmittelbar nach dem 11. September haben sie tatsächlich ein Projekt umgesetzt, um viele Russland-freundliche Regierungen – einschließlich des Irak, Libyen, Syrien und des Iran zu stürzen -. [2] (Zehn Jahre zuvor hatte im Pentagon der neokonservative Paul Wolfowitz dem General Wesley Clark erklärt, die Vereinigten Staaten hätten eine günstige Gelegenheit, ein „Fenster“ Zusammenbruch der Sowjetunion bis zur Sanierung des Landes, diese von Russland abhängigen Länder loszuwerden. [3]) Dieses Projekt ist in Syrien und Iran noch nicht vollendet.

Was wir unter Obama gesehen haben, ähnelt der schrittweisen Verwirklichung dieses Plans. Jedoch muss man zugegeben, dass in Libyen, und jetzt in Syrien, Obama mehr Zurückhaltung als sein Vorgänger beim Schicken von Soldaten auf den Boden gezeigt hat. (Es wurde jedoch berichtet, dass unter seiner Präsidentschaft eine kleine Anzahl von US Special Forces in diesen beiden Ländern operiert habe, um den Widerstand gegen Gaddafi und Assad anzuheizen.)

Genauer gesagt, beunruhigt mich die mangelnde Reaktion der Bürger der Vereinigten Staaten gegenüber dem aggressiven und hegemonialen Militarismus ihres Landes. Diese permanente Kampflust, die ich ’Dominationismus’ nenne, ist im Pentagon und der CIA langfristig geplant. [4] Ohne Zweifel könnten viele US-Amerikaner glauben, eine globale Pax Americana könne eine Zeit des Friedens bedeuten, wie die Pax Romana zwei Jahrtausende zuvor. Ich bin vom Gegenteil überzeugt. Dieser Dominationismus wird allerdings wie die Pax Britannica des 19. Jahrhunderts zwangsläufig zu einem größeren Konflikt, potenziell zu einem Atomkrieg führen. In Wahrheit war der Schlüssel der Pax Romana die Tatsache, dass Rom während der Herrschaft von Hadrian sich aus Mesopotamien zurückgezogen hatte. Darüber hinaus akzeptierte Rom enge Grenzen seiner Macht in Gebieten, auf die es seine Hegemonie ausübte. Großbritannien zeigte eine vergleichbare Weisheit, aber zu spät. Bis jetzt war der Wille der USA noch nie so angemessen.

Darüber hinaus scheinen sich in diesem Land nur sehr wenige Menschen an dem Projekt der Weltherrschaft von Washington zu interessieren, zumindest seit den gescheiterten Massenprotesten, um den Irak-Krieg zu verhindern. Wir haben eine Fülle von kritischen Studien über die Gründe für das Engagement des Militärs aus den Vereinigten Staaten in Viet-Nam und sogar von der US-Beteiligung an Gräueltaten wie dem indonesischen 1965-Massaker gesehen. Autoren wie Noam Chomsky und William Blum [5] haben die kriminellen Handlungen der Vereinigten Staaten seit dem zweiten Weltkrieg analysiert. Allerdings haben sie die jüngste Beschleunigung der US-militärischen Expansionspolitik wenig studiert. Nur eine Minderheit von Autoren, wie Chalmers Johnson und Andrew Bacevich, haben die schrittweise Stärkung der la Machine de guerre américaine [US-Kriegsmaschine] analysiert, die heute die politischen Prozesse der Vereinigten Staaten beherrscht.

Darüber hinaus fällt auf, dass die junge Occupy-Bewegung sich so wenig über die Angriffskriege, die dieses Land führt, ausgedrückt hat. Ich bezweifle sogar, dass sie die Militarisierung der Überwachung und Strafverfolgung, sowie die Gefangenenlager angeprangert hat. Diese Maßnahmen sind jedoch das Herzstück des Apparates der internen Repression, der ihr eigenes Überleben bedroht. [6] Ich beziehe mich hier auf das so genannte Programm "Kontinuität der Regierung" (COG für "Continuity of Government"), durch das die US-Militärplaner die Möglichkeiten entwickelt haben, jede wirksame Anti-Kriegs Bewegung in den Vereinigten Staaten endgültig zu neutralisieren. [7]

Wenn ich als ehemaliger kanadischer Diplomat zurück nach Russland müsste, würde ich nochmals für eine Zusammenarbeit zwischen den USA und diesem Land hier aufrufen, um die dringendsten globalen Probleme zu konfrontieren. Unsere Herausforderung besteht darin, über diesen rudimentären Kompromiss der Entspannung, diese sogenannte "friedliche Koexistenz" zwischen den Supermächten, hinwegzukommen. In Wirklichkeit hat diese ein halbes Jahrhundert alte Vereinbarung die gewaltsamen Grausamkeiten der Klienten- Diktatoren wie Suharto in Indonesien oder Mahamed Ziyad Barre in Somalia erlaubt, - und sogar gefördert-. Es ist wahrscheinlich, dass die Alternative der Entspannung, die ein vollständiger Bruch sein würde, zu gefährlicheren Konfrontationen in Asien - jedenfalls in dem Iran führt.

Dennoch, kann dieser Fehler vermieden werden? Ja ich frage mich, ob ich nicht die hegemoniale Unnachgiebigkeit der Vereinigten Staaten minimiert habe. [8] Vor kurzem sprach ich in London mit einem alten Freund, den ich während meiner Laufbahn als Diplomat kennengelernt hatte. Er ist ein leitender britischer Diplomat, Experte der Russischen Föderation. Ich hatte gehofft, dass er meine negative Einschätzung der Absichten der USA und der NATO gegen das Land moderieren würde. Er hat sie aber nur gestärkt.

Also beschloss ich, meine Rede mit diesem Vorwort zu veröffentlichen, die sowohl den US-Bürgern als auch der internationalen Öffentlichkeit bestimmt ist. Ich denke heute, dass das Wichtigste, um den Weltfrieden zu bewahren, ist die Bewegung der Vereinigten Staaten zu unbestrittener Hegemonie zu beschränken. Daher muss für das Zusammenleben in einer friedlichen und multilateralen Welt das Verbot von den Vereinten Nationen für präventive und einseitige Kriege wiederbelebt werden.

Hierzu hoffe ich, dass sich die Bürger der Vereinigten Staaten gegen den Dominationismus ihres Landes mobilisieren, und dass sie zu einer politischen Erklärung der Verwaltung oder des Kongresses aufrufen werden. Diese Erklärung:

1) würde explizit auf die früheren Aufrufe des Pentagon verzichten, die aus der „totalen Vorherrschaft“ (’full Spectrum Dominance") ein zentrales militärisches Ziel der Außenpolitik der Vereinigten Staaten machen; [9]

2) würde die Praxis der jetzt tief verwurzelten Präventivkriege als unannehmbar ablehnen ;

3) würde kategorisch auf jedes amerikanische Projekt von Basen mit dauerhafte Nutzung in Irak, Afghanistan oder Kirgisistan verzichten;

4) würde die Vereinigten Staaten wieder verpflichten, zukünftige militärische Operationen gemäß den Voschriften der Charta der Vereinten Nationen zu führen.

Ich ermutige meine Mitbürger mir zu folgen, um den Kongress aufzufordern, eine Entschließung zu diesem Zweck vorzulegen. Zunächst könnte ein solches Vorgehen nicht gelingen. Es ist jedoch möglich, dass es dazu beitragen könnte, die politische US-Debatte auf ein Thema zu konzentrieren, das meiner Ansicht nach dringend ist und wenig diskutiert wird: die Expansionspolitik der USA und die Bedrohung gegen den globalen Frieden, die heute daraus erfolgt.

Rede auf der Konferenz von Invissin über die NATO (Moskau, 15. Mai 2012)

Zunächst einmal danke ich den Organisatoren dieser Konferenz für die Erlaubnis, über das schwerwiegende Thema des Drogenhandels in Afghanistan sprechen zu können. Heute ist er sowohl für Russland als auch für die Beziehungen zwischen diesem Land und den Vereinigten Staaten eine Gefahr. Ich werde daher über tiefe Politik, aus der Perspektive meines Buches „Drogen, Öl, und Krieg“, meinem neuesten Buch, diskutieren, aber auch von (La Machine de guerre américaine ) und dem vorigen (La Route vers le nouveau désordre mondial ). Diese Bücher analysieren die Faktoren, die den internationalen Drogenhandel sowie die US-Interventionen bestimmen, zwei Phänomene, die dem russischen Volk und dem amerikanischen Volk abträglich sind. Ich werde auch über die Rolle der NATO sprechen mit ihren unterstützenden Strategien, um die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten auf dem asiatischen Kontinent zu etablieren. Aber ich möchte zuerst den Drogenhandel analysieren, an Hand des Maßstabs eines wichtigen Faktors, der sich in meinen Büchern als entscheidend beweist. Es geht um die Rolle des Öls in der asiatischen Politik der Vereinigten Staaten und auch um den Einfluss der großen Ölgesellschaften, die auf die Interessen des Landes ausgerichtet sind, darunter British Petroleum (BP).

Hinter jeder neueren Offensive der USA und der NATO war die Öl-Industrie eine entscheidende tiefe Kraft. Um es zu veranschaulichen, betrachten wir einfach die Interventionen in Afghanistan (2001), Irak (2003) und in Libyen (2011). [10]

Ich habe daher die Rolle der Ölkonzerne und ihrer Vertreter in Washington studiert – und ihre Lobbys -, in jedem der großen Interventionen der USA seit dem Vietnam in den sechziger Jahren. [11] Die Macht der US-Ölkonzerne bräuchten einige Erläuterungen für ein russisches Publikum, wo der Staat die Öl- und Gas Industrie selbst führt. In den Vereinigten Staaten ist es praktisch das Gegenteil. In der Tat neigen die Öl-Unternehmen dazu, sowohl die Außenpolitik des Landes, als auch den Kongress zu beherrschen. [12] Dies erklärt, warum alle Präsidenten, von Kennedy über Reagan bis zu Obama, unfähig waren, die Steuervorteile der Ölkonzerne abzugrenzen, die durch die « oil depletion allowance » [Öl Erschöpfungserlaubnis] garantiert waren - selbst im aktuellen Kontext, wo die meisten der Amerikaner in Armut wegsacken. [13]

Die US-Aktivitäten in Zentralasien, in Russlands traditionellen Einfluss-Bereichen wie Kasachstan, haben eine gemeinsame Grundlage. Tatsächlich zeigten seit 30 Jahren (oder mehr) die Ölkonzerne und ihre Vertreter in Washington großes Interesse an der Entwicklung und vor allem an der Kontrolle der Öl- und Gas-Ressourcen des nur unzureichend genutzten Kaspischen Beckens. [14] Zu diesem Zweck hat Washington Strategien entwickelt, die zur Errichtung von Stützpunkten in Kirgisistan und während vier Jahren (2001-2005) in Usbekistan geführt haben. [15] Der angezeigte Zweck dieser Stützpunkte war, die militärischen Operationen der Vereinigten Staaten in Afghanistan zu erlauben. Nebenbei ermutigt die Präsenz der USA auch die Regierungen der Nachbarnationen, unabhängiger von dem russischen Willen zu handeln. Wir können als Beispiel Kasachstan und Turkmenistan anführen, beide Länder sind Bereiche von Öl- und Gas-Investitionen von US-Unternehmen.

Washington dient den Interessen der westlichen Ölgesellschaften, nicht nur wegen ihrem korrumpierenden Einfluss auf die Verwaltung, sondern weil das aktuelle Überleben der US-Petro-Ökonomie von der westlichen Weltvorherrschaft im Öl Handel abhängt. In einem meiner Bücher analysiere ich diese Politik, und erkläre, wie sie zu den jüngsten Interventionen der USA, aber auch zur Verarmung der Entwicklungsländer seit 1980 beigetragen hat. Einfach ausgedrückt, haben die Vereinigten Staaten die Vervierfachung der Ölpreise in den 70er Jahren im Wesentlichen gemeistert, indem sie die Petrodollar, mit Hilfe geheimer Absprachen mit den Saudis, in die US-Wirtschaft wieder einschleusten. Das erste dieser Abkommen war eine besondere und kontinuierliche saudische Beteiligung an der Gesundheit des US-Dollars; das zweite verankerte den permanenten Schutz des Landes in der ausnahmslosen Preiseanlegung in Dollar für Öl Käufe in der OPEC. [16] Diese beiden Abkommen gewährleisteten, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten durch die OPEC-Öl-Preissteigerungen nicht geschwächt werde. Die schwerste Bürde würde im Gegenteil auf den Schultern der Volkswirtschaften der am wenigsten entwickelten Länder lasten. [17]

Der US-Dollar, trotz seiner fortschreitenden Abschwächung, hängt noch in großem Masse von der Politik der OPEC ab, die diese Währung ihren Käufern aufzwingt. Wir können ermessen, mit wie viel Kraft die Vereinigten Staaten imstande sind diese Politik aufzuzwingen, wenn man das Schicksal der Länder, die beschlossen haben ihr zu widerstehen, beobachtet. „Im Jahr 2000 bestand Saddam Hussein darauf, dass irakisches Öl in Euro verkauft wird. Dies war ein politisches Manöver, das die jüngsten Einnahmen für den Irak durch die Wertsteigerung des Euro gegenüber dem Dollar erhöht hat.“ [18] Drei Jahre später, im März 2003, drangen die Vereinigten Staaten in dieses Landes ein. Zwei Monate später erließ Bush am 22., Mai 2003 durch eine Executive Order, dass irakisches Öl wieder in Dollar und nicht in Euro gekauft werden müsse. [19]

Nach einem russischen Artikel, kurz vor der Intervention der NATO in Libyen Anfang 2011, hatte Muammar al-Gaddafi manövriert, um den Dollar als Währung für libysches Öl zu verweigern, sowie Saddam Hussein. [20] Im Februar 2009 kündigte der Iran an, „ganz aufgehört zu haben, Öl-Transaktionen in US-Dollar zu machen.“ [21] Die wirklichen Konsequenzen dieser gewagten iranischen Entscheidung wurden noch nicht beobachtet. [22]

Ich betone den folgenden Punkt: jede neuere Intervention der USA und der NATO hat dazu beigetragen, die rückläufige Überlegenheit der westlichen Ölgesellschaften in dem globalen Öl-System zu unterstützen, also auch die der Petrodollar. Ich denke jedoch, dass die Öl-Unternehmen selbst imstande sind, oder zumindest dazu beitragen, politische Interventionen auszulösen. Wie ich bereits in meinem Buch „Drugs, Oil, and Wars“ schrieb(s. 8):

Wiederholt wird US-Ölfirmen vorgeworfen, sich an Geheimoperationen, entweder direkt oder über Zwischenhändler, zu beteiligen. In Kolumbien (wie wir sehen werden) war eine Sicherheitsfirma der USA, die für Occidental Petroleum Company arbeitete, an einer militärischen Operation der kolumbianischen Armee beteiligt, "die irrtümlich 18 Zivilisten tötete“.

Als passenderes Beispiel aus Russland würde ich eine geheime Operation von 1991 in Aserbaidschan erwähnen, die ein klassisches Beispiel für tiefe Politik ist. In diesem Land haben ehemalige CIA-Beamte, die in einer zweifelhaften Öl-Firma (MEGA-Oil) beschäftigt waren, „eine militärische Ausbildung ins Leben gerufen, verteilten ‚Aktentaschen voller Bargeld’ an Mitglieder der Regierung, und richteten eine Fluggesellschaft [...] ein, die bald Hunderte von Mudschaheddin-Söldner aus Afghanistan in dieses Land einfliegen konnte.“ [23] Ursprünglich wurden diese zuletzt auf etwa 2000 geschätzten Söldner eingestellt, um die armenische Armee, die von Russland unterstützt wurde, in der umstrittenen Region von Bergkarabach zu bekämpfen. Aber sie verstärkten auch die islamistischen Kämpfer in Tschetschenien und Dagestan. Sie halfen auch, aus Baku einen Umschlagsort für afghanisches Heroin zu machen, zugleich für den russischen, städtischen Markt und die tschetschenische Mafia. [24]

1993 nahmen sie an dem Sturz von Abulfaz Elchibey teil, dem ersten gewählten Präsident von Aserbaidschan und an seiner Ersetzung durch Heydar Aliyev. Letzterer unterschrieb dann einen großen Öl-Vertrag mit BP, der schließlich die Baku-Tbilisi-Ceyhan Öl-Pipeline wurde, die das Land mit der Türkei verbindet. Es sei darauf hingewiesen, dass der US-amerikanische Ursprung der MEGA-Oil-Beamten unbestritten ist. Auf der anderen Seite wissen wir nicht genau, wer dieses Unternehmen finanziert hat. Es hätte eine der Ölgesellschaften sein können, die meisten von ihnen haben (oder hatten) ihre eigenen Geheimdienste. [25] Einige große Ölfirmen wie Exxon, Mobil und BP wurden beschuldigt "hinter dem Staatsstreich zu sein", der zu dem Ersatz von Elchibey durch Aliyev geführt hat. [26]

Offensichtlich glauben Washington und die größten Ölgesellschaften, dass ihr Überleben von ihrer währenden aktuellen Vorherrschaft im internationalen Erdöl-Markt abhänge. In den 1990er Jahren, als man die größten nicht bewiesenen Kohlenwasserstoff-Reserven hauptsächlich in dem Kaspischen Becken lokalisierte, wurde diese Region für die US- Investitionen in Öl-Unternehmen und für die Sicherheits-Expansion der Vereinigten Staaten ein zentraler Punkt. [27]

Als Stellvertretender Secretary of State und enger Freund von Bill Clinton versuchte Strobe Talbott, eine vernünftige Strategie vorzulegen, um diese Erweiterung zu gewährleisten. In seiner wichtigen Rede vom 21. Juli 1997:

« Talbott stellte die vier Aspekte einer [potenziellen] Unterstützung durch die Vereinigten Staaten der Ländern des Kaukasus und Zentralasien vor: 1) Förderung der Demokratie; (2) Gründung von Marktwirtschaft; ((3) Förderung des Friedens und der Zusammenarbeit, innerhalb und unter den Ländern der Region und 4) ihre Integration in die internationale Staatengemeinschaft. […] Er kritisierte scharf, was er für ein veraltetes Design des Wettbewerbs im Kaukasus und in Zentralasien hielt, und warnte alle jene, die das "great game" [Großes Spiel] als Deutung in der Region adoptieren wollten. Stattdessen schlug er eine Vereinbarung vor, bei der alle durch Zusammenarbeit mit Gewinn herauskommen würden. » [28]

Aber dieser multilaterale Ansatz wurde von den Mitgliedern beider Parteien sofort angegriffen. Nur drei Tage später reagierte die Heritage Foundation, die rechtsdenkende Maschine der Republikanischen Partei, „die Clinton-Administration, begierig Moskau zu besänftigen, zögerte die strategische Chance auszubeuten, um die Interessen der Vereinigten Staaten im Kaukasus zu sichern.“  [29] Im Oktober 1997 fand diese Kritik ihr Echo in „The Great Chessboard“ [dem Großen Schachbrett], einem wichtigen vom ehemaligen Berater der Nationalen Sicherheit, Zbigniew Brzezinski, geschriebenen Werk. Letzterer ist sicherlich der Hauptgegner von Russland in der Demokratischen Partei. Obwohl er zugab, dass „die [US] Außenpolitik die notwendigen Verbindungen zu einer echten globalen Zusammenarbeit fördern [sollte...]“, verteidigte er aber in seinem Buch das Konzept des von Talbott abgelehnten "Großen Spieles". Nach Brzezinski, wäre es zwingend notwendig, die Entstehung eines Mitbewerbers in Eurasien zu verhindern, der in der Lage wäre, den Kontinent zu beherrschen und [die USA] herauszufordern". [30]

Im Hintergrund dieser Debatte entwickelten die CIA und das Pentagon durch das Atlantische Bündnis eine „Projektions-Strategie“, die sich den Vorschlägen von Talbott widersetzte. Im Jahr 1997 begann das Pentagon im Rahmen des Programms "Partnerschaft für den Frieden" der NATO, militärische Übungen mit Usbekistan, Kasachstan und Kirgisistan. Dieses Programm war „der Ansatz einer Militärmacht, die von der NATO in dieser Region geführt wurde“. [31] Als CENTRAZBAT getauft, wurden diese Übungen eine potentielle Bereitstellungen der amerikanischen Kampftruppen. Catherine Kelleher, Assistentin des stellvertretenden Staatssekretärs für Verteidigung, zitierte "die Präsenz riesiger Energieressourcen" als Rechtfertigung für das militärische Engagement der Vereinigten Staaten in dieser Region. [32] Usbekistan, das Brzezinski für seine geopolitische Bedeutung hervorhob, wurde zum Drehpunkt für die amerikanischen militärischen Übungen, obwohl dieses Land eine der schlechtesten Noten in Sachen Menschenrechts-Achtung in dieser Region hat. [33]

Natürlich war die "Tulpenrevolution" vom März 2005 in Kirgisistan ein weiterer Schritt der Doktrin der strategischen Projektion des Pentagon und der CIA. Sie erfolgte zu einem Zeitpunkt, als George W. Bush häufig von "Strategie der Projektion der Freiheit" sprach. Später, bei einem Besuch Georgiens, akzeptierte er diese Änderung des Regimes und stellte sie als ein Beispiel für „Demokratie und Freiheit in voller Expansion“ dar. [34] (In Wirklichkeit war sie mehr ein blutiger Staatsstreich als eine ’Revolution’.) Das Bakijew-Regime „dirigierte das Land wie ein Verbrecher-Syndikat“, in den Worten von Alexander Cooley, Professor an der Columbia University. Insbesondere beschuldigten viele Beobachter Bakijew, die Kontrolle über den lokalen Drogenhandel übernommen zu haben und ihn wie ein Familienunternehmen zu verwalten. [35]

In einem gewissen Maß hat sich die Obama-Administration von dieser Vorherrschafts-Rhetorik, die das Pentagon die "totale Vorherrschaft" ("Full-Spectrum Dominance") nennt, entfernt. [36] Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass unter seiner Präsidentschaft der Druck zur Reduzierung des Einflusses der Russischen Föderation beibehalten wurde, wie z. B. in Syrien. In der Tat ist Washington seit einem halben Jahrhundert in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite, eine Minderheit, die hauptsächlich in dem Außenministerium (z. B. Strobe Talbott) wirkt, die eine Zukunft in Zusammenarbeit mit der Sowjetunion vorgesehen hatte. Auf der anderen, die hegemonialen Falken, die vor allem bei der CIA und dem Pentagon (William Casey, Dick Cheney und Donald Rumsfeld) arbeiten. Sie haben ständig Lobbyarbeit geleistet, um in den Vereinigten Staaten eine unipolare Strategie für globale Vorherrschaft durchzusetzen. [37] Bei der Verfolgung dieses unerreichbaren Zieles zögerten sie nicht, sich jetzt mit Drogenhändlern, vor allem in Indochina, Kolumbien und Afghanistan zu verbünden. [38]

Darüber hinaus haben diese Falken massiv die narkotische Tilgungs-Strategie der DEA (Drug Enforcement Administration) verwendet, [39] wie ich es in der „Amerikanischen KriegsmaschineLa Machine de guerre américaine (p.43) geschrieben habe:

« Das eigentliche Ziel der meisten dieser Kampagnen [...] war noch nie das hoffnungslose Ideal, die Drogen auszurotten. Es war vielmehr die Aufteilung des Marktes, d.h. auf bestimmte Feinde zu zielen, um sicher zu stellen, dass der Drogenhandel unter Kontrolle von Händlern bleibt, die mit dem Sicherheitsgerät des Staates Kolumbien oder der CIA verbunden sind“. [40]

Offensichtlich findet dieser Trend auch in Afghanistan statt, wo die Vereinigten Staaten ehemalige Drogendealer einstellten, damit sie ihre Invasion 2001 unterstützten. [41] Später kündigte Washington eine Strategie zur Drogenbekämpfung an, die sich explizit nur darauf beschränkte, Drogenhändler anzugreifen, die die Aufständischen unterstützten. [42]

Somit sind diejenigen, die wie ich, sich für die Verringerung des Drogenexports aus Afghanistan einsetzen, mit einem Dilemma konfrontiert. In der Tat müssen Strategien zur Bekämpfung des internationalen Drogenhandels, um wirksam zu sein, multilateral sein. In Zentralasien benötigen sie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation. Aber im Gegenteil waren die Bemühungen der wichtigen Pro-USA-Kräfte in diesem Bereich - einschließlich der CIA, US Army, NATO und der DEA bis jetzt nicht auf Zusammenarbeit aus, sondern auf die US-Hegemonie konzentriert.

Meiner Meinung nach wird die Antwort auf dieses Problem in der gemeinsamen Nutzung von Expertise und Ressourcen beider Länder zu suchen sein, im Rahmen der bilateralen und multilateralen Agenturen, die von keiner Partei dominieren werden. Eine erfolgreiche Anti-Drogen-Strategie sollte mehrdimensional sein, wie die Kampagne, die in Thailand erfolgreich geführt wurde. Darüber hinaus wird es wahrscheinlich nötig sein, dass beide Länder eine für die Bevölkerung günstige Politik umsetzen, was weder das eine noch das andere Land geschafft hat. [43]

Russland und die Vereinigten Staaten haben viele gemeinsame Merkmale, und auch viele Probleme. Beide sind Großmächte, obwohl sich ihre Überlegenheit gegenüber dem aufstrebenden China schwächt. Als Supermächte gaben beide Nationen der Versuchung des afghanischen Abenteuers nach, das viel besser informierte Köpfe heute bereuen. Zur gleichen Zeit muss dieses verwüstete Land, was Afghanistan geworden ist, dringende Probleme lösen, die auch diese drei Supermächte kennen. Es ist die Bedrohung durch Drogen und die entsprechende Gefahr, der Terrorismus.

Es ist im Interesse der ganzen Welt, dass Russland und die Vereinigten Staaten diesen Gefahren konstruktiv und uneigennützig widerstehen. Und hoffen wir, dass jeder Fortschritt bei der Reduzierung dieser gemeinsamen Bedrohungen ein neuer Schritt in dem schwierigen Prozess der Friedenskonsolidierung sein wird.

Das letzte Jahrhundert war der Schauplatz eines kalten Krieges zwischen den USA und Russland, zwei Supermächten, die sich schwer bewaffneten, im Namen der Verteidigung ihrer jeweiligen Völker. Die Sowjetunion verlor, was zu einer nicht-stabilen Pax Americana führte, gleich der Pax Britannica des 19. Jahrhunderts: eine gefährliche Mischung kommerzieller Globalisierung, wachsender Unterschiede von Einkommen und Vermögen und brutalem und expansivem Militarismus. Dieser verursacht mehr und mehr bewaffnete Konflikte (Somalia, Irak, Jemen und Libyen), wobei die Gefahr eines möglichen Weltkrieges (Iran) wächst.

Die Vereinigten Staaten, um ihre gefährliche Überlegenheit zu bewahren, sind heute dabei, gegen ihr eigenes Volk aufzurüsten, und nicht nur, um es zu verteidigen. [44] Alle Völker der Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, haben Interesse an der Schwächung dieser Vormachtstellung für eine weniger militaristische und mehr multipolare Welt.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] Der Schweizer Forschers Daniele Ganser- Autor des Buches mit dem Titel Les Armées Secrètes de l’OTAN : Réseaux Stay Behind, Opération Gladio et Terrorisme en Europe de l’Ouest (Éditions Demi-Lune, Plogastel-Saint-Germain, 2011 [seconde édition]) und der italienische Politiker Pino Arlacchi, ehemaliger Direktor des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC), wurden auch zu dieser Konferenz eingeladen.

[2] Donald Rumsfeld reagierte zunächst auf den 11. September, indem er nicht Afghanistan, sondern den Irak angreifen wollte. Ihm zufolge gäbe es "keine geeigneten Ziele in Afghanistan" (Richard Clarke, Against All Enemies, s. 31).

[3] Paul Wolfowitz sagte zu Wesley Clark, dass "wir etwa fünf oder zehn Jahre vor uns haben, um diese alten Klienten-Regime der Sowjets zu eliminieren - Syrien, Iran, Irak - bevor die nächste Supermacht kommt und uns herausfordert" (Wesley Clark, discours au San Francisco Commonwealth Club, 3. Oktober 2007). Zehn Jahre später, im November 2001, hörte Clark im Pentagon, dass die Pläne, um den Irak anzugreifen in "Diskussion im Rahmen eines Fünf-Jahres-Plans“ waren [...] „Beginnend mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Iran, Somalia und Sudan "(Wesley Clark, Winning Modern Wars [Public Affairs, New York, 2003], s. 130).

[4] Der Begriff "Hegemonie" kann eine leichte Bedeutung haben, die ein freundliches Verhältnis in einer Konföderation bedeutet, oder eine feindliche. Die Bewegung der Vereinigten Staaten in Richtung einer globalen, unerschütterlichen und unipolaren Hegemonie ist beispiellos und verdient ihren eigenen Namen. «Dominationismus» ist ein scheußlicher Begriff, mit starkem sexuellem und perversem Beigeschmack. Deshalb wählte ich ihn.

[5] Die neuesten Bücher von William Blum sind Killing Hope : U.S. Military and CIA Interventions Since World War II (2003) et Freeing the World to Death : Essays on the American Empire (2004).

[6] Paul Joseph Watson, « Leaked U.S. Army Document Outlines Plan for Re-Education Camps in America », 3. Mai 2012: „das Handbuch erklärt deutlich, dass diese Maßnahmen auch auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten unter der Leitung des [Department of Homeland Security] und der FEMA gelten. Dieses Dokument fügt hinzu, dass "die Umsiedlungs-Operationen die eine zeitweilige Inhaftierung (weniger als 6 Monate) oder eine semi-permanente (über 6 Monate) für große Gruppen von Zivilisten erfordern können.“

[7] Siehe Peter Dale Scott, « La continuité du gouvernement étasunien : L’état d’urgence supplante-t-il la Constitution ? » ; Peter Dale Scott, « Continuity of Government’ Planning : War, Terror and the Supplanting of the U.S. Constitution ».

[8] Vor zwei Nächten hatte ich einen intensiven und verwirrenden Traum. Am Ende sah ich die Eröffnung einer Konferenz, wo ich wieder, wie in Moskau, sprechen sollte. Unmittelbar nach meiner Rede rief das Programm dieser Veranstaltung auf, die Möglichkeit zu diskutieren, ob "Peter Dale Scott" eine Fiktion sei, welcher dunklen illegalen Zielen dienen könnte oder ob es in Wirklichkeit gar keinen "Peter Dale Scott“ gäbe.

[9] « Die totale Vorherrschaft" ("Full-Spectrum Dominance") bedeutet die Fähigkeit der USA, allein oder mit Verbündeten zu handeln, alle Gegner schlagen und jede Situation kontrollieren zu können, die in die Kategorie der militärischen Operationen fällt." (Joint Vision 2020, Verteidigungsministerium, 30. Mai 2000; siehe « Joint Vision 2020 Emphasizes Full-spectrum Dominance », Departement of Defense).

[10] Also unbestreitbar aber weniger offensichtlich war das Öl - oder vielmehr eine Pipeline - auch ein Faktor für die Auswirkungen auf die Intervention der NATO im Kosovo 1998. Siehe Peter Dale Scott, Drogen, Öl und Krieg: The United States in Afghanistan, Colombia, and Indochina (Rowman & Littlefield Publishers, Lanham, MD), [die Vereinigten Staaten in Afghanistan, Kolumbien und Indochina (Rowman & Littlefield Publishers, Lanham, MD)], s. 29 ; Peter Dale Scott, « La Bosnie, le Kosovo et à présent la Libye : les coûts humains de la collusion perpétuelle entre Washington et les terroristes », Mondialisation.ca, 17 octobre 2011.

[11] Scott, Drugs, Oil, and War, pp.8-9, p.11.

[12] Beispielsweise hätte das Exxon-Unternehmen keine föderale Steuer auf das Einkommen im Jahr 2009 bezahlt, zu einem Zeitpunkt mit Rekord-Gewinnen für das Unternehmen (Washington Post, 11. Mai 2011). Cf. Steve Coll, Private Empire: ExxonMobil and American Power (Penguin Press, New York, 2012), pp.19-20: «In manchen fernen Ländern, wo es Business machte, [...]» war der Einfluss von Exxon auf lokale zivile und Sicherheits-Politik grösser als die von der Botschaft der Vereinigten Staaten. »

[13] Charles J. Lewis, « Obama again urges end to oil industry tax breaks », Houston Chronicle, 27. April 2011; « Politics News: Obama Urges Congress to End Oil Subsidies », Newsy.com, 2 mars 2012.

[14] Siehe einen Artikel, der im Jahr 2001 von dem Foreign Military Studies Office de Fort Leavenworth veröffentlicht wurde: "das Kaspische Meer scheint auf einem anderen Meer - einem Meer von Kohlenwasserstoffen - zu ruhen. […] Das Vorhandensein von diesen Ölreserven und der Möglichkeit es zu exportieren, erregt [sic] neue strategische Bedenken für die Vereinigten Staaten und andere westliche industrialisierte Mächte. Während Ölgesellschaften eine Pipeline von dem Kaukasus nach Zentralasien bauen, um Japan und den Westen zu beliefern, haben diese strategischen Bedenken militärische Konsequenzen. » (Lester W. Grau, « Hydrocarbons and a New Strategic Region: The Caspian Sea and Central Asia » (Military Review [May-Juin 2001], p.96); in La Route vers le Nouveau Désordre Mondial (50 ans d’ambitions secrètes des États-Unis) Peter Dale Scott zitiert, [Éditions Demi-Lune, Paris, 2010], p.51).

[15] Diskussion in Peter Dale Scott, « Le ‘Projet Jugement dernier’ et les événements profonds : JFK, le Watergate, l’Irangate et le 11-Septembre », Réseau Voltaire, 4 janvier 2012. “The Doomsday Project and Deep Events: JFK, Watergate, Iran-Contra, and 9/11 ”, by Peter Dale Scott, Voltaire Network, 4 January 2012, Diplomatische Verhandlungen die darauf abzielten, eine US-Basis in Tadschikistan aufzubauen, fanden auch statt: siehe Joshua Kucera « U.S. : Tajikistan Wants to Host an American Air Base », Eurasia.net, 14 décembre 2010.

[16] David E. Spiro, The Hidden Hand of American Hegemony: Petrodollar Recycling and International Markets (Ithaca, Cornell UP, 1999): « In 1974 verhandelte [Der Treasury-Sekretär William] Simon ein geheimes Abkommen, damit die saudischen Zentralbank Wertpapiere von dem US-Tresor außerhalb der üblichen Verkaufsprozesse kaufen kann. Wenige Jahre später knüpfte der Treasury-Sekretär Michael Blumenthal einen Geheimvertrag mit den Saudis an, um sicherzustellen, dass die OPEC weiterhin den Ölpreis in Dollar ausschreiben würde. Diese Vereinbarungen waren vertraulich, weil die USA den anderen industrialisierten Demokratien versprochen hatten, nicht mehr eine solche einseitige Politik zu verfolgen.“ Siehe s. 103 - 112.

[17] „Solange das OPEC-Öl in US-Dollar verkauft wurde und diese Organisation sie in US-Staatsanleihen investierte, genossen die USA ein doppeltes Darlehen. Der erste Teil des Kredits war das Öl. In der Tat konnte die Regierung der Vereinigten Staaten Dollarscheine drucken, um ihr Öl zu kaufen. Als Gegenleistung war die US-Wirtschaft aber nicht genötigt Waren und Dienstleistungen zu produzieren, selbst bis zu ihrem Kauf mit diesen Dollar durch die OPEC. Natürlich hätte diese Strategie nicht funktionieren können, wenn dieses Geld kein Mittel zur Begleichung des Öls darstellte. Der zweite Teil dieses Darlehens kam von den anderen Volkswirtschaften, die Dollar erwerben mussten um ihr Öl kaufen zu können, die aber diese Währung nicht drucken konnten. Sie mussten Waren und Dienstleistungen verkaufen, um die Dollar zu bekommen, mit denen sie bei der OPEC zahlen konnten.“ (Spiro, Hidden Hand, s.121).

[18] Carola Hoyos und Kevin Morrison, « Iraq returns to the international oil market », Financial Times, 5. Juni 2003. Siehe Coll, Private Empire, s. 232: "Am Ende seiner Herrschaft hatte ein verzweifelter Saddam Hussein mit russischen und chinesischen Unternehmen [Öl] Produktions- verteilungs-Verträge unterzeichnet, aber diese Abkommen sind nie umgesetzt worden."

[19] Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , ss.265-66. Siehe auch William Clark, « The Real Reasons Why Iran is the Next Target: The Emerging Euro-denominated International Oil Marker », Global Research, 27 octobre 2004.

[20] Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , ss.265-66. Siehe auch William Clark, « The Real Reasons Why Iran is the Next Target: The Emerging Euro-denominated International Oil Marker », Global Research, 27 octobre 2004.

[21] « Iran Ends Oil Transactions in U.S. Dollars », CBS News, 11. Februar 2009.

[22] Im März 2012 hat SWIFT, das Unternehmen, das die globalen finanziellen Transaktionen verwaltet, die iranischen Banken von diesem System ausgeschlossen, indem es den Sanktionen der Vereinten Nationen und den Vereinigten Staaten folgte (BBC News, 15. März 2012). Am 28. Februar 2012 erklärte Business Week, dass dieser Akt "Ölmärkte stören könnte [,] und dass es über die Möglichkeit besorgt ist, dass die Käufer nicht mehr die täglichen 2,2 Millionen Barrel Öl des zweitgrößten Exportlandes der OPEC bezahlen könnten."

[23] Peter Dale Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , pp.229-31 ; cf. Scott, Drugs, Oil, and War, p.7.

[24] Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , p.231.

[25] Das Office of Strategic Services (OSS), die Agentur von verdeckten Operationen von den Vereinigten Staaten während des zweiten Weltkrieges, wurde hastig gegründet, indem es besonders Mitarbeiter von gewissen Öl-Unternehmen rekrutierte, die in Asien fungierten, wie z. B. Standard Oil of New Jersey (Esso). Siehe Smith, OSS, s. 15, s. 211.

[26] « BP oiled coup with cash, Turks claim », Sunday Times (Londres), 26 mars 2000 ; zitiert in Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , ss. 231-33.

[27] 1998 bemerkte Dick Cheney, der damals der CEO von der Halliburton Öl- Dienstleistungs-Firma war: "Ich kann mich nicht erinnern, so plötzlich eine Zone als ein Gebiet von großer strategischer Bedeutung entstehen gesehen zu haben, wie es heute der Fall für das Kaspische [Becken] ist." (George Monbiot, « America’s pipe dream », The Guardian [London], 23. Oktober 2001).

[28] R. Craig Nation, « Russia, the United States, and the Caucasus », US Army War College, Strategic Studies Institute. Die Worte von Talbott verdienen ausführlich zitiert zu werden: „Seit Jahren war es Mode zu verkünden oder wenigstens vorherzusagen, dass eine Wiederholung des "great game" im Kaukasus und in Zentralasien stattfinde. Natürlich bedeutet dies, dass die Dynamik in dieser Region - durch Öl gespeist und angespornt- der Wettbewerb zwischen den Großmächten wäre. Dieser wäre schädlich für die lokale Bevölkerung. Unser Ziel ist, diese regressive Entwicklung zu vermeiden, und zu handeln, um die Promotoren daran zu hindern. […] Das große Spiel im Inneren der [Romane] Kim von Kipling und Flashman von Fraser wurde mit einem Patt beendet. Was wir bringen wollen, ist genau das Gegenteil. Wir wollen, dass alle verantwortlichen Akteure von Zentralasien und dem Kaukasus Gewinn daraus erhalten.“ (M.K. Bhadrakumar, « Foul Play in the Great Game », Asia Times, 13. Juli 2005).

[29] James MacDougall, « A New Stage in U.S.-Caspian Sea Basin Relations », Central Asia, 5 (11), 1997; der Ariel Cohen zitiert, « U.S. Policy in the Caucasus and Central Asia : Building A New ‘Silk Road’ to Economic Prosperity », Heritage Foundation, 24. Juli 1997. Im Oktober 1997 legte Senator Sam Brownback einen Gesetzentwurf vor, den Silk Road Strategy Act of 1997 [den Seidenstraße-Strategie-Gesetz von 1997] (S. 1344), um die neuen zentralasiatischen Staaten zur Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und nicht mit Russland oder dem Iran anzueifern.

[30] Zbigniew Brzezinski, Le Grand Échiquier (L’Amérique et le reste du monde), (Bayard Éditions, Paris, 1997), pp.24-25.

[31] Ariel Cohen, Eurasia in Balance: The US and the Regional Power Shift, p.107.

[32] Michael Klare, Blood and Oil (Metropolitan Books/Henry Holt, New York, 2004), ss. 135-36; R. Jeffrey Smith zitierend, « U.S. Leads Peacekeeping Drill in Kazakhstan », Washington Post, 15. September 1997. Cf. Kenley Butler, « U.S. Military Cooperation with the Central Asian States », 17. September 2001.

[33] Zbigniew Brzezinski, Le Grand Échiquier, p.172.

[34] Peter Dale Scott, « Kyrgyzstan, the U.S. and the Global Drug Problem: Deep Forces and the Syndrome of Coups, Drugs, and Terror », Asia-Pacific Journal: Japan Focus; Zitat von Präsident Bush, Rede über den Stand der Union, 20. Januar 2004; « Bush: Georgia’s Example a Huge Contribution to Democracy », Civil Georgia, 10. Mai 2005. Auf die gleiche Weise wurde Zbigniew Brzezinski in einer kirgisischen Presse zitiert, wo er sagte: "Ich glaube, die Revolutionen in Georgien, Ukraine und Kirgisistan waren der aufrichtige und plötzliche Ausdruck eines vorherrschenden politischen Willens. » ( 27. März 2008).

[35] Scott, « Kyrgyzstan, the U.S. and the Global Drug Problem : Deep Forces and the Syndrome of Coups, Drugs, and Terror », zitiert Owen Matthews, « Despotism Doesn’t Equal Stability », Newsweek, 7. April 2010 (Cooley) ; Peter Leonard, « Heroin trade a backdrop to Kyrgyz violence », Associated Press, 24. Juni 2010; « Kyrgyzstan Relaxes Control over Drug Trafficking », Jamestown Foundation, Eurasia Daily Monitor, vol. 7, issue 24, 4. Februar 2010, etc.

[36] Departement of Defense, Joint Vision 2020, 30 mai 2000 ; Diskussion in Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial , ss. 50-51.

[37] Wesley Clark berichtete, dass Paul Wolfowitz, einer der wichtigsten Neokonservativen im Pentagon, ihm im Jahr 1991 ankündigte, dass "[die Vereinigten Staaten] etwa fünf oder zehn Jahren vor [sich] hätten, um mit diesen alten Klienten-Regimes der Sowjets aufzuräumen - Syrien, Iran, Irak - bevor die nächste Supermacht kommen wird, uns herauszufordern“ (Wesley Clark, discours au San Francisco Commonwealth Club, 3. Oktober 2007). Zehn Jahre später, im November 2001, hörte Clark im Pentagon, dass die Pläne, um den Irak anzugreifen in „Diskussion waren im Rahmen eines Fünf-Jahres-Plans, [...]mit dem Irak beginnend und dann Syrien, Libanon, Libyen, Iran, Somalia und Sudan“ (Wesley Clark, Winning Modern Wars [Public Affairs, New York, 2003], p.130).

[38] Siehe Scott, La Machine de guerre américaine : La politique profonde, la CIA, la drogue, l’Afghanistan, … , (Éditions Demi-Lune, Plogastel-Saint-Germain, 2012).

[39] Concernant la dérive hégémoniste de la « guerre contre la drogue » menée par la DEA en Asie, voir Scott, La Machine de guerre américaine , pp.187-212.

[40] Scott, La Machine de guerre américaine , p.43.

[41] Beispielsweise können wir Haji Zaman Ghamsharik zitieren, der sich in Dijon (Frankreich), zurückgezogen hatte, wo amerikanische und britische Beamten ihn trafen und zur Rückkehr nach Afghanistan überredet haben (Peter Dale Scott, La Route vers le nouveau désordre mondial, p.181 ; der Philip Smucker zitiert, Al Qaeda’s Great Escape : The Military and the Media on Terror’s Trail [Brassey’s, Washington, 2004], s. 9.

[42] Scott, La Machine de guerre américaine , pp.340-41 (insurgés); James Risen, « U.S. to Hunt down Afghan Lords Tied to Taliban », New York Times, 10. August 2009: „Die militärischen Befehlshaber der Vereinigten Staaten erklärten dem Kongress, dass [...]. nur diejenigen [Drogenhändler] die dem Aufstand Unterstützung zukommen lassen, bekämpft werden würden.“

[43] Russland hat sich zu Recht über das Scheitern der USA und der NATO empört, den riesigen Anbau von Opium in Afghanistan seit einem Jahrzehnt ernsthaft zu bekämpfen (siehe zum Beispiel): « Russia lashes out at NATO for not fighting Afghan drug production », Russia Today, 28. Februar 2010). Jedoch die von Russland vorgeschlagene vereinfachende Lösung - die Zerstörung der Kulturen in den Feldern – hätte sicherlich die Bauern in die Arme der Islamisten gestürzt, was ebenfalls die USA und die Russische Föderation bedroht hätte. Viele Beobachter haben festgestellt, dass die Beseitigung der Mohnblume Kleinbauern in die Schulden der Landbesitzer und Menschenhändler treibt. Somit müssen sie oft ihre Schulden in Bargeld zahlen, oder mit Land, Vieh oder einem Mädchen - was üblich ist. […] Die Beseitigung der Mohnblume hat sie einfach noch mehr in die Armut gestürzt, die sie zunächst dazu führte, Opium zu kultivieren. » (Joel Hafvenstein, Opium Season: A Year on the Afghan Frontier, p.214); siehe « Opium Brides », PBS Frontline). Die Beseitigung von Opium in Thailand - oft zitiert als das erfolgreichste Programm seit demjenigen, das in China in den Jahren 1950 angewendet wurde, -, wurde durch Kombination von militärischem Zwang und sehr umfassenden alternativen Entwicklungsprogrammen erreicht. Siehe William Byrd und Christopher Ward, « Drugs and Development in Afghanistan », Weltbank, Conflict Prevention and Reconstruction Unit, Working paper series, vol. 18. (Dezember 2004); siehe auch « Secret of Thai success in opium war », BBC News, 10. Februar 2009.

[44] Siehe auch Peter Dale Scott, « La continuité du gouvernement étasunien : L’état d’urgence supplante-t-il la Constitution ? », Mondialisation.ca, 6. Dezember 2010.

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