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Verbrechen in Odessa

Was ist wirklich in dem Haus der Gewerkschaften von Odessa am 2. Mai 2014 passiert? Für die neuen Behörden in Kiew ist ein Zusammenstoß zwischen anti- und pro-Russen ausgeartet und 38 Menschen starben bei einem Brand. Aber die vorhandenen Bilder (Fotos und Videos) deuten auf eine andere Geschichte hin.

| Damaskus
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Nach den Nachrichtenagenturen von den Mitgliedstaaten der NATO haben Anhänger des Metalist Clubs (pro Kiew) und andere von Tchornomorets (pro-russischen) einander am Rande eines Fußball-Meisterschaftsspiels, am Freitag, 2. Mai 2014 in Odessa bekämpft. Die Anhänger des Tchornomorets zogen sich in das Haus der Gewerkschaften zurück, wo einige von ihnen angeblich auf die des Metalist geschossen hätten. Letztlich verwüstete ein Feuer das Gebäude, wahrscheinlich durch den von beiden Seiten verursachten Einsatz von Molotow-Cocktails, was etwa 40 Tote verursachte [1].

Moskau hat sofort das Fußball Match vom Brand des Hauses der Gewerkschaften getrennt. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten verurteilte heftig die Verantwortung der Behörden von Kiew und vom Pravý Sektor, ohne jedoch die offizielle menschliche Todesopferzahl zu bestreiten [2].

Es gibt kein Bild von der Konfrontation zwischen den Anhängern von Metalist und Tchornomorets, noch von der Flucht dieser Letzteren ins Haus der Gewerkschaften. Im vorherigen Bericht von Euro News sehen wir nur die pro-Kiew Leute, die die Polizei mit Steinen bewerfen.

Jedoch ist die westliche Version seither umstritten. Laut einigen ukrainischen Sites, wenn manche pro-Kiew Hooligans auch tatsächlich die Polizeikräfte am Rande des Matches angegriffen haben und Föderalisten verprügelt haben, gab es keine Schlacht zwischen den beiden Gruppen.

Das Haus der Gewerkschaften war das Hauptquartier der Föderalisten seit mehreren Wochen. Spät am Tag haben die Anhänger der Putschisten von Kiew das Gebäude angegriffen. Nach dem sie Zelte auf dem Platz in Brand gesteckt hatten, belagerten sie das Gebäude und warfen während 20 Minuten Molotow-Cocktails auf die Fassade.

Am Ende brach ein Feuer aus, an zwei verschieden Stellen des Gebäudes, im Erdgeschoss und im zweiten Stock. Rauch ist in die oberen Stockwerke nur durch die Treppenhäuser gelangt.

Das Publikum war gespalten, zwischen denjenigen, die die eingeschlossenen Menschen im Haus retten wollten und der Mehrheit, die jubelte. Manche filmten ihren Tod wie einen Triumph. Leute fielen von den oberen Etagen, die nicht brannten. Die Feuerwehr hat schließlich eingegriffen.

Als die Hooligans in das Gebäude eintraten, nach der Intervention der Feuerwehrleute, stießen sie auf alle Arten von verschlossenen Türen, die sie aufbrechen mussten. Sie haben dann die Leichen entdeckt. Sie selbst haben ihre Entdeckung gefilmt.

Die Fotos von den Hooligans zeigten Leichen von Menschen, die durch Rauch vergiftet waren, also ohne Spur von Verbrennungen. Aber die meisten der Körper waren im Gesicht und an den Händen verbrannt. Oft waren andere Teile des Körpers und die Kleidung intakt, und es gab keine Spur von Feuer in den Raum. Einige Körper waren auf dem Boden geschleift worden.

Alles deutet darauf hin, dass ein Killer-Team sie im Inneren des Gebäudes erledigt hat, während andere Teile des Gebäudes brannten. Dann scheint das Verbrechen durch Verbrennen mit Benzin der verletzten Körperteile maskiert worden zu sein.

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Diese Version scheint durch die Tatsache erhärtet, dass am Eintritt der Hooligans mehrere Zimmer bereits geplündert waren.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] Siehe z.B.: « À l’origine, la vengeance de supporters de football » [„Ursprünglich, die Rache der Fußball-fans“], AFP, 4 Mai 2014.

[2] « Заявление МИД России о трагических событиях в Одессе », Kommuniqué du ministère russe des Affaires étrangères, [russisches Außenministerium] 2. Mai 2014, 23h57.

Thierry Meyssan

Thierry Meyssan Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

 
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