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Kämpfe zwischen Palästinensern in der Nähe von Damaskus

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Mittwoch, am 1. April 2015 fand in dem palästinensischen Lager Jarmuk am Stadtrand von Damaskus eine von dem syrischen Versöhnungs-Ministerium organisierte Zeremonie statt.

Das Lager wurde aber von Elementen aus dem benachbarten Dorf Hadschar el-Aswad angegriffen, die mit gewissen ehemaligen Hamas-Militanten verbündet waren, die zuerst zur al-Nusra Front (al-Kaida) übergelaufen waren und die heute zu Daesh gehören.

Mehrere Stunden lang haben sehr harte Kämpfe zwischen Daesh und verschiedenen palästinensischen Milizen stattgefunden, unter ihnen auch ihre ehemaligen Kameraden von der Hamas. Am späten Abend kontrollierten die Dschihadisten den größten Teil des Lagers. Aber in der Nacht schickte die Syrische Arabische Armee Verstärkung und Daesh zog sich völlig zurück.

Das „Jarmuk“-Lager und das von „Palästina“ sind nicht Zeltlager oder Slums wie in anderen arabischen Staaten, sondern festgebaute, syrischen Verhältnissen angepasste Städte. Die Arabische Republik Syrien verwaltet sie gemeinsam mit den palästinensischen politischen Parteien.

Ende 2012 haben die zu Khaled Meshal loyalen Milizen der Hamas Dschihadisten der al-Nusra Front (al-Kaida) und israelische Mossad-Offiziere in das Lager eindringen lassen, damit sie die Führer der Fatah und der PFLP ermorden [1]. Die Arabische Republik Syrien rief sofort per Handy-SMS die 160 000 Einwohner zur Flucht auf. 120 000 von ihnen wurden innerhalb von 48 Stunden in Schulen und Hotels der Hauptstadt untergebracht. Die syrische arabische Armee hatte dann mit Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde das Lager gestürmt. Am Ende, nach harten Kämpfen und einer schrecklichen Belagerung wurde eine politische Einigung gefunden, um das Lager mit seinen übrigen 18 000 Menschen zu neutralisieren. Die Zeremonie von gestern sollte die Versöhnung zwischen Fatah, der Arabischen Republik Syrien und der PFLP einerseits und einem Ableger der Hamas und der al-Nusra-Elemente andererseits markieren.

Seit zwei Jahren greifen palästinensische Gruppen, die gegen die Arabische Republik Syrien sind, alle Lebensmittel-Nachschub-Konvois an, die in das Lager einreisen, beschlagnahmen die Waren und verkaufen sie dann 3,5-mal teurer an die anderen Bewohner des Lagers. Um essen zu können ist die Bevölkerung deshalb gezwungen, diesen Gruppen beizutreten, die ihnen dann ein Dollargehalt zahlen.

Die Golf-Presse hat eine Propaganda Kampagne gestartet, die die syrische arabische Armee beschuldigt, die Palästinenser verhungern zu lassen und sie zu bombardieren, wie es Israel im Gaza-Streifen macht.

Syrien ist der einzige arabische Staat, der den Palästinensern eine absolute rechtliche Gleichstellung und freien Zugang zu den Schulen, seinen Universitäten und seinen sozialen Diensten bietet. Mehrere Generäle der syrischen arabischen Armee sind Palästinenser.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Mossad-Agenten in der Al-Kaida-Einheit, die das Jarmuk-Lager angriffen“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 1. Januar 2013.

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