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Werden London, Paris und Tel Aviv durch Moskau und Washington sanktioniert werden?

Die Konfrontation, die gerade in Latakia stattgefunden hat, kann zu einer vollständigen Umverteilung der Karten in der Welt führen. Aus zwei Gründen, von denen der zweite dem westlichen Publikum verborgen wird. Erstens hat die Konfrontation das Leben von 15 russischen Soldaten gekostet; Zweitens betrifft sie nicht nur Israel, sondern auch das Vereinigte Königreich und Frankreich. Es ist möglicherweise die gefährlichste Krise seit mehr als 60 Jahren. Jetzt stellt sich die Frage, ob der sich mitten im Parlaments-Wahlkampf befindende Präsident Trump in der Lage ist, seinen russischen Amtskollegen zu unterstützen, damit die Vereinigten Staaten und Russland die Kolonialmächte sanktionieren, wie sie es 1956 während der Suez-Krise gemeinsam taten.

| Damaskus (Syrien)
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Der Stabschef der israelischen Luftwaffe, General Amikam Norkin, kommt am 20. September 2018 in höchster Eile nach Moskau, um seine Version der Ereignisse zu präsentieren. Sobald seine Beweise verifiziert und mit den anderen Aufzeichnungen verglichen, wird sich herausstellen, dass Israel mit Selbstsicherheit lügt.

Am 17. September 2018 haben Frankreich, Israel und Großbritannien eine gemeinsame Operation auf syrische Ziele durchgeführt. Im Laufe der kurzen Kämpfe wurde ein russischer Aufklärer durch syrisches, d.h. freundliches Feuer abgeschossen. Die Studie der Aufzeichnungen bescheinigt, dass sich eine israelische F-16 Maschine hinter der Iljuschin Il-20 versteckt hatte, um die syrische Flieger-Abwehrrakete zu täuschen.

Die Zerstörung eines russischen Militärflugzeuges durch Israels Schuld, während einer gemeinsamen britisch-französisch-israelischen Operation, hat in allen Außenministerien Bestürzung ausgelöst. Wenn es eine rote Linie seit Beginn des Konflikts in Syrien, vor sieben Jahren, gab, dann war es die, dass die verschiedenen Kriegsteilnehmer niemals russische, amerikanische oder israelische Streitkräfte in Gefahr brachten.

Auf jeden Fall weiß man sehr wenig über das, was passiert ist, außer dass:
- eine britische Tornadomaschine von Zypern abgeflogen war, um in den Irak zu fliegen. Während ihres Fluges verletzte sie den syrischen Luftraum, um die syrische Verteidigung zu scannen und um den alliierten Angriff möglich zu machen.
- weniger als eine Stunde später schossen vier israelische F-16 und eine französische Fregatte, die Auvergne, auf Ziele in Syrien in der Provinz Latakia. Die syrische Luftabwehr hat ihr Land verteidigt, indem sie S-200 Luftabwehr-Raketen gegen die französischen und israelischen Raketen feuerte.
- während der Schlacht hat eine F-16 einen russischen Aufklärer Iljuschin Il-20 als Schutzschild benutzt, welcher gerade eine Überwachungs-Mission in der Region ausführte und Startorte von Dschihadisten-Drohnen ausfindig machte. Die syrische Abwehr schoss eine Rakete ab, die auf die thermische Signatur des israelischen Flugzeuges zielte. Sie hätte also theoretisch das russische Flugzeug aus Versehen zerstören können.

Das ist allerdings höchst unwahrscheinlich, weil die S-200-Raketen mit einem Erkennungssystem von Freund-Feind-Zielen ausgestattet sind, was das russische Verteidigungsministerium zuerst bestätigt und dann dementiert hat. Wie auch immer, die Iljuschin wurde trotzdem zerstört, ohne dass man genau weiß, von wem und wie.

Die Feigheit der britischen und französischen Verantwortlichen führte sie dazu, alle Informationen über ihre Verantwortung in dieser Operation zu zensieren. London hat keinen Kommentar abgegeben und Paris streitet die Fakten ab. Weder die BBC, noch France-Télévision haben es gewagt, das Thema anzuschneiden. Für diese beiden Länder ist die Realität der Außenpolitik mehr als je zuvor von der demokratischen Debatte ausgeschlossen.

Unmittelbare Deutung der Ereignisse

Wir wissen nicht, ob die Zerstörung des russischen Flugzeuges und der Tod von 15 Mann an Bord, dem israelischen Piloten zugeschrieben werden muss - was unwahrscheinlich erscheint-, der israelischen Armee oder dem Bündnis, das den Angriff führte.

Von der Antwort auf diese Frage hängt ein möglicher Konflikt zwischen vier Atommächten ab. Diese Situation ist also von extrem ernster Bedeutung. Es gibt seit der Gründung der Russischen Föderation, Ende 1991, keinen Präzedenzfall dazu.

Die britisch-französisch-israelische Aggression ist die Reaktion dieser drei Länder auf das einige Stunden zuvor in Sotschi unterzeichnete Abkommen. Sie findet Anfang September statt, nach der US-amerikanischen Weigerung, Syrien unter einem falschen Vorwand zu bombardieren und der Entsendung einer US-Delegation in die arabische Welt, um sich von den britisch-französischen Initiativen zu distanzieren [1].

Die Sotschi Vereinbarungen sind von der Türkei unter starkem Druck von Russland unterzeichnet worden. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte sich in Teheran geweigert, das Memorandum über den Rückzug der Dschihad- und der türkischen Kräfte in Idlib zu unterzeichnen, und Präsident Vladimir Putin hat ihm trocken geantwortet. Einerseits durch die Bekräftigung der Souveränität und territorialen Integrität Syriens [2] und andererseits, indem er zum ersten Mal die völkerrechtliche Unrechtmäßigkeit der türkischen militärischen Präsenz in diesem Land betonte. Sehr beängstigt, hat Erdogan eine Einladung von Russland zehn Tage später angenommen.

Das Abkommen von Sotchi, das die Türkei durch die russischen Energie-Verträge weiter von der NATO entfernt, hat Ankara in der Tat gezwungen, sich aus einem Teil des von ihm besetzten Territoriums zurückzuziehen, um angeblich den in der Provinz Idlib versammelten Pseudo-"Rebellen" besseren Schutz zu gewähren [3]. Darüber hinaus hat die Türkei nur einen Monat Zeit, um die schweren Waffen ihrer Al-Qaida- und Daesch-Freunde zu beschlagnahmen [4].

Diese Vereinbarung war natürlich für London, Paris und Tel Aviv inakzeptabel:
- Schließlich bedeutet sie ja das Ende der Dschihadisten als Armee, während London sie führt, strukturiert und seit Jahrzehnten manipuliert; [5]
- das Ende des Traumes eines französischen Mandats in Syrien und die Schaffung einer neuen französischen Kolonie im Norden dieses Landes, unter dem verlogenen Namen Kurdistan (das Kurdistan ist nur in den im Jahr 1920 auf der Konferenz von Sèvres anerkannten Grenzen legitim. Das heißt, nicht im Iran oder in Irak oder in Syrien, sondern nur in der aktuellen Türkei [6]).
- das Ende der regionalen Dominanz Israels gegenüber einem gefestigten Syrien unter russischem Schutz.

Mittelfristige Deutung der Ereignisse

Die britisch-französisch-israelische militärische Allianz war seit der Suez Kanalkrise 1956 nicht mehr in Aktion. Damals haben Anthony Eden, Guy Mollet und David Ben Gurion gemeinsam ihre Kräfte eingesetzt, um die arabischen Nationalisten, besonders den ägyptischen Gamal Abdel Nasser zu demütigen und die englischen und französischen Kolonialreiche wieder herzustellen ("Operation Musketier").

Das ist genau das, was mit diesem neuen Angriff passiert ist: so wie der Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, es bestätigt hat, waren die angegriffenen Ziele nicht im Geringsten mit dem Iran und der Hisbollah verbunden. Diese britisch-französisch-israelische Aktion hatte nichts mit dem internationalen Kampf gegen die Dschihadisten im Allgemeinen und gegen Daesch im Besonderen zu tun. Sie hatte auch keine Verbindung mit dem Sturz der Arabischen Republik Syrien oder ihres Präsidenten Baschar Al-Assad. Ihr Hauptziel war, militärische Wissenschaftler, darunter Raketen-Spezialisten vom Institut für die technischen Industrien von Latakia zu ermorden.

Daher handelt es sich um die Wiederaufnahme und die Fortsetzung der seit zwanzig Jahren von Israel durchgeführten Politik der gezielten Tötungen, nacheinander gegen die irakischen, iranischen und jetzt syrischen Wissenschaftler. Sie ist einer der Pfeiler der Kolonialpolitik: zu verhindern, dass die unterworfenen Völker das gleiche Maß an Bildung wie ihre Herrscher erreichen. Der Westen verbot einst seinen Sklaven unter Todesstrafe, lesen zu lernen. Heute ermorden sie ihre Wissenschaftler. Diese Politik war mit der britisch-französisch-amerikanische Bombardierung (14. April 2018) neu begonnen worden, welche nur das Zentrum der wissenschaftlichen Forschung von Barzeh zerstörte [7], und dann mit dem Rückzug der US von dem 5+1 Abkommen mit dem Iran(JCPoA), das dieses Land gezwungen hat seine Kernphysik-Fakultäten zu schließen (8. Mai 2018).

Es ist einfach eine Arbeitsteilung: die Dschihadisten zerstören die Vergangenheit, der Westen zerstört die Zukunft.

Langzeitliche Interpretation der Ereignisse

Seit der Stationierung der russischen Truppen in Syrien am 13. September 2015, mit dem Ziel, dem Land bei der Bekämpfung von Terroristen zu helfen, haben die Verbündeten der Vereinigten Staaten die Unmöglichkeit eingesehen, die US-Pläne auszuführen, ohne einen Weltkrieg zu riskieren. Mit der Ankunft von Donald Trump im Weißen Haus haben sie nach und nach ihre Kriegs-Ziele in Frage gestellt, haben jene der "Freunde Syriens" aufgegeben und sich auf ihre eigenen historischen Strategien zurückgezogen [8].

Es ist diese Logik, die sie zur Neugestaltung der Allianz geführt hat, die auch zu der Suez-Krise führte. Und das ist auch die Logik, die Deutschland dazu bewegte, sich von ihnen zu distanzieren.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs hatten die englischen, französischen und russischen Imperien die Teilung der Welt beschlossen, die sie am Tag ihres Sieges verwirklichen würden. Sie wurde von Mark Sykes, Georges-Picot und Sergei Sazonov ausgehandelt. Während des Weltkrieges wurde der Zar von den Bolschewiken gestürzt, so dass die Teile der Welt, die für das russische Reich reserviert waren, wieder ins Spiel kamen. Schließlich wurde am Ende des ersten Weltkrieges allein der den Nahen Osten betreffenden Teil des Plans als "Sykes-Picot“ Vereinbarung umgesetzt.

Russlands Rückkehr ins internationale Spiel stellt daher die koloniale britisch-französische Aufteilung des Nahen Ostens in Frage. Der vorhersehbare, versehentliche oder absichtliche Zusammenstoß, ist nun mit der Zerstörung der Iljuschin Il-20 in der gemeinsamen britisch-französisch-israelischen militärischen Operation tatsächlich ans Licht gekommen.

Wie soll die Reaktion ausfallen

Die Bestürzung der internationalen Gemeinschaft angesichts des brutalen Aufkommens eines jahrhundertealten Konflikts misst sich an der Twitter-Stille des Weißen Hauses.

Während der Suez-Krise waren die beteiligten israelischen Truppen doppelt so zahlreich wie alle britischen und französischen Truppen zusammen. Insgesamt erreichten die Koalitionstruppen 250.000 Mann. Daher war es eine sehr große Operation im Vergleich zu Latakia. Tatsache bleibt aber, dass die beiden Krisen die gleiche diplomatische Logik besitzen und wahrscheinlich die gleichen Entwicklungen auslösen werden.

Während der Suezkrise, mitten im Kalten Krieg, hatte die Sowjetunion dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Israel mit nuklearer Vergeltung gedroht, wenn sie nicht aus Ägypten abzögen. Die NATO hatte zunächst die Europäer unterstützt, indem sie Moskau mit einem Weltkrieg bedrohte, bevor sie sich besann. Mitten im Kalten Krieg unterstützten die Vereinigten Staaten dann provisorisch die UdSSR, um den europäischen Wahnsinn zu stoppen.

Die Europäer walten zu lassen, hätte für Washington bedeutet, alle arabischen Länder in die Arme der Sowjets zu treiben. Darüber hinaus war es unhaltbar, die französisch-britische Intervention in dem Moment zu akzeptieren, in dem sie die Unterdrückung der ungarischen Revolution durch den Warschauer Pakt anprangerten.

Präsident Dwight D. Eisenhower und Vizepräsident Richard Nixon starteten einen monetären Angriff gegen das Pfund Sterling, schickten ihre Marine und Luftwaffe, um das britisch-französisch-israelische Aufgebot zu stören und verbaten die Verwendung von französischer militärischer Ausrüstung, die mit US-Mittel finanziert worden war.

Der internationale Frieden wurde durch einige Dritte gewahrt, wie den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld (der drei Jahre später ermordet wurde und posthum den Friedens-Nobelpreis erhielt), den kanadischen Minister für Ausländische Angelegenheiten, Lester B. Pearson (der auch den Friedens-Nobelpreis erhielt) und den Führer der Blockfreien und Premierminister von Indien, Jawaharlal Nehru.

Die Suez-Krise hat nicht nur das internationale, sondern auch das nationale politische Leben des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Israels grundlegend reorganisiert.
- Unter Umgehung des Vetos der Europäer im Sicherheitsrat, befahl die Generalversammlung der UNO den Rückzug der Invasoren und schuf die erste IFOR-Truppe der Vereinten Nationen.
- Im Vereinigten Königreich forderte das Unterhaus das Ende der kolonialen Politik zu Gunsten der Förderung der wirtschaftlichen Interessen von London über das Commonwealth.
- In Frankreich vereinigten sich die Kommunisten, die Gaullisten und die Pujadisten (einschließlich Jean-Marie Le Pen) gegen die Zentristen und Sozialisten; eine Konfiguration, die seither nie mehr eingetreten ist. Sechs Jahre später schätzte Präsident De Gaulle, dass er durch die Anerkennung der Unabhängigkeit Algeriens der militärischen Zusammenarbeit mit dem Kolonial-Staat Israel ein Ende setzt und eine Politik der Freundschaft und Zusammenarbeit mit den arabischen Völkern wieder aufnimmt, die Frankreich mit Ausnahme einer kolonialen Zwischenphase immer gekennzeichnet hatte. [9].

Die Position des Westens zu der Aggression von Latakia ist umso schwieriger, da die Israelis entgegen ihrer Vereinbarung mit Russland, Moskau erst lange nach dem Beginn der Operation informiert haben, nämlich nur eine Minute vor Ausführung ihres Beschusses. Das Pentagon hat seinerseits behauptet, überhaupt nicht informiert worden zu sein. Beachten wir jedoch, dass der gegenseitige israelisch-russische Nichtangriffspakt in Syrien nur existiert, weil Israel das Arsenal der USA im Nahen Osten ist, wo (mit Italien) die gesamte amerikanische Munition für die ganze Region gelagert wird. Wenn Israel also das Pentagon von seinem Vorhaben im Voraus nicht in Kenntnis gesetzt hat, kann es auch nicht von dem Schutz der USA profitieren und der gegenseitige Nichtangriffspakt kann daher durch Russland angefochten werden.

Die russische Antwort hängt von der Position des Weißen Hauses ab, die wir im Moment noch nicht kennen. Sie muss von dem Willen, die Spannung wenn möglich zu senken, geleitet werden und soll weiterhin die Abschreckung durch die Bestrafung jener Schuldigen aufrechterhalten, die vom Kreml als verantwortlich bezeichnet werden. Es ist nicht notwendig, dass Russland diese Sanktion bekannt macht, sofern die betroffenen Staatskanzleien davon informiert werden.

Die russische Antwort

Russland hat die Wahl, die Zerstörung seines Flugzeuges nur als einen Fehler des israelischen Piloten anzusehen, oder der israelischen Armee oder sogar der drei beteiligten Staaten (Großbritannien, Frankreich und Israel). Der russische Verteidigungsminister, Sergei Shoigu, hat mit seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman telefoniert. Er teilte ihm mit, dass er Israel für den Unfall verantwortlich macht und sich das Recht auf Vergeltung vorbehält. Ein wenig später sagte Putin: "Es handelt sich um eine Reihe von tragischen Ereignissen, weil unser Flugzeug nicht von einem israelischen Flugzeug abgeschossen wurde.“ Er wollte diese Situation von jener unterscheiden, als eine M-24 Sukhoi willentlich von einem türkischen Jäger im November 2015 abgeschossen wurde. Man ist also auf dem Weg zu einer öffentlichen Benennung von Israel als einzigem Verantwortlichen und für eine geheime Sanktion gegen die drei beteiligten Staaten.

Der israelische Beauftragte in Moskau, Keren Cohen Gat, wurde vom Außenministerium einberufen, während der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, reflexartig versuchte, die Schuld an dem Unfall auf den Iran abzuwälzen. Eine israelische Delegation unter der Leitung des Stabschefs der Luftwaffe, General Amikam Norkin, begab sich dann in höchster Eile nach Moskau. Er wies die Anklagen des russischen Ministeriums der Verteidigung zurück und sagte, dass Israel unschuldig sei und alle Schuld der Nachlässigkeit der Syrer zuzuschreiben sei.

Präsident Donald Trump, großer Bewunderer von Nixons Außenpolitik, hat hier die Gelegenheit, mit der britisch-französisch-israelischen Unterstützung des US-deep state aufzuräumen. Er kann jedoch während der Parlaments-Wahlkampagne nicht den Eindruck erwecken, den russischen Rivalen zu unterstützen und auf die Alliierten einzuschlagen. So sucht er nach einer Möglichkeit, seiner inländischen öffentlichen Meinung diese große Wende vorzustellen. In dieser Sicht hat er in einem Fernsehinterview von Hill TV den US-Einsatz im Erweiterten Nahen Osten verurteilt, der von seinem Vorgänger George Bush Jr. nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beschlossen wurde.

Am 23. September hat der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, General Igor Konashenkov, die Synthese des russischen Geheimdienstes und die von Syrien und Israel übergebenen Informationen präsentiert.
- Er beschuldigte Israel, die Vereinbarung des gegenseitigen Nichtangriffspakts von 2015 absichtlich verletzt zu haben, weil es Russland nicht im Voraus von seinem Angriff informiert hat und auch über seine Ziele gelogen hat.
- Er beschuldigte Israel, in dem Teil des Mittelmeerraumes gegenwärtige zivile Flüge gefährdet zu haben und für die Zerstörung der Iljuschin It-20 verantwortlich zu sein.
- Er prangerte seine mangelnde Nothilfepflicht für die russischen Soldaten an, als ihr Flugzeug abstürzte.
- Er beschuldigte auch General Amikam Norkin der Lüge, als er behauptete, dass die israelischen Kampfjets bereits nach Israel zurückgekehrt waren, als das russische Flugzeug abstürzte.
- Schließlich lehnte er die Dilettantismus-Vorwürfe gegen die syrische Verteidigung ab.

Aber er hat darauf verzichtet, das Vereinigte Königreich und Frankreich öffentlich zu hinterfragen, obwohl sie auch von seinen Äußerungen zu Israel betroffen sind.

Falls das Weiße Haus ein für seine Wähler akzeptables Narrativ des Sachverhalts finden würde, könnte Russland dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Israel jegliches Eindringen in den Marine-, Land- und Luftraum von Syrien ohne Genehmigung von Damaskus verbieten. London und Paris müssten ihre Bomben-Drohungen, unter welchem Vorwand auch immer (die gefälschten Chemiewaffen) stoppen und ihre Spezialeinheiten zurückziehen. Diese Maßnahme würde für alle Protagonisten erlassen werden, mit Ausnahme der USA und in Idlib für die Türkei.

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

[1] „Wer will wieder Krieg in Syrien anfangen?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Al-Watan (Syrien) , Voltaire Netzwerk, 5. September 2018.

[2] « Déclaration de l’Iran, de la Russie et de la Turquie sur la Syrie », Horizons et débats (Suisse) , Réseau Voltaire, 7 septembre 2018.

[3] „Die Schlacht von Idlib ist hinausgeschoben“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 18. September 2018.

[4] « Mémorandum de stabilisation de la situation dans la zone de désescalade d’Idleb », Réseau Voltaire, 17 septembre 2018.

[5] Sous nos yeux. Du 11-Septembre à Donald Trump, Thierry Meyssan, Demi-Lune, 2017.

[6] „Die Kurdistan-Projekte“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 5. September 2016.

[7] „Das Fiasko der Syrien Bombardierung“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 24. April 2018.

[8] „Aus dem Krieg gegen Syrien aussteigen“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 11. September 2018.

[9] « Conférence de presse de Charles De Gaulle, extrait relatif à Israël », Réseau Voltaire, 27 novembre 1967.

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