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SouthCom : Kontrolle von Lateinamerika

Seit dem XIX. Jahrhundert halten die USA Lateinamerika für ihre Einflusszone (Doktrin Monroe), aber es ist erst in 1903, als sie das SouthCom schufen. Es handelte sich also darum, die Zone der Eisenbahn zu besitzen, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, um dort einen Kanal zu bauen. Washington provozierte in Kolumbien eine unwahrscheinliche Sezession von Panama und schickte Truppen um « die Sicherheit des neuen Staates zu garantieren ». Während des Kalten Krieges unterstützte das SouthCom zuerst offen die politisch rechts stehenden Militärdiktaturen, kümmerte sich dann diskret um die marxistischen Guerillagruppen unter dem Vorwand, den Drogenhandel zu bekämpfen. Diese Entwicklung hat zu einer allmählichen strukturellen Reform geführt. Von da an arbeitet das SouthCom in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen US-Agenturen und nicht mehr einfach unter den Befehlen des Verteidigungsministeriums.
In den kommenden Jahren sollte sich das SouthCom mehr und mehr entwickeln, gemäß dem US-Abzug aus dem Grossen Mittleren Osten und seine Anstrengungen auf die Kontrolle der Ölfelder der karibischen Zone konzentrieren. Mit der Perspektive einer Kraftprobe gegen Venezuela und Kuba hat Washington die IV. Flotte (2008) wieder aufgebaut, die Regierung von Honduras überrumpelt, welche die Soto Cano Horch-Basis (2009) sperren wollte und sieben Militärbasen in Kolumbien gemietet (2009).

 
 
 
Obamas «Diplomatie» verbirgt sein Drangsalieren auf den Jamaika und Panama-Gipfeln Washington, D. C. (USA) | 17. April 2015
U.S. Präsident Barack Obama hatte auf dem CARICOM-Gipfel in Jamaika (Karibischen Gemeinschaft und Gemeinsamen Markt) und auf dem Gipfel der Staaten von Amerika in Panama eine Reihe von unangenehmen Begegnungen mit lateinamerikanischen und karibischen Führern. In Jamaika waren Staatsmänner wie Premierminister Roosevelt Skerrit der Republik Dominica anwesend. Skerrit hatte Obamas Sanktionspolitik gegen Dominicas Verbündeten Venezuela verurteilt und auch Washingtons Appell, dass die Regierung unter der Leitung von Präsident Nicolas Maduro eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA sei. Obama und seine Berater mussten peinlicherweise die Anklage gegen Venezuela für Bedrohung der nationalen Sicherheit während beider Gipfel „zurückfahren“.
 
 
 
Honduras (Juni 2009) - Paraguay (Juni 2012)
Von einem Staatsstreich zum anderen
von Éric Toussaint
Von einem Staatsstreich zum anderen 9. Juli 2012
Drei Jahre nach dem institutionellen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras Manuel Zelaya, hebt eine ähnliche Aktion den Präsidenten von Paraguay Fernando Lugo aus dem Amt, der gleicherweise dem hochheiligen allgemeinen Standard der allgemeinen Wahl entsprechend gewählt wurde, - wie Manuel Zelaya - aber ein Steinchen im Schuh der paraguayischen Oligarchie und seiner Meister in Washington wurde. Dieselbe Oligarchie fand sich jedoch mit den 35 Jahren repressiver Macht von General Alfredo Stroessner gut ab. Professor Eric Toussaint erläutert, wie der Segen von Washington für den honduranischen institutionellen Staatsstreich von 2009 die Tür für institutionelle Staatsstreiche geöffnet hat, in der Tat Staatsstreiche, die als legal verkleidete Unternehmen von den Parlamenten und der oligarchischen Elite unterstützt (...)