Am NATO Gipfel von Bukarest im Jahr 2008 hatte Präsident Dmitri Medwedew angeboten, russische Eisenbahnlinien, von oder nach Europa, zum Transport von nicht-militärischer Ausrüstung, von oder nach Afghanistan bereitzustellen.

Am 5. April 2012 erklärte Alexander Gruschko, der russische stellvertretende Minister für Auswärtige Angelegenheiten, der in den kommenden Tagen der ständige Vertreter Russlands bei der NATO werden sollte, in einem Interview mit Ria-Novosti, dass dieser Transport von jetzt ab durch ein neues Protokoll geregelt werden soll. Dank dieser Vereinbarung kann der Transport während der Durchfahrt durch das russische Territorium durch die russischen Anti-drogen-Dienste durchsucht werden.

Der afghanische Heroinkonsum ist ein großes Problem der Volksgesundheit in Europa im Allgemeinen, und im Besonderen in Russland geworden. Das Land wurde der erste globale Verbraucher. Heute sind zwei Millionen junge Russen zwischen 18 und 39 Jahren regelmäßige Konsumenten. Diese Droge bewirkt mehr als 30 000 Todesfälle pro Jahr und fördert die Ausbreitung von AIDS mit einer nie vorher gesehenen Geschwindigkeit, laut einem Bericht von UNODC  [1]

Die russischen Anti-Drogen-Beamten haben bereits die Rolle der NATO in dem Heroin-Handel aus Afghanistan ausdrücklich hervorgehoben, und haben selbst den Fall vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebracht [2]:

Diese Ankündigung von Alexander Gruschko und seine Ernennung als ständiger Vertreter bei der NATO markiert die Rückkehr von Wladimir Putin ans Ruder. Er ist der Auffassung, dass sein Land das Ziel eines echten "Angriffs durch Heroin“ ist und stellte den Kampf gegen diese Geißel unter die Prioritäten seines neuen Amtes als Präsident.

Zu der Zeit, wo der Bahnvertrag unterzeichnet wurde, sagten die Beamten Putins außer Mikrofonhörweite, dass Medwedew für das Durchfahrtsrecht der NATO-Transporte auf dem Gebiet der Russischen Föderation, ein Bestechungsgeld von $ 1 Milliarde, durch Gelder aus afghanischen Drogen finanziert, erhalten hätte.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] «L’UNODC dévoile les conséquences dévastatrices de l’opium afghan», par Office des Nations Unies contre la Drogue et le Crime, octobre 2009.

[2] «Pavot : la Russie met en cause la responsabilité de l’Otan», par Réseau Voltaire, 3 mars 2010.