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Der neue US-Zerstörer versenkt das Budget

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Die USA bauen das "am meisten ausgereifte Kriegsschiff der Geschichte", den Zerstörer DDG-1000, Klasse Zumwalt, bereits mit dem Spitznamen "der unsichtbare Silberball" versehen. Dieser "Stealth"-Zerstörer wäre in der Lage, vor der Küste, im Flachwasser zu kreuzen und die Feinde mit seiner modernsten elektromagnetischen Kanonenwaffe zu zerstören, ohne vom feindlichen Radar erfasst zu werden.

Die Qualitäten des Schiffes in untiefen Wassern würden ihn besonders geeignet für die Ufer und Inselreichen Meere des Fernen Ostens machen. Nach den Anweisungen von US-Verteidigungsminister Leon Panetta auf der letzten Tagung für Sicherheit in Singapur wird die Navy 60 % ihrer Armada bis zum Jahr 2020 in die Asien-Pazifik-Region verlegen.

Die erste Ausfertigung der Zerstörer dieser Klasse ist derzeit im Bau und die Markteinführung ist für 2014 geplant. Der Chef der Marine-Operationen, Admiral Jonathan Greenert, kann dieser neuen Zerstörer-Generation nicht genug Lob erteilen: "Mit seiner „stealth“-Technologie, seinem unglaublich mächtigen Sonar, seiner Angriffs-Fähigkeit, und seinen geringen Bedürfnissen in Bezug auf Besatzung, stellt es unsere Zukunft dar".

Doch die chinesischen Admirale, die letztlich die potentiellen Gegner dieser Schiffe wären, empfinden keine besondere Sorgen, was das eventuelle Erscheinen im Pazifik von diesen "Silberbällen" betrifft, die gerade aus einem Hollywood-Science-Fiction-Film zu kommen scheinen.

Der chinesische Admiral Zhang Zhaozhong, der in der Nationalen Verteidigungs-Universität von China arbeitet, verspottet die Werbung rund um das ehrgeizige Projekt. Ihm zufolge könnte trotz seines modernen Designs und seiner Supertechnologie dieses Schiff "durch eine Flottille mit Sprengstoff geladenen Fischerbooten " versenkt werden.

Die Notwendigkeit diese ultramodernen Kriegsschiffe zu bauen wird sogar in den Vereinigten Staaten wegen ihrer exorbitanten Kosten bestritten, die bereits die 3 Milliarden Dollar pro Stück übersteigen (7 Milliarden einschließlich der Kosten für Forschung und Entwicklung). Die Kritik übenden Amerikaner schätzen, dass die Befürworter des Projekts einfach dabei sind mit ihrer Besessenheit für "Zukunftstechnologien" dem "Kriegshaushalt das Blut auszusaugen“. Zunächst sollte die Navy 32 Schiffe bestellen, aber die Explosion der Kosten hat sie gezwungen ihre Zahl auf 24, und dann auf 7 zu reduzieren. Heute sind nur drei im Bau.

Viele erinnern sich an die Kontroverse um die fünfte Jäger-Generation, den F22 Raptor, der bereits Terror säht... unter den US-Piloten: und zwar so sehr, dass viele von ihnen verweigern, mit diesem "Wunder des 21. Jahrhunderts" zu fliegen. Jedoch wurde der Nachfolger des Raptors, der Mehrzweck Jäger-F35, im Prinzip als weniger kostspielige Alternative des F22 entworfen, schließlich das teuerste Projekt und das problematischste der ganzen Geschichte des Pentagon  [1].

Für den Analysten Lajos Szaszdi ist Washington nach den unnötigen Kriegen, in die die Vereinigten Staaten verwickelt wurden, verurteilt, die Haushaltsmittel für die Verteidigung deutlich zu reduzieren.

"Die Vereinigten Staaten waren Opfer der Kriege in Irak und Afghanistan; Sie haben in diesen Kriegen so viel ausgegeben, was sie jetzt verpflichtet, den Verteidigungsetat wegen der großen Staatsschulden, die sie bereits kontrahiert haben und welche weiter wachsen, zu verringern".

Während sie es geschafft hatten, den Zusammenbruch der Sowjetunion herbeizuführen, indem sie sie zu einem verrückten Rüstungs-Wettrennen mittels Gerüchten über die sogenannte "Star War"-Technologie verleiteten, schlagen die Vereinigten Staaten derzeit einen ähnlichen Weg unter dem Druck von kriegsinteressierten Lobbys ein.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] «Le nouveau régime de l’armée», par Manlio Dinucci, Réseau Voltaire, 22 février 2012.

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