Das russische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten hat den zuständigen Botschaften Einladungen geschickt zur Teilnahme an der ersten Sitzung der Kontaktgruppe Syrien, am 20. Juni 2012, in Moskau.

Moskau hatte diesen Vorschlag schon vor mehreren Wochen vorgelegt, konnte aber keine positive Reaktion von den Mitglieds-Staaten der NATO oder des GCC bekommen. Letztere, die den Iran beschuldigen, das syrische Regime zu unterstützen, weigerten sich außerhalb der ad-hoc-Gruppe für Atom-Kernsachen mit Teheran zu diskutieren. In der Tat suchen die NATO und der GCC die Atomfrage zu verwenden, um den Iran von der internationalen Bühne zu entfernen und sind daher nicht bereit, ihn an den Verhandlungstisch zurückkommen zu lassen, wäre es auch nur anlässlich von Syrien.

Jedoch wollten die NATO und der GCC nach dem doppelten Abschuss der russischen Interkontinentalraketen ihren guten Willen zur Beruhigung zeigen  [1].

Die Überraschung ist, dass die Reihenfolge der von Sergej Lawrow geschriebenen Tagesordnung– nämlich vor dem Einhalt von Gewalt und Waffenversorgung – zuerst die sofortige Einstellung des Medienkrieges gegen Syrien steht, d. h. der Verzicht auf das Projekt eines Regimewechsels durch einen medialen Staatsstreich [2].

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] « Coups de semonce russes », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 9 juin 2012.

[2] « Die NATO bereitet eine grosse Desinformations-Kampagne vor », von Thierry Meyssan, Komsomolskaia Pravda/ VOLTAIRE NETZWERK, 11. JUNI 2012.