Voltaire Netzwerk
"Die Kunst des Krieges"

Olympischer Imperialismus

Die westliche Presse hat sich gegen die chinesische Athleten entfesselt, die Medaillen bei den Olympischen Spielen gewonnen haben. Ohne den geringsten Beweis wird systematisch Verdacht auf Doping ausgesprochen, vor allem gegen die junge Schwimmerin Ye Shiwen. Manlio Dinucci erinnert uns, dass dieser Anti-China-Rassismus nichts Neues ist.

| Rom (Italien)
+
JPEG - 23 kB
Ye Shiwen, 16 Jahre, Olympiasiegerin für 4 x 400 m

Unter den Teams bei den Olympischen Spielen in London ist ein multinationales Unternehmen, aus Journalisten bestehend, das durch politische Coach ausgebildet wurde, und sich in allen Disziplinen der Fälschung widmet.

Die Gold-Medaille gehört den Briten, absolute Spitze in der Diskreditierung der chinesischen Athleten, die sie als "Verwirrte, Strolche, Natur-wunder, Roboter" beschrieben. Eine Sekunde nach dem Sieg von Ye Shiwen hat die BBC Zweifel über Doping geäußert. Der Mirror spricht von "brutalen Ausbildungs-Fabriken", in denen die chinesischen Athleten wie "Automaten gebaut werden", von Techniken, "die den Foltergrenzen nahe stehen", und von "genetisch veränderten Sportlern."

Die Silbermedaille geht an Il Sole 24 Ore, die durch ihren Reporter Colledani die chinesischen Athleten so beschreibt: "Der gleiche Quadrat-Schädel, die gleiche militärische Konzentration, lauter Fotokopien, Maschinen ohne Lächeln, Automaten ohne Heldentum, von einem Fließband stammend, das Kinder wie Schrauben produziert", indem man ihnen die Wahl aufzwingt: "statt Hunger und Armut, besser Disziplin und Sport".

Es gibt in London eine Wehmut für die schönen Jahre der Vergangenheit, als im 19. Jahrhundert die Chinesen "wissenschaftlich" als "geduldig, aber faul und schurkenhaft" beschrieben wurden; als die britischen Imperialisten China mit ihrem Opium überschwemmten und es für ihre Beherrschung ausbluteten. Nachdem die chinesischen Behörden seine Benutzung verboten hatten, wurde China durch Krieg gezwungen, ausländischen Mächten (einschließlich Italiens) Teile des eigenen Territoriums abzutreten, als "Konzession" bezeichnet. Am Eingang des Huangpu Park in der britischen "Konzession" in Shanghai befand sich eine Anschrift: "Eingang für Hunde und Chinesen verboten".

Als 1949, nach der Befreiung, das neue China erschien, aber von den USA und ihren Verbündeten nicht anerkannt, wurde es in der Tat von den Olympischen Spielen ausgeschlossen, an denen es erst1984 teilnehmen konnte. Seitdem gingen seine sportlichen Erfolge mit Crescendo vorwärts. Es ist jedoch nicht das, was den westlichen Mächten Sorge macht, sondern die Tatsache, dass China als Macht in der Lage ist, die Dominanz des Westens auf globaler Ebene herauszufordern.

Es ist symbolträchtig, dass sogar die Uniformen der Sportler der Vereinigten Staaten dieser Olympischen Spiele in China hergestellt wurden. Ab 2014 werden nur mehr in den Vereinigten Staaten fabrizierte verwendet, versprach das US-Olympische Komitee, eine "no- profit" Organisation, die von multinationalen Konzernen finanziert ist. Ebendiese, welche mit den Krümeln, die sie durch die Ausbeutung der menschlichen und materiellen Ressourcen von Asien, Afrika und Lateinamerika erbeuten, die Rekrutierung von Athleten aus diesen Regionen finanzieren und sie unter der stars and stripes-Flagge zum Wettstreit antreten lassen.

China betrachtet stattdessen "den Sport als einen Krieg ohne Waffen", warf der Mirror vor. Er übersah, dass die Olympische Flagge durch britisches Militär gehisst wurde, die ihre Waffen in Angriffskriegen verwendet haben. China ist das letzte Land, das "Staats-Athleten" hat, beschuldigte Il Sole 24 Ore. Die Zeitung weiß offenbar nicht, dass von 290 italienischen Olympia-teilnehmern, 183 Mitarbeiter des Staates im Gewand von Mitgliedern der Streitkräfte sind, weil nur diese (aus spezifischen politischen Gründen) ihnen ermöglichen, Ganzzeit-Sport zu betreiben. Eine Militarisierung des Sports, die der Minister Di Paola nennt: "binomiales Militär - Sport Leben, auf einer gemeinsamen Ethik basierend, charakteristisch für eine Mitgliedschaft an einem Militär-Organ und einer Sport-Gruppe".

Dann ist dies kein Krieg, der gegen Libyen stattfand, sondern Training für die Olympischen Spiele.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Il Manifesto (Italien)

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons

Sie können die Artikel des Réseau Voltaire frei vervielfältigen unter der Bedingung die Quellen anzuführen, ohne die Artikel zu verändern und ohne diese für kommerzielle Zwecke zu nutzen (Lizenz CC BY-NC-ND).

Das Netzwerk unterstützen

Sie benützen diesen Website auf dem Sie Qualitätsuntersuchungen finden, die Ihnen helfen Ihr Weltverständnis zu verbessern. Um dieses Werk fortzufahren brauchen wir Ihre Mitarbeit.
Helfen Sie uns mit einer Gabe.

Wie teilnehmen beim Voltaire Netzwerk ?

Die Gesprächsleiter des Réseau Voltaire sind alle ehrenamtlich.
- Übersetzer mit beruflichem Niveau : Sie können bei der Übersetzung mitwirken.