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"Die Kunst des Krieges »

Die schwarze Linie von Netanyahu

Der israelische Ministerpräsident wollte am 27. September die Gemüter mit einer naiven Zeichnung auf der Tribüne der Vereinten Nationen aufrütteln, um den Iran zu beschuldigen, eine Atombombe vorzubereiten. Aber dieses Unternehmen scheint sich gegen ihn zu wenden: er hat hauptsächlich die Inhaltslosigkeit seiner Beweisführung gezeigt und jeden daran erinnert, dass er viel zu verbergen hatte.

| Rom (Italien)
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Wir wissen jetzt, wie die iranische Atombombe sein wird: eine Kugel mit einer entfachten Zündschnur, wie die von Comicstrips für Kinder. Der Israelische Ministerpräsident Netanyahu hat sie mit einer Zeichnung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen illustriert, wie ein Vorschullehrer sie zeigen würde, er nahm einen Stift und zeichnete eine schöne rote Linie auf die Bombe. Hier, erklärte er, sollte das „gefährlichste terroristische Regime der Welt“ aufgehalten werden, das Iranische, „bevor es die nukleare Anreicherung bis zum Schluss vorantreibt, um eine Bombe damit zu machen.“

Ein ganz anderer Rahmen hätte in den Vereinten Nationen vorgelegt werden sollen: jener des leistungsstarken israelischen nuklearen Arsenals, umgeben von der schwarzen Linie der Geheimhaltung und der Omerta. Laut Jane’s Defense Weekly, hat Israel - die einzige Atommacht im Nahen Osten - 100 bis 300 nukleare Köpfe startklar auf ballistischen Raketen, die mit der Jericho 3, 8000 bis 9 000 km Reichweite besitzen. Deutschland hat Israel (gespendet oder diskontiert) vier modifizierte Dolphin Unterseeboote bereitgestellt: in jedem von ihnen, wurden den sechs Kurzstrecken Marschflugkörper-Startrohren vier Rohre für die Popeye Turbo mit 1 500 km Reichweite Nuklearraketen, hinzugefügt. Die Israelischen U-Boote Made in Germany, die eine Woche lang tauchen können, kreuzen geräuschlos im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer und im Persischen Golf, 24 Stunden pro Tag, bereit für einen nuklearen Angriff. Die USA, die Israel schon mehr als 350 F-16 und F-15 Jagd-Bomber geliefert haben, sagten ihnen zu, mindestens 75 F-35-Jäger zu liefern, die auch beide, konventionelle und atomare Ausrüstungsmöglichkeiten bieten. Das Pentagon, welches die Zugangscode zur Software des F-35 selbst gegenüber Ländern (z.B. Italien), die an seinem Bau teilnehmen, geheim hält, gibt sie jedoch Israel, so dass der F-35 in die eigenen elektronischen Kriegs-Systeme integriert werden kann. Die Ausbildung der israelischen Piloten wird außerdem mit Vorrang geplant, indem das Pentagon sie für den nuklearen Angriff mit dieser fünften Jäger-Generation einschult.

Israel, das im Gegensatz zum Iran den Atomwaffensperrvertrag verweigert, gibt nicht zu, dass es ein nukleares Arsenal besitzt (dessen Existenz von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) anerkannt ist), aber lässt bedrohlich hören, dass es angewendet werden kann. Es weigert sich damit, an der Konferenz zur Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten teilzunehmen, die von den Vereinten Nationen vorgeschrieben wurde, und an der der Iran wohl teilnimmt.

Unterdessen produziert Israel, das, laut Sipri bis 2011 690 bis 950 kg Plutonium produziert hatte, weiterhin davon in ausreichender Menge, um für jedes Jahr 10 bis 15 Bomben von Nagasaki-Leistung herzustellen. Es produziert sicherlich auch Tritium, ein radioaktives Gas, mit dem es eine neue Atomwaffen- Generation herstellt. Darunter Mini-Atombomben, zur Verwendung in einem reduzierten Kriegs-Theater und Neutronen-Waffen, die eine geringfügige radioaktive Verseuchung verursachen, aber wesentlich tödlicher sind wegen ihrer starken Emission von schnellen Neutronen: am besten geeignet gegen Ziele, die wenig von Israel entfernt sind.

Die arabischen Staaten der IAEO, die einen Entschluss über "Israelische nukleare Kapazitäten" vorbereitet hatten, haben auf Druck der USA seine Präsentation auf das Jahr 2013 hinausgeschoben.

Während die Zündschnur der Bombe, nicht der Iranischen der Comicstrip, sondern die wahre, die von Israel, jederzeit angezündet werden kann.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Il Manifesto (Italien)

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