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Hillary Clinton und Benjamin Netanyahu in Jérusalem am 21. November 2012.
©Matty Stern/U.S. Embassy Tel Aviv

Nach dem von Hillary Clinton angekündigten "Waffenstillstand" in Kairo, war ein junger Mann von zwanzig Jahren, Anwar Qamar, aus Gaza, in die "Pufferzone", ein 300 Meter breites Band in den palästinensischen Gebieten, feiern gegangen, wo früher seine Familie das Land bestellte. Aber als er sich dem Stacheldrahtzaun näherte, schoss auf ihn ein israelischer Soldat der seinen Mund anvisierte [1].

Erstes Opfer vom "Waffenstillstand", das zu den 170 anderen Toten kommt, wovon ein Drittel Frauen und Kinder sind und mehr als 1000 Verletzte durch die Bombardierungen, die 300 Millionen Dollar Schaden verursachten. Damit die "Waffenruhe" dauern könne "müssen die Raketenangriffe auf Israel aufhören", sagt Clinton, indem sie die Palästinenser für die Krise verantwortlich machte. Washingtons Plan war von vornherein klar: zulassen, dass Israel den Palästinensern "eine Lektion" erteilen könne und die kriegerische Operation als Test für einen regionalen Krieg benütze, jedoch vermeiden, dass die Operation sich verbreite und andauere. Dies hätte die USA/NATO-Strategie behindert, die ihre Kräfte auf zwei Ziele konzentriert: Syrien und Iran.

Es ist in diesem Zusammenhang, in dem die neue Partnerschaft mit Ägypten auftritt, das laut Clinton langsam anknüpft mit "dem Eckstein der Stabilität und der regionalen Friedens-Rolle, die Ägypten lange gespielt hat," d.h. daher auch während der dreißig Jahre von Mubaraks Regime. Präsident Morsi, von Clinton für seine "persönliche Leitung" des Abkommens gelobt, nutzte die Gelegenheit um die Macht in seinen eigenen Händen zu konzentrieren. Als Ausgleich bat ihn Washington, eine strengere Kontrolle auf die Grenze von Gaza auszuüben, um das Embargo zu stärken.

Aber das Ziel der Partnerschaft geht weit darüber hinaus: Ziel ist, das von US-Militärhilfe, IWF-Krediten und den Golf-Monarchien abhängige Ägypten, in den von Washington gebauten und seiner Politik im Nahen Osten und Nordafrika entsprechenden Allianz-Bogen zu integrieren.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Rolle des Katar: nach einem geheimen Besuch in Israel (dokumentiert durch ein Video), ging Emir Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani nach Gaza um Hilfe zu versprechen, und traf dann Präsident Mursi in Kairo, dem er 10 Millionen $ überreichte, um die von israelischen Bomben verletzten Palästinenser zu behandeln. Er stellt sich so als Unterstützer für die palästinensische und arabische Sache dar, während er eigentlich die USA/NATO-Strategie unterstützt, wie er es mit der Sendung von Spezialtruppen und Waffen nach Libyen in 2011 machte und es in Syrien heute noch macht.

Eine andere zweiseitige Doppelstandard-Politik ist die von dem türkischen Premierminister Erdogan, der, während er Israel verurteilt und einen baldigen Besuch aus Solidarität mit Gaza verkündet, mit Israel an der Belagerung und dem Zerfall von Syrien kollaboriert, aber die Installation von Patriot-Raketen in seinem Grenzgebiet verlangt, so dass die NATO die Verhängung einer no–fly-zone in Syrien erreichen wird.

Gleicher Inhalt der Politik der italienischen Regierung, die, für die Stärkung der militärischen Beziehungen zu Israel erlaubt, dass seine Jagdbomber in Sardinien trainieren dürfen, und Hilfe für palästinensische Kunst und Kunsthandwerk-Geschäft verspricht.

Während die von der NATO (einschließlich von Italien) unterstützten israelischen Kriegsschiffe die reichen palästinensischen Erdgasvorkommen in den Hoheitsgewässern von Gaza blockieren, werden die Palästinenser leben können, indem sie Holzobjekte schnitzen. Wie in den Vereinigten Staaten die Bewohner der "Indianer-Reserven".

Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
Il Manifesto (Italien)

[1] Anwar Qamar, an der Grenze zum Gazastreifen am 23. November 2012, von einem israelischen Soldaten ermordet, der den "Waffenstillstand" vom 21. November, 19h berücksichtigte. Große Diskretion unserer Medien für diesen Mord. (B.d. ital-fr.Ü.)