Die wichtigsten türkischen Offiziere, sowie Journalisten und Akademiker, wurden verhaftet und im Rahmen des Ergenekon-Prozesses, der seit 2008 das Land in Atem hält, verurteilt. Sie sind angeklagt, für das Gladio-Netzwerk des Atlantischen Bündnisses gearbeitet zu haben und einen Putsch gegen die Regierung Erdoğan geplant zu haben; eine sehr überraschende Beschuldigung, im Hinblick auf die Verbindungen, die die AKP damals mit Washington pflegte.

Es scheint jedoch, dass die verhafteten Personen, weit davon entfernt der NATO zu gehorchen, angeblich versucht hätten, eine Verbindung zwischen dem türkischen Generalstab und der chinesischen Volks-Armee herzustellen. Dies ist die einzige Erklärung für die gemeinsame Verhaftung der Führer einer kleinen linken Partei, der Partei der Arbeiter (İşci Partisi) mit Kemalo-maoistischer Tendenz [1].

Am 21. April hob der Oberste Gerichtshof den ganzen Prozess und die 275 Verurteilungen auf, mit der Begründung, dass die Existenz der Ergenekon-Verschwörung während der Verhandlung nicht nachgewiesen und dass das Recht der Verteidigung nicht eingehalten wurde.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Der gerichtliche Staatsstreich der AKP“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 20. August 2013.