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Die Folge der Lafarge-Affäre

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Die NRO „Sherpa“, die die ehemaligen Mitarbeiter des Zementherstellers Lafarge-Holcim in Syrien vertritt, hat nach der Veröffentlichung eines Artikels von Le Monde über die Beziehungen des Unternehmens zu den Dschihadisten eine Beschwerde gegen die Multinationale eingereicht. [1].

Sechs Führungskräfte und Kader des Zementherstellers sind im Dezember für "Lebens- Gefährdung" und "Finanzierung des Terrorismus" angeklagt worden, darunter der ehemalige Generaldirektor von Lafarge, Bruno Lafont und der ehemalige Generaldirektor von LafargeHolcim, Eric Olsen.

Lafarge-Holcim hatte seinerseits angekündigt, bei der Firma Baker McKenzie eine Untersuchung über "Urteilsfehler" seiner Führungskräfte in Auftrag gegeben zu haben [2]. Laut ihrem durch die Mitarbeiter von Le Monde enthüllten Bericht, entlaste sie das multinationale Unternehmen und beschuldige seine Führungskräfte.

Laut dem Anwalt des ehemaligen Generaldirektors, Pierre Cornut-Gentille, wäre diese Untersuchung nicht "unter Beachtung der Prinzipien, die ein solches Verfahren in der Regel in Frankreich regieren" geführt worden. Stattdessen verteidigte Baker McKenzie die Interessen seines Auftraggebers durch die Bereitstellung von Ausreden, um einige Führungskräfte loszuwerden. Das Kabinett sei mit der Schließung des Falles beauftragt worden, um ein gerichtliches Konvent öffentlichen Interesses (PILC) vorzubereiten, ein französisches Äquivalent der Transaktion im amerikanischen Recht.

Es ist nicht unbedeutend, dass die Mission von Baker McKenzie von einem ehemaligen Beamten des US-Justizministeriums geleitet wurde.

Auf einer Pressekonferenz hat Marie Dosé, die Anwältin von Sherpa, die mangelnde Zusammenarbeit mit der Justiz von Lafarge-Holcim verurteilt, die „Reinigung“ von Computern vor der Ermittlung durch Chlor-Wasser, was viele Teile zerstörte, die Nicht-Übergabe der meisten geforderten Dokumente (9000 von15 000), und den auf ihre Kunden ausgeübten Druck.

Es scheint, dass die Untersuchungsrichter den wirklichen Grund perfekt beurteilt haben: sicherlich hat Lafarge den islamischen Staat für den Transport seines Personals bezahlt (und nicht mehr um Öl zu kaufen, wie das Unternehmen es früher zugegeben hatte), aber der Baum verbirgt den Wald. Der multinationale Konzern streitet nicht ab, etwa 6 Millionen Tonnen Zement während des Krieges in Syrien produzieren zu haben, und dann den Spezialkräften der NATO erlaubt zu haben, sein Werk als Hauptquartier zu verwenden. Er konnte seinen Zement nur in den durch die Dschihadisten besetzten Gebieten verkaufen, wo kein wichtiger privater Bau unternommen wurde. In dieser Zeit haben die Dschihadisten eine imposante Reihe von unterirdischen Festungsanlagen gebaut, die Syrien, bis zu seiner Zerstörung durch die russische Luftwaffe, in zwei geteilt haben. Daher diese Frage: hat Lafarge diese 6 Millionen Tonnen Zement den Dschihadisten im Namen der Vereinigten Staaten oder der NATO bereitgestellt?

Die Untersuchungsrichter sind daher im Begriff eine Anklage des multinationalen Konzerns zu formulieren.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Enthüllungen: der Dschihad von Lafarge-Holcim“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 24. März 2017.

[2] „Kommuniqué von Lafarge-Holcim über seine Aktivitäten in Syrien“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 2. März 2017.

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