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Gerichtliche Untersuchung des Vertreters des Ayatollah Khamenei in Frankreich

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Ein französisch-algerischer Schüler von Imam Ruhollah Khomeini, Yahia Guasmi, Vertreter von Ayatollah Ali Khamenei in Frankreich, wurde während einer großen Operation von fast 200 Polizisten mit zehn seiner Gefährten am 2. Oktober 2018 für eine Überprüfung festgenommen,.

Das Zhara Zentrum, das die französischen Schiiten vereint, wurde durchsucht und von der Polizei geschlossen.

Zur gleichen Zeit wurden mehrere mit dem Iran verbundene Bankkonten präventiv per Dekret für einen Zeitraum von sechs Monaten eingefroren [1].

Die französische Polizei versucht eine Verbindung zu etablieren zwischen der islamischen Republik Iran, dem Kleriker und dem geplanten Attentat gegen das Treffen der Mudschahiddin des Volkes [Volksmodschahedin, MEK], das in Paris am 30. Juni 2018 stattfand. Amir S. und seine Frau Nasimeh N. wurden in dieser Sache bereits in Belgien verhaftet, ebenso wie ein iranischer Diplomat, Assadollah Assadi, der in Deutschland verhaftet wurde.

Die Mudschahiddin des Volkes sind eine marxistische Organisation... die von Saudi-Arabien und den USA unterstützt wird. Sie haben sich zu Tausenden Morden im Iran und im Irak bekannt. Sie wurden bis vor kurzem noch als eine terroristische Organisation von der Europäischen Union angesehen.

Die Aktivitäten von Yahia Guasmi als Vertreter von Ayatollah Ali Khamenei wurden rechtlich durch den Iran, manchmal auf diplomatischem Wege, finanziert. Der Kleriker informierte die DGSI (General Direktion Innere Sicherheit) regelmäßig.

Obwohl er selbst kein Politiker ist, hatte Yahia Guasmi ebenfalls eine politische Bewegung erstellt, die Anti-zionistische Partei, die Kandidaten bei den Europawahlen 2009 und Parlamentswahlen von 2012 vorgestellt hatte, besonders den Komiker Dieudonné und den Soziologen Alain Soral. Als Manuel Valls französischer Premierminister war (heute Kandidat der spanischen Bürgermeisterei Barcelona), beurteilte er die drei Leute als eine Gefahr für die Demokratie. Er hatte aus deren Aussetzung eine persönliche Angelegenheit gemacht.

Das Zahra Zentrum mit einer Terroristen-Affäre zu verbinden scheint sehr seltsam. Yahia Guasmi ist eine angesehene nahöstliche religiöse Persönlichkeit. Ein anderes Motiv könnte in der gerichtlichen Untersuchung mitgespielt haben: die französische Regierung verdächtigt Herrn Guasmi, eine Finanzierung durch den Iran einer neuen Liste von seiner Partei für die Wahlen zum Europäischen Parlament 26. Mai 2019 zu organisieren.

Paris und Teheran bekämpften sich schon in einem geheimen Krieg in den 1980er Jahren. Damals bombardierte die französische Armee den Iran, ohne dass die französischen Wähler davon informiert wurden. Wenn solche Operationen wieder aufgenommen würden, erscheint die Verhaftung des iranischen Vertreters des Obersten Führers als unverantwortlich.

Auf der iranischen politischen Szene pflegt Präsident Macron ein gutes Verhältnis mit seinem Amtskollegen Hassan Rohani, und ein schlechtes mit dem Führer Ali Chamenei.

Der französische Innenminister, Gérard Collomb, überreichte zwei Tage vor der Verhaftung von Yahia Guasmi, Präsident Macron sein Rücktrittsgesuch. Es wurde abgelehnt. Er hat es jetzt gerade wieder eingereicht.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] « La France dénonce le terrorisme iranien », Réseau Voltaire, 2 octobre 2018.

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