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Hollywood-Putsch in Venezuela

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Ein Staatsstreich, wie ihn Hollywood inszenieren könnte, hat sich am 30. April 2019 in Venezuela abgespielt.

Die Salon-Putschisten, darunter der ehemalige Präsident der Nationalversammlung, Juan Guaidó, haben sich vor dem Militärstützpunkt „La Carlota“ (im Osten von Caracas) versammelt. Sie posierten für Fotos mit Soldaten, die sich ihnen zugesellt hatten und haben in den sozialen Netzwerken angekündigt, den Stützpunkt eingenommen zu haben. Dann begaben sie sich ins Stadtzentrum, um ein Meeting abzuhalten.

Einigen Quellen zufolge, aber unbestätigt, wäre der Sicherheitschef noch vor den Unruhen zu Juan Guaidó übergelaufen.

Eine große Menschenmenge versammelte sich außerhalb des Präsidial-Palastes von Miraflores, um den Präsidenten zu verteidigen, falls eine aufständische Militäreinheit ihn angreifen sollte.

In Wirklichkeit waren die Soldaten, die den Putschisten beigetreten sind, höchstens 20. Später stellte sich heraus, dass sie den Befehl erhalten hatten, dorthin zu kommen, aber, dass mehrere von ihnen sich weigerten, an einem Putsch beteiligt zu sein und sich letztlich den Streitkräften angeschlossen haben. Juan Guaidó hat Fotos auf einer Autobahn-Ein/ausfahrt, die über eine Brücke vor der Militärbasis geht, machen lassen, aber hat nie die Basis selbst erreicht, in der sich der Chef der Operationen der Armee befindet. In ähnlicher Weise hat die Demonstration in der Innenstadt weniger als 3000 Leute vereint.

Den ganzen Tag verbreiteten sich widersprüchliche Nachrichten. Laut den TV-Sendern bereitete sich Präsident Maduro entweder vor, mit einem Flugzeug nach Kuba zu fliehen, oder er war im Miraflores-Palast und kontrollierte die Situation.

Das russische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten forderte alle Beteiligten auf, auf Gewalt zu verzichten und ihre Forderungen gemäß der Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen vorzutragen. Das wurde vom nationalen US-Sicherheitsberater, John Bolton, und dem Außenminister, Mike Pompeo, in einem sehr "Kalten Krieg"-Stil, als eine Bestellung aus Moskau an Präsidenten Maduro interpretiert, im Amt zu bleiben.

In der Nacht ist alles zur Normalität zurückgekehrt und wird voraussichtlich am nächsten Tag wieder aufflammen. Es scheint, dass Juan Guaidó auf diese Weise schrittweise seine Unterstützer in dem Land enttäusche.

Übersetzung
Horst Frohlich

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