Die Europäische Union, die sich auf die Vereinigten Staaten ausrichtet und ihnen sogar manchmal vorausgeht, hat eine neue Liste venezolanischer Persönlichkeiten veröffentlicht, deren Konten sie gesperrt hat, wenn sie solche haben [1].

Zum ersten Mal hat die EU neben Chavez-Anhängern demokratische Oppositionsführer auf die Liste gesetzt, die sich schuldig gemacht hätten, Juan Guaidó nicht als Präsidenten der Nationalversammlung wiedergewählt zu haben und ihm damit den Titel des Interimspräsidenten der Republik, den er laut Brüssels Interpretation der venezolanischen Verfassung tragen darf, entzogen haben.

Um ihre Entscheidung zu rechtfertigen, gibt die Union vor, dass mehreren Abgeordneten, am Tag der Wahl des Präsidenten, der Eintritt ins Parlament verweigert wurde. Diese Abgeordneten wurden jedoch für schuldig befunden, am gescheiterten Staatsstreich vom 30. April 2019 beteiligt gewesen zu sein, was sie nicht bestritten haben. Sie wurden daher von der Justiz mit Zustimmung der nationalistischen Opposition ihres Mandats beraubt.

Juan Guaidó, der in seinem eigenen Lager sehr unbeliebt geworden ist, wusste, dass er ohne ihre Unterstützung nicht gewählt werden könnte. Er machte also einige Bilder, auf denen man ihn sieht, wie er versucht, die Versammlung zu betreten, indem er auf das Gartengitter klettert (während er schon vorher durch das Tor eingetreten war), und ging dann mit den ehemaligen Abgeordneten fort und ließ sich von ihnen im Sitz der oppositionellen Tageszeitung El Nacional "wählen". Am nächsten Tag kehrte er in den leeren Saal des Parlaments zurück, um noch ein paar Fotos zu seinem Ruhm zu machen (Bilder).

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Die drei von der EU sanktionierten Anti-Chavisten sind:
- Luis Eduardo Parra Rive¬ro (Präsident der Nationalversammlung)
- Franklyn Leonardo Duarte (Erster Vizepräsident der Nationalversammlung)
- José Gregorio Noriega Figueroa (Zweiter Vizepräsident der Nationalversammlung).

Allzu glücklich, seinen Gegnern zu Hilfe kommen zu können, prangerte der verfassungsgerechte Präsident der Republik, Nicolás Maduro, die Dummheit und Einmischung der Europäischen Union an, deren Vertreterin in Caracas, Isabel Brilhante Pedrosa, er dann auswies.

Er behielt sich in dem Moment das Recht vor, auch den spanischen Botschafter Jesús Silva auszuweisen, der, laut Wall Street Journal vom 26. Juni, am letzten gescheiterten Putschversuch (Operation Gideon) beteiligt war. Sofort prangerte Juan Guaidó die amerikanische Tageszeitung an, die er als "die Propaganda des Regimes" (sic) bezeichnete.

Übersetzung
Horst Frohlich