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Emma Arbuthnot ist die Gerichtspräsidentin, die in London den Prozess für die Auslieferung Julian Assanges an die USA verantwortet. Dort wird eine Verurteilung zu 175 Jahren Gefängnis wegen "Spionage" erwartet, dafür, als investigativer Journalist Beweise für Kriegsverbrechen der USA veröffentlicht zu haben, darunter Videos über Massaker an Zivilisten im Irak und Afghanistan. Im Prozeß, der von Richterin Vanessa Baraitser geführt wird, wurde jeglicher Antrag der Verteidigung abgewiesen.

Nachdem 2018 die Anklage wegen sexueller Gewalt seitens Schweden fallen gelassen worden war, hat Richterin Arbuthnot sich geweigert den Haftbefehlt aufzuheben, sodaß Assange kein politisches Asyl in Ecuador erhalten konnte. Arbuthnot hat die Schlüsse der Arbeitsgruppe der UNO über die wilkürliche Inhaftierung von Assage zurückgewiesen. Nicht einmal die Vorwürfe des UNO-Verantwortlichen für Folter hat sie angehört: "Assange, gefangen gehalten unter extremen nicht gerechtfertigten Bedingungen der Isolation, zeigt typische Symptome, dass er längere Zeit psychologischer Folter ausgesetzt ist".

Als 2020 tausenden von Häftlingen als Anti-Corona Maßnahme in heimischen Arrest überführt wurden, wurde Assange weiterhin im Gefängnis festgehalten und damit der Ansteckung unter Bedingungen physischer Schwäche ausgesetzt. Im Gericht kann sich Assange nicht mit seinen Anwälten beraten, da er isoliert in einem Käfig aus Panzerglas gehalten und mit Ausweisung bedroht wird, wenn er den Mund öffnet. Was steckt hinter dieser Besessenheit?

Arbuthnot führt, als Ehefrau von Lord James Arbuthnot, bekannt als "Falke" der Tories den Titel "Lady". Letzterer ehemaliger Minister für die Vergabe von Verteidigungsaufträgen, ist verbunden mit dem militärisch-industriellen Komplex und den Geheimdiensten. Lord Arbuthnot ist insbesondere Präsident des britischen Beratungskomites von Thales, fränzösischer Multi spezialisiert auf militärische Systeme der Luft- und Raumfahrt und Mitglied der Gesellschaft Montrose Associates, spezialisiert auf strategische Intelligenz (Ämter werden größzügig entlohnt). Lord Arbuthnot gehört der Henry Jackson Society (HJS) an, einflußreicher transatlantischer Think Tank verbunden mit der Regierung und den US-Geheimdiensten.

Erst im Juli nahm Mike Pompeo, als US Aussenminister in London an einem runden Tisch der HJS teil: Seitdem er 2017 Direktor des CIA war beschuldigt er Wikileaks, gegründet von Julian Assange, "ein feindlcher Spionagedienst" zu sein. Dieselbe Kampagne wird von der Henry Jackson Society geführt, welche Assange anschuldigt "mit Hilfe von autokratischen Regierungen Zweifel über die moralische Position westlicher demokratischer Regierungen zu säen".

Im politischen Beirat der HJS befand sich an Seiten von Lord Arbuthnot, bis vor kurzem Priti Patel, aktueller Innenminister des Königreiches, welcher für den Auslieferungsbefehl zuständig ist. Mit dieser Interessengruppe, die, unter der Regie von Lord Arbuthnot und weiteren einflußreichen Persönlichkeiten, eine dröhnende Kampagne für die Auslieferung von Assange führt ist Lady Arbuthnot substantiell verbunden. Sie wurde im September 2016, nachdem WikiLeaks im März die am meisten kompromittierenden Dokumente für die USA veröffentlicht hatte, von der könglichen Verwaltung zur Gerichtspräsidentin berufen, Unter den Dokumenten befanden sich unter anderem die E-Mails der Aussenministerin Hillary Clinton, welche das wahre Ziel des NATO-Krieges gegen Libyen aufdecken: Verhindern, dass dieses seine Goldreserven dazu einsetzt ein panafrikanisches Währungssystem, alternativ zum Dollar und zum Franc CFA, dem Geld welches von Frankreich 14 afrikanischen Ex-Kolonien aufoktroiert wird, zu begründen.

Das wahre "Verbrechen" für welches Assange verurteilt wird besteht darin, eine Bresche in die Mauer der politisch-medialen Omerta geschlagen zu haben, welche die reellen Interessen von mächtigen Eliten deckt, die, operierend im "Tiefen Staat", die Kriegskarten spielen. Es ist diese verborgene Macht, die Julian Assange einem Prozess unterwirft, geführt von Lady Arbuthnot, die wie die Behandlung des Angeklagten zeigt Erinnerungen an die Heilige Inquisition wachruft. Sollte Assange an die USA ausgeliefert werden, so wäre er "speziellen administrativen Maßnahmen" unterworfen, die noch wesentlich härter als die britischen wären: Er wäre isoliert in einer kleinen Zelle, ohne seine Familie sprechen zu dürfen nicht einmal über die Vermittlung eines seiner Anwälte, die, sollten sie ein Nachricht überbringen, deswegen angeklagt würden. Mit anderen Worten, er wäre zum Tode verurteilt.

Übersetzung
Ralf Hesse
Quelle
Il Manifesto (Italien)