Wie alle Staaten hat auch die Bolivarianische Republik Venezuela Vermögenswerte bei ausländischen Banken hinterlegt, um die von ihr ausgeführten Waren, insbesondere ihr Erdöl, zu sichern.

So hat sie mehrere Milliarden Dollar bei der Bank of England hinterlegt. Anfang 2019, als Venezuela beschloss, einige seiner Vermögenswerte aufgrund seiner Exportschwierigkeiten und seines wachsenden Nahrungsmittelbedarfs zu liquidieren, weigerte sich die Bank jedoch, sie zurückzugeben.

In der ganzen Welt kam es zu einem diplomatischen und juristischen Kampf bei den Vereinten Nationen und im Vereinigten Königreich. In erster Instanz rechtfertigten sich die britischen Gerichte über diese Gefangennahme damit, dass die Krone nicht mehr die Regierung Venezuelas, sondern einen ihrer Gegner, Juan Guaidó, anerkenne. Schließlich hob das Berufungsgericht in London diese Entscheidung auf und ordnete die Rückgabe dieses Geldes an Venezuela an.

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In einem kürzlich erschienenen Buch (The World for Sale) enthüllt Javier Blas, Leiter der Abteilung Energie der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Sir Alan Duncan (damals stellvertretender Außenminister für Europa und Amerika) ihm erklärt habe, Druck auf den Gouverneur der Bank von England, Mark Carney, ausgeübt zu haben, damit er den Antrag Venezuelas ablehnt.

Wikileaks hatte bereits das Verhalten von Sir Alan Duncan in Libyen enthüllt. Während des Krieges 2011 hatte er die Treibstoffexporteure unter Druck gesetzt, damit sie die Libysch-Arabische Dschamahirija nicht mehr beliefern und stattdessen an die Abtrünnigen in Bengasi verkaufen.

Übersetzung
Horst Frohlich