Marokko, das sich auf die Anerkennung seiner vollen Souveränität durch die USA als Gegenleistung für die Normalisierung seiner Beziehungen zu Israel stützt, will nichts gegen die "Spanische Sahara" aufgeben, die es als sein Territorium betrachtet.

Die Unterstützung Washingtons von Marokko gegenüber Spanien und Algerien ist nicht neu. Außenminister Henri Kissinger ermutigte König Hassan II. den "Grünen Marsch" (350.000 Zivilisten, die in die Sahara marschierten) zu organisieren. Bei der Entkolonialisierung der Spanischen Sahara im Jahr 1976 wurde das Gebiet teilweise von Mauretanien und Marokko annektiert. 1997 wurde ein anderer US-Außenminister, James Baker, Sondergesandter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für die Sahara.

Im Dezember 2020 machten die USA und Marokko gemeinsame Militärmanöver. Bei dieser Gelegenheit überflogen Flugzeuge der USS Eisenhower ohne Genehmigung den Luftraum der Kanarischen Inseln, der sich im Besitz Spaniens befindet.

Am 11. April akzeptierte das besorgte Spanien, dass Algerien heimlich den Präsidenten der saharischen Polisario-Front, Brahim Ghali, auf sein Territorium über den Militärflughafen von Saragossa zur Behandlung überstellt. Zwei Klagen gegen ihn wegen "Folterungen im Lager von Tinduf", die von Madrid aber abgelegt worden waren, sind jedoch zum günstigen Zeitpunkt wieder aufgetaucht. Der marokkanische Geheimdienst konnte den Kranken im Krankenhaus San Pedro de Logroño aufspüren, wo er sich unter falscher Identität befand. Es gelang ihm, dass ein Richter, Santiago Pedraz, den Kranken per Videokonferenz befragt.

Gleichzeitig hat Marokko offiziell seine sofortige Auslieferung gefordert, was Spanien mit dem Argument des laufenden Verfahrens abgelehnt hat. Madrid war verwirrt über die Kehrtwende Marokkos, das in der Vergangenheit sechs Reisen von Brahim Ghali nach Spanien und die Stationierung mehrerer Führer der Polisario-Front erlaubt hatte.

Marokko ließ nun illegale Einwanderer in die spanische Enklave Ceuta eindringen. Mehr als 9.000 in zwei Tagen. Ein Bevölkerungstransfer, der die politische Nutzung der Migration durch die USA bestätigt (kosovarische Transfer nach Mazedonien; Syrer, die in die Türkei eingeladen wurden und dann nach Europa geschickt wurden usw.).

Da Brahim Ghali dem Richter geantwortet hatte, konnte dieser dessen Beteiligung an den erwiesenen Tatsachen nicht nachweisen. Er ist also immer noch frei. Daraufhin wurde eine neue Klage ausgegraben, nämlich die des Todes von 281 Spaniern vor der Küste der Kanarischen Inseln.

Am 30. Mai schickte Algerien ein Flugzeug, um ihn aus dem Krankenhaus zu bringen, aber es musste umkehren, ohne landen zu können.

Laut La Razon soll der Spanische Sahara-Präsident Brahim Ghali zur Zeit der Franco-Ära Mitglied des spanischen Geheimdienstes gewesen sein.

Übersetzung
Horst Frohlich