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Was machte dem USS Donald Cook im Schwarzen Meer so Angst?

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Das US-Außenministerium hat anerkannt, dass die Besatzung des Zerstörers USS Donald Cook stark demoralisiert wäre, seitdem er im Schwarzen Meer durch ein russisches Kampf-Flugzeug Suchoi-24 (Su-24) überflogen wurde, das weder Bomben noch Raketen besaß, sondern nur ein elektronischen Kriegsgerät.

Auf diesem Video kommt der Zerstörer USS Donald Cook im Schwarzen Meer an, um nahe den Hoheitsgewässern von Russland Position einzunehmen

Am 10. April 2014 kam der Zerstörer USS Donald Cook im Schwarzen Meer an und am 12. April überflog ein russischer taktischer Bomber Su-24 dieses Schiff, ein Zwischenfall der, mehreren Medien zufolge, die Besatzung des US-Schiffes völlig entmutigt hätte, zu einem Maße, dass das Pentagon einen Protest ausgestellt hat [1].

Der USS Donald Cook (DDG-75) ist ein Raketenwerfer Zerstörer der vierten Generation, dessen grundlegende Waffe die Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von 2500 Kilometern sind und die nukleare Sprengköpfe tragen können. Im Rahmen einer Routine-Mission verfügt der USS Donald Cook über 56 Tomahawks, aber in Angriff-Konfiguration hat er 96 dieser Marschflugkörper.

Dieser US-Zerstörer ist mit dem neuesten Kampfsystem der jüngsten Generation Aegis ausgestattet. Es ist ein integriertes System, das die Verbindung der Raketenabwehrsysteme aller Schiffe auf denen es installiert ist herstellt, wodurch ein großes Netzwerk geschaffen wird, das die Ermittlung, Verfolgung und die Zerstörung von Hunderten von Zielen zu gleicher Zeit garantiert. Der USS Donald Cook ist auch mit 4 großen Radar ausgestattet, deren Leistung mit mehreren Radarstationen vergleichbar ist. Um seinen Schutz zu gewährleisten, besitzt er noch dazu etwa 50 Luftabwehrraketen verschiedener Typen.

Nun hatte der russische Su-24, der über den USS Donald Cook flog, weder Bomben noch Raketen, sondern nur eine unter dem Rumpf montierte Gondel, die laut der russischen Zeitschrift Rossiyskaya Gazeta [2], ein russisches elektronisches Kriegsgerät trug, Namens Jibiny.

Als das russische Flugzeug die Annäherungs-Phase begann, hätte dieses elektronische Kriegs-Gerät alle Radar, Kontrollvorrichtungen, Übertragung von Informationssystemen, usw. an Bord des US-Zerstörers außerstand gesetzt. Mit anderen Worten, das allmächtige heute montierte, oder noch in Montage befindliche Aegis System für die Verteidigung der modernsten Schiffe der NATO, wurde einfach wie ein Fernseher mit einer Fernbedienung ausgeschaltet.

Der russische Su-24 simulierte dann einen Raketen Angriff gegen den USS Donald Cook, der bereits buchstäblich taub und blind war. Wie bei einer Übung, wiederholte das russische Flugzeug - unbewaffnet - das gleiche Raketen Angriffs-Manöver 12 Mal, bevor es sich von dem US-Zerstörer der vierten Generation entfernte.

Danach nahm der USS Donald Cook sofort Kurs auf einen Hafen in Rumänien.

Seit diesem Zwischenfall, der von der atlantischen Presse, trotz der Fülle von Kommentaren von Spezialisten des Verteidigungssektors, vertuscht wurde, hat sich das US-Schiff nicht mehr den russischen Hoheitsgewässern genähert.

Laut einiger spezialisierter Medien hätten 27 Seeleute vom USS Donald Cook gebeten, vom aktiven Dienst entbunden zu werden.

Der Direktor des Forschungszentrums für elektronische Kampfführung und Auswertung der so genannten Mittel der "reduzierten Sichtbarkeit" der Akademie der russischen militärischen Luftfahrt, Wladimir Balybin, gab folgenden Kommentar:

«Je mehr ein radio-elektronisches System komplex ist, desto leichter wird es, seinen Betrieb durch Einsatz der elektronischen Kampfführung zu unterbrechen»


Video-Präsentation des US-Aegis-Systems. Derzeit auf den modernsten US-Kriegsschiffen der Navy eingesetzt und bei den NATO-Seestreitkräften noch in Montage, wäre dieses Raketenabwehrsystem im Schwarzen Meer von einem russischen elektronischen Kriegs-System völlig neutralisiert worden.


Visuelle Darstellung dieses Zwischenfalls.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] “Pentagon Protests Russian Jet Buzzing Antimissile Ship in Black Sea”, Global Security Newswire, 15. April 2014.

[2] Rossiyskaya Gazeta, Ausgabe vom 30. April 2014.

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