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Die Türkei erklärt, einen der Reyhanlı-Terroristen entführt zu haben

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Am 11. Mai 2013 explodierten in der Türkei, in Reyhanlı (syrische Grenze), zwei Autobomben, die 51 Tote und 140 Verletzte verursachten. Die türkische Regierung beschuldigte sofort Syrien für den Anschlag und Pogrome wurden von der AKP in der Stadt gegen die syrischen Immigranten organisiert.

Syrien dementierte jedoch jede mögliche Miteinbeziehung, und die Dokumente der türkischen Gendarmerie, die von Hackern der RedHack veröffentlicht wurden, haben gezeigt, dass die Operation von der türkischen Regierung unter falscher Flagge inszeniert war.

Fünf Jahre später, am 12. September 2018, hat die türkische Regierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einen 34jährigen türkischen Bürger, Yusuf Nazik (Foto), gezeigt, der angeblich durch den türkischen Geheimdienst (MIT) in Latakia (Syrien) entführt worden sei. Er habe das Attentat in Reyhanlı im Auftrag des syrischen Geheimdienstes gemacht, sagte der Mann.

RedHack ist eine marxistisch-leninistische, in 1990 gegründete und seit 2012 eine besonders aktive Gruppe. Sie hat viele türkische und israelische öffentliche Website angegriffen und viele offizielle Dokumente enthüllt. Bis jetzt erwiesen sich alle veröffentlichten Dokumente als authentisch, die die türkischen Behörden vor ihre Lügen und Widersprüche stellten. Als RedHack die Dokumente des Reyhanlı-Attentats veröffentlichte, beschuldigte der damalige Premierminister, Recep Tayyip Erdogan, RedHack des "Verrats". Er qualifizierte die Gruppe als "Terroristisch" und ließ weiter vergebliche Verhaftungen machen.

Recep Tayyip Erdoğan, jetzt Präsident der Türkei, hat am 11. September 2018 eine internationale Kampagne gegen die Anti-Terror-Operation in der Arabischen Republik Syrien in Idlib eröffnet. Er hat ein offenes Forum zu diesem Thema im Wall Street Journal veröffentlicht. [1]. Die Ankündigung des MIT über das Attentat von Reyhanlı zielt auf die Verteidigung von Al-Kaida in Idlib ab, indem es Syrien selbst des Terrorismus beschuldigt.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] «The World Must Stop Assad», by Recep Tayyip Erdoğan, Wall Street Journal (United States) , Voltaire Network, 11 September 2018.

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