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Hintergründe der russischen Bombardierungen in Syrien

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Während die Duma über die Zustimmung zum russischen Lufteinsatz in Syrien beriet, wurde das Web überschwemmt von Fotos und Videos der Schäden, die von der russischen Luftwaffe gegen die Zivilbevölkerung verübt worden wären.

Da die Bombardierungen erst später stattfanden, sind diese Fotos und Videos teils Bestandteile, die anderen Zusammenhängen entnommen wurden, teils für diese Gelegenheit angefertigte Fälschungen.

Diese Kampagne von Falschinformationen wurde durch die Vereinigung Syria Civil Defense organisiert, die sich jetzt White Helmets nennt. Sie hat ihre Basis in der Türkei und verfügt eigenen Angaben zufolge über etwa 2.500 entlohnte „Freiwillige“, die in Syrien an der Seite der „Rebellen“ im Einsatz sind. Ihr Einkommen erhält sie durch anonyme Spenden, gibt aber zu, durch die USA, Großbritannien und den „Syrischen Nationalrat“ (für dessen Kosten gegenwärtig Qatar, die Türkei und Frankreich aufkommen) finanziert worden zu sein. Es ist nicht möglich festzustellen, durch welche dieser Komponenten die neue Operation finanziert wurde.

Die White Helmets haben bereits Videos produziert, die Bombardierungen mit Fassbomben durch die Syrische Arabische Armee zeigen – eine Falschinformation, die durch die SOHR (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte) gezielt weit verbreitet wurde und trotz ihrer Absurdität zum Evangelium geworden ist: die Syrische Arabische Armee verfügt über russische Bomben, die zudem präziser sind, und hat daher keinen Grund, solche Fässer herzustellen.

Die Pressestelle des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, die diese Anschuldigungen der White Helmets aufgegriffen hatte, hat sich bei Russland dafür entschuldigt, sie nicht überprüft zu haben.

Der französische Außenminister hat hingegen russische Bombardierungen, „die Widerstandskämpfer und Zivilpersonen treffen“, angeprangert.

Bedenken wir, dass die Medien, die diese Propaganda verbreitet haben, Verbrechen gegen den Frieden im Sinne der entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen begehen [1].

Präsident Wladimir Putin hat diese „Informationsangriffe“ zurückgewiesen.

Die russischen Bombardierungen zielen auf al-Qaida (al-Nusra-Front) und Ahrar Al-Sham (eine syrische terroristische Organisation, die vor Beginn des Krieges in Syrien von den Muslimbrüdern, von denen einige al-Qaida-Kader waren, gegründet wurde). Diese beiden Organisationen werden üppig finanziert durch drei Staaten: die Türkei, Saudi-Arabien und Frankreich.

Es scheint, dass die Ziele ausgewählt worden sind, um die Türkei zu warnen und den sofortigen Rückzug ihrer Kommandos von syrischem Territorium zu fordern.

Am 23. September dieses Jahres hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan sich nach Moskau zur Einweihung der größten Moschee Europas begeben. Er hatte auch seinen russischen Amtskollegen getroffen. Zurück in seinem Land hatte er erklärt, dass das Ausscheiden von Präsident al-Assad nicht mehr Vorbedingung für die Regelung der syrischen Krise wäre, aber Moskau forderte mehr. Russland hat dann Befähigungsnachweise für den Kampf gegen Daesh an die PKK ausgestellt und damit zu verstehen gegeben, dass es die türkische kurdische Partei gegen ihre Regierung unterstützen könnte.

Übersetzung
Sabine

[1] „Kriegspropaganda treibende Journalisten sollen zur Rechenschaft gezogen werden“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 15. August 2011.

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