Voltaire Netzwerk
Kontrolle der Demokratien

Stay-Behind: die US-Einmischungs-Netze

| Paris (Frankreich)
+

Die US-Einmischungs-Netze

GIF - 6.2 kB

Beauftragt mit der Untersuchung der Affären des Absturzes 1973 in Maghera eines geheimen militärischen Flugzeugs und jener eines Autobombenattentats in Paetano, sammeln die venezianischen Richter Felice Casson und Carlo Mastelloni Zeugnisaussagen und Dokumente, die beweisen sollten, dass Italien im Schatten der offiziellen Organe von einer geheimen Regierung kontrolliert wurde. Während sie mehrere Politiker des Landes in ihrem Amt vorladen, macht der Präsident des Rates, Giulio Andreotti am 27. Oktober 1990 eine öffentliche Erklärung mit der die Existenz einer solchen Superstruktur offiziell wird: „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Angst vor dem sowjetischen Expansionismus und die Minderwertigkeit der NATO-Streitkräfte im Vergleich zum Kominform die Nationen von Westeuropa dazu bewegt, neue Formen der unkonventionellen Verteidigung vorzubereiten, indem sie in ihrem Hoheitsgebiet ein okkultes Widerstandsnetz erstellten, das im Falle einer feindlichen Besatzung durch Informationssammlung, Sabotage, Propaganda, Guerilla [...] aktiv sein sollte. Angesichts der letzten und wesentlichen Ereignisse die Osteuropa erschütterten, hat sich die Regierung verpflichtet, alle Bestimmungen unorthodoxer Kriegsführung zu überprüfen und jede eigene Kontroll-Initiative zu fördern, sowohl auf politischer als auch militär-technologischer Ebene, um die aktuelle Nützlichkeit und Gültigkeit der Systeme für den Schutz des Staatsgebiets zu prüfen.

Die weltbewegenden Enthüllungen von Giulio Andreotti führten zu einer schmerzhaften Frage: wurden die westlichen Demokratien während des ganzen Kalten Krieges durch die Sonder-Dienste des Atlantischen Bündnisses manipuliert, bis zu dem Punkt an dem Demokratie selbst eine Farce gewesen wäre? Um darauf antworten zu können wurden parlamentarische Untersuchungs-Kommissionen in Italien [1], in der Schweiz [2] und in Belgien [3] gebildet. Das Ergebnis dieser Untersuchungen [4] ist so schmerzhaft, dass andere Staaten wie Frankreich beschlossen, die Sache einfach zu leugnen.

Die Existenz des Stay-Behind war ein offenes Geheimnis. Schon 1952 offenbarte die deutsche Presse die Aktivitäten einer rechtsextremen Gruppe, die Bundesdeutsche-Jugend, deren durch die Geheimdienste der Atlantischen Allianz bewaffnete Militanten, die Tötung der wichtigsten Links-Führer im Falle einer sowjetischen Invasion vorbereiteten. Damit sollte die Allianz die Bildung einer durch die Rote Armee auferlegte Marionetten-Regierung verhindern.

1976 wird das Stay-Behind-Netzwerk in dem Bericht über die CIA der amerikanischen parlamentarischen Untersuchungskommission, unter dem Vorsitz von Senator Frank Church, erwähnt. [5]. Genauere Informationen wurden im Jahr 1978 von dem ehemaligen Chef des Stay-Behind und Ex-Chef der CIA, William Colby, in seiner Autobiographie veröffentlicht [6]. Viele Details wurden 1982 von Oberst Alfred H. Paddock [7], ehemaliger Kommandeur der 4. Gruppe der psychologischen Maßnahmen, veröffentlicht. Ebenfalls in 1982 hat John Loftus, Prüfer für das Office of special investigations [8], die Einstellungsbedingungen der Nazi-Agenten im Stay-Behind enthüllt. Der Journalist und Historiker Gianni Flamini beschrieb ihr Handeln in Italien in seinem Monumentalwerk [9] (1981 à 1984). Schließlich wurde die Neudefinition der Aktionen des Stay-Behind während eines 1988 vom US-National Strategy Information Center veranstalteten Symposiums offiziell analysiert [10].

Wie reichlich sie auch sei, bleibt diese Dokumentation unvollständig und gibt ein verzerrtes Bild des Systems. Die später freigegebenen und veröffentlichten US-Außenministerium-Dokumente ergänzen sie und offenbaren ein umfassendes, viel weitgreifenderes System der Einmischung in das demokratische Leben der alliierten Staaten, als die Stay-Behinds allein.

Das Studium der Entstehung und die Geschichte des geheimsten aller Geheimdienste bietet nicht nur ein retrospektives Interesse für die verborgene Seite der westlichen Politik seit 1947. Ist dieser Dienst, dessen Existenz nur anerkannt wurde, um zu bestätigen, dass er der Vergangenheit angehöre, nicht noch immer aktiv? Obwohl er angeblich niemals existierte, wurde er offiziell dreimal aufgelöst: zuerst 1952, dann 1973 und schließlich noch im Jahr 1990. Und wenn er noch aktiv ist, um heimlich öffentliche Einrichtungen zu manipulieren, sind die westlichen Demokratien nur Augenauswischereien?

Die Kreierung von Stay-behind

Um diese Fragen zu beantworten, ist eine historische Rückkehr erforderlich. In den letzten Monaten des zweiten Weltkriegs wurde ein amerikanischer Spionageabwehrdienst, der Zweig X2 des OSS (Office of Strategic Services) beauftragt, die nach dem Rückzug der Wehrmacht vor Ort zurückgebliebenen Nazi-Agenten zu lokalisieren: die „Stay-Behind“. Anstatt sie zu verhaften und zu erschießen, beschlossen James Jesus Angleton, Chef des X2, und General William J. Donovan, der OSS-Direktor, die größte Anzahl von ihnen „umzudrehen“ und sie für den nächsten Weltkrieg, in dem die "freie Welt" der "kommunistischen Gefahr" gegenüberstehen wird, zu rekrutieren. [11]. Man musste schnell vorgehen, bevor die Widerstandsbewegungen auch die Stay-Behind Leute identifizieren und eliminieren könnten.

Dieser Vorgang begann in Italien mit dem Umdrehen des Leiters der Todesschwadronen (Decima Mas), Prinz Valerio Borghese, der die Namen seiner Agenten verriet, um sie zu retten. Dann wurde dieser Vorgang in allen vom früheren Reich besetzten Gebieten auch ausgeführt. So wurden die französischen Stay-Behind-Leute ermittelt und nach der Umdrehung des Generalsekretärs der Polizei, Rene Bousquet, rekrutiert. Nach der Kapitulation der Achse wurde die Operation auf Deutschland selbst erweitert, bis zur Umdrehung des Generals Reinhard Gehlen, ehemaliger Leiter des Geheimdienstes der Wehrmacht an der Ostfront. Nach zehn Monaten "Behandlung" in die Vereinigten Staaten durch Frank G. Wisner wurde Gehlen begnadigt und mit der Gründung und Leitung des Bundesnachrichtendienstes (BND), des Geheimdiensts der Bundesrepublik Deutschland [12] beauftragt. Die Operation wurde von Allan Dulles, damals Leiter des OSS in Bern geplant. Er stützte sich auf informelle Kontakte, die er seit Mitte 1942 mit zwei Trends der NSDAP hatte, um einen Separatfrieden zu schließen [13]. Die Nazi-, Faschisten und Ustaschi [Ustaše: NS-Kroaten AdÜ]-Agenten, deren Funktionen öffentlich waren, konnten in Europa nicht wiederverwendet werden. Sie wurden daher nach Lateinamerika geschickt, wo sie nützlich sein konnten. Ihre Exfiltration wurde vom Heiligen Stuhl bewerkstelligt, der ihre Logik teilte, unter der Verantwortung des Monsignor Giovanni Battista Montini [14]. In Frankreich wurden die deutschen Beamten im Internierungslager von Morancez Coudray (Eure-et-Loir) unter dem Deckmantel des Seminars des Abbé Franz Stock sortiert [15].

1946 begann Präsident Truman die Umwandlung der Wirtschaft und der amerikanischen Institutionen. Nach Kenntnisnahme der Schwierigkeiten seines Landes während des zweiten Weltkriegs beschloss er, die Vereinigten Staaten mit einer Kriegsindustrie und einem permanenten Geheimdienst auszustatten. Diese Entscheidung war legitim hinsichtlich der Improvisation, in der sich sein Land während des Konflikts befand, sie offenbarte auch die Schwierigkeit der Umwandlung der riesigen Kriegsmaschine in eine Friedenswirtschaft. Truman musste starker politischer Opposition von beiden Seiten die Stirne bieten, um seine Entscheidung durchzusetzen. Entsprechend den Empfehlungen von General William J. Donovan, Direktor des OSS, sollte die neue Central Information Agency (CIA) teilweise die Dienste vom Heer, der Marine und des Secretary of State [Außenminister] ersetzen. Sie sollte nicht nur Informationen sammeln, sondern auch im Ausland, unter Verletzung der Souveränität der Staaten agieren können. Wenn Truman auch den ersten Vorschlag akzeptierte, verzichtete er auf den zweiten. Offiziell verewigt der National Security Act, 1947 vom Kongress genehmigt, in Friedenszeiten ein allgemeines militärisches Amt, das eine Agentur des Auslandsgeheimdienst, die CIA beinhaltet, die keine Kompetenz für die Durchführung von "Spezialoperationen" besitzt. Die Organisation Gehlen in Deutschland und das Stay-Behind-Netzwerk in ganz Europa hatten also keinen Existenzgrund mehr und hätten abgebaut werden sollen.

Jedoch zeigte die Konferenz der Außenminister in Moskau während der Diskussionen über die Bedingungen der Besatzung des besiegten Deutschlands, dass es für Drittländer unmöglich sei, sich in dem USA-UdSSR-Konflikt nicht zu positionieren. Als erstes wählte Frankreich sein Lager, das der Angloamerikaner. Es war der Beginn eines unerklärten Krieges und ohne konventionelle militärische Operationen, des „Kalten Krieges“. Nach illegaler Rückkehr auf die Entscheidung des Kongresses schuf Harry S. Truman im Geheimen einen neuen Dienst zur Durchführung von Kriegs-Operationen in Friedenszeiten. Die Organisation Gehlen und das Stay-Behind-Netzwerk boten sofort die Grundlagen.

Die einzige legale Grundlage für Spezialoperationen ist die National Security Council Directive on Office of Special Projects (NSC 10/2) Richtlinie vom 18. Juni 1948. Als hochgeheim klassifiziert, wurde sie erst fünfzig Jahre später öffentlich [16]. Diese Richtlinie sieht vor, dass die Operationen des Netzwerks geplant und unter Aufsicht des der CIA administrativ angeschlossenen Büros ausgeführt, und in Kriegszeiten mit Zustimmung der Stabsmitarbeiter durchgeführt werden. Der Leiter dieses Amtes wird vom Außenminister ernannt und durch den Direktor der CIA genehmigt und dann von dem Nationalen Sicherheitsrat bestätigt. Anfangs hatte dieses Amt volle Autonomie und war nur der CIA unterstellt, um rechtliche Finanzmittel zu erhalten. Bei Unstimmigkeiten zwischen dem Amt einerseits und dem Direktor der CIA, oder dem Außenminister, oder dem US-Verteidigungsminister andererseits, konnte der Streit nur vom Nationalen Sicherheitsrat geschlichtet werden. Jede betroffene Behörde sollte einen Liaisons-Offizier dem Büro zur Verfügung stellen und ihm alle erforderlichen Informationen geben, damit das Geheimnis der Existenz des Amtes selbst erhalten blieb. Die Zuständigkeit des Vorstands ist wie folgt definiert: „Alle Aktivitäten, die von der Regierung gegen Staaten oder feindliche Gruppen durchgeführt oder gefördert werden oder der Unterstützung von Staaten oder Freunde-Gruppen dienen, die aber so geplant und ausgeführt werden, damit die Verantwortung der [und kommenden] Regierung der Vereinigten Staaten unbefugten Personen nicht klar erscheint, oder, wenn sie entdeckt wird, die Regierung der Vereinigten Staaten sie plausibel abstreiten kann. Insbesondere solche Operationen umfassen alle geheime Aktivitäten im Zusammenhang mit: Propaganda; dem Wirtschaftskrieg; der vorbeugenden direkten Aktion, einschließlich Sabotage, anti-Sabotage, Zerstörungs- und Exfiltrations-Maßnahmen; die Subversion feindlicher Staaten, einschließlich der Unterstützung von Widerstandsbewegungen von lokaler Guerilla und Befreiungsgruppen im Exil; und Unterstützung für lokale antikommunistische Elemente, die in Staaten der freien Welt bedroht sind. Diese Vorgänge betreffen nicht bewaffnete Kämpfe, die von anerkannten Streitkräften, Spionage, Spionageabwehr, Abdeckung oder Täuschung für militärische Operationen geführt werden“.

Die interne Organisation des Netzes wurde in einem geheimen Memorandum definiert, das von dem ersten Direktor des Amtes geschrieben und zur Kenntnis des Direktors der CIA gebracht wurde [17]. Es gliedert sich in fünf Funktionsgruppen: die psychologische Kriegsführungs-Gruppe (Presse, Radio, Gerüchte, etc.) die Gruppe der politischen Kriegsführung (Hilfe für den Widerstand in den kommunistischen Staaten, Beihilfe für Bewegungen im Exil, Beihilfe zu antikommunistischen Bewegungen in freien Ländern, Förderung der Überläufer); die Gruppe des Wirtschaftskriegs (Unfähigkeit Zubehör kaufen zu können, Marktmanipulierung, Schwarzmarkt, Spekulation auf Währung, Fälschungen, etc.); präventive direkte Aktionsgruppe (Unterstützung der Guerillas, Sabotage, Konter-Sabotage, Zerstörung, Exfiltration, Stay-Behind); die Gruppe "verschiedenes"

Für Truman und sein Team ist der neue Krieg kein konventioneller und ist nicht zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, sondern ein politischer, wirtschaftlicher und psychologischer zwischen dem Westen und dem Kommunismus. Das Interesse der Vereinigten Staaten ist die Verteidigung der Werte der „Gründerväter“ [18], was dem Kalten Krieg also eine religiöse, wenn nicht mystische Dimension verleiht. Alle Mittel müssen mobilisiert werden, damit sich der ganze Westen dem amerikanischen Lager zuerkennt, sich mit der "freien Welt" identifiziert, bereit ist, sich für ihn zu opfern.

Das Stay-Behind ist nur eine besondere Waffe in diesem Kreuzzug. Der Ausdruck "Stay-Behind" wurde von den britischen Diensten verwendet, der ihre hinter der Front gebliebenen Agenten bezeichnet. Sie konnten die Aufgabe der Organisation eines lokalen Widerstands haben, der mit Fallschirmabwürfen von Waffen und Übertragungsmitteln versorgt wurde. Während des Kalten Krieges erschien die Idee logisch, nicht eine sowjetische Besetzung Westeuropas abzuwarten, um die Infrastruktur des Widerstandsnetzes vorzubereiten. Auch die Idee, Antikommunisten für ein solches atlantistisches Netzwerk einzustellen, die an verdeckte Aktionen gewöhnt waren, war selbstverständlich. Neben den Nazi-Agenten, die von dem OSS umgedreht wurden, rekrutierte Carmel Offie weiterhin Personen aus dem extrem-rechten Milieu für die neue amerikanische Struktur. Was die ultramontane Partei [19], die Katholiken angeht, machten die Angloamerikaner eine umfassende Vereinbarung mit dem Heiligen Stuhl mit Hilfe von Kardinal Francis Spellman.

Entwicklung des Stay-behind

Wenn das einzige Ziel des Stay-Behind nur die Vorbereitung des Widerstands im Fall einer Besetzung gewesen wäre, hätte jeder Staat ihn aus eigener Initiative und unter seiner alleinigen Verantwortung organisieren können. Aber da man der Meinung war, dass Westeuropa bereits teilweise, zumindest auf ideologischer Ebene, von den Kommunisten besetzt war, wurde es notwendig, dass die Stay-Behind-Leute nicht Regierungen unterstehen, in die der Feind durch Wahlen ja jederzeit eintreten konnte.

Auf Grund dieser Argumentation wurden dreiseitige Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und jedem ihrer Verbündeten unterschrieben, wodurch Washington die Erlaubnis bekam, ohne deren Wissen in ihrem Hoheitsgebiet handeln zu können, um sie gegen kommunistische Infiltration zu verteidigen.

Im Jahre 1949 wurden die ersten Vereinbarungen in ein multilaterales System integriert, das Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Großbritannien betraf. Es wurde von dem Geheimen Ausschuss der westlichen Union (CCUO) geleitet. Nach der Unterzeichnung des Nordatlantikvertrags wurde dieses System neuen Staaten und später auch neutralen, geographisch am Rande der NATO liegenden Staaten zugänglich. Der CCUO wurde dann der Geheime Planungs-Ausschuss (CPC, Clandestine Planning Committee) und dann, 1958, der Verbündete Koordinierungs-Ausschuss (ACC, Allied Coordination Committee).

Die rechtliche Grundlage für diesen Vertrag kommt von geheimen Protokollen des Nordatlantik Vertrags. Er ist aber nicht in dem NATO-Organisationsvertrag integriert, so dass der Rückzug Frankreichs von dem integrierten NATO-Kommando (1966-95) nicht seine Kündigung mit sich gebracht hat. Der CCUO-CPC-ACC wird durch die Anglo-Amerikaner betreut, die sich die Einflusssphären aufgeteilt haben: die Briten in den Benelux-Ländern und auf der Iberischen Halbinsel, die Amerikaner, alles andere. Der Vorsitz des Ausschusses entfällt abwechselnd auf jeden Mitgliedstaat.

Laut Oberst Oswald Le Winter, ehemaliger Betreungsoffizier des Gladio innerhalb der CIA, fordern die Zusatzprotokolle des Nord-Atlantik Vertrags, dass die Mitgliedstaaten unter anderem darauf verzichten, die Aktionen von extrem-rechten Gruppen zu verfolgen, wenn diese für die Anforderungen des Diensts verwendet werden. Diese Dokumente wären für Frankreich von Robert Schuman, damals Präsident des Rates, unterzeichnet worden.

In den Vereinigten Staaten wurde dieser Geheimdienst ursprünglich [Büro für die Koordinierung der Politik] Office of Policy Coordination (OPC) genannt. Sein erster Direktor war Frank G. Wisner [20]. Er wurde von dem Staatssekretär [Außenminister] General George Marshall, von einer Liste [21] von sechs Namen, die von seinem Berater George F. Kennan und Allan Dulles aufgestellt wurde, ausgewählt. Irving Brown, Vertreter der Gewerkschaft AFL-CIO in Paris und Norris Chapman, Diplomat in Paris, standen auch darauf. William Colby schrieb über diese Zeit: „Wisner, voller Dynamik und Intelligenz, scheute keine Arbeit und weitgehend auf seine ehemaligen Kollegen des OSS zurückgreifend, stellte in wenigen Monaten in der ganzen Welt eine Art von Neuordnung des Templerordens auf, der dafür verantwortlich war, die westliche Freiheit gegen kommunistischen Obskurantismus... und Krieg zu verteidigen“.

In den frühen 1950er Jahren verlangte General Walter B. Smith, der neu ernannte CIA-Direktor, dass das Büro nicht nur administrativ der Agentur angeschlossen, sondern dass es auch ihrer Autorität unterstellt werde. August 1952 erhielt er schließlich seine Eingliederung in die Planung der Agentur. Die amerikanischen Behörden gaben bei dieser Gelegenheit zu, dass das OPC tatsächlich bestanden hatte aber behaupteten, dass sie es gerade aufgelöst hätten. In der Tat konnten sie die Eingliederung nicht anerkennen, da die ehemaligen OPC-Aktivitäten illegal waren. General Smith nahm die Mitarbeit von Allan Dulles an, dem ehemaligen Leiter des OSS und Bruder des Außenministers John F. Dulles.

Als Gegenleistung für seinen Verlust an Unabhängigkeit verfügt Frank G. Wisner über mehr Ressourcen, nämlich ein psychologisches Kriegsführungs-Zentrum im Fort Bragg unter dem Kommando von Generalmajor Robert A. McClure. Diese Psychological Warfare Center nahm später den Namen Special Warfare School (1956-68) an, und dann Institute for Military Assistance (1969-83), und schließlich John F. Kennedy Special Warfare Center and School (seit 1983). Fort Bragg ist eine der größten Militärbasen der Welt geworden. Es ist da, wo die Spezial-Einheiten, die „green berets“ [grünen Tellermützen] stationiert sind.

Laut dem Church- Bericht hatte das Netzwerk 1952 bereits dreitausend Mitarbeiter, siebenundvierzig Posten im Ausland und ein jährliches Budget von 200 Millionen Dollar. Wisner hat die Gründung von nicht-kommunistischen Gewerkschaften in Europa (1947-50), den Sturz von Mossadegh in Iran (1953) und den von Jacobo Arbenz in Guatemala (1954) immer als Glanzleistung seines Amtes betrachtet. Weniger schlüssige Tätigkeiten wurden in Albanien, Ukraine, Polen und in Korea [22] durchgeführt. Die OPC erweitert damit ihre Aktivitäten außerhalb Europas.

1958 wurde Richard M. Bissell Frank G. Wisners Nachfolger. Dann, Richard M. Helms, Desmond Fitzgerald, Thomas H. Karamessines und William E. Colby.

Seit 1968 wurde das Verbindungs-Komitee (CCUO-CPC-ACC) nach einer Einteilung und unter obskuren Bedingungen durch ein jährliches Treffen der Kontakte der Geheimdienste, dem Bern-Club, gestärkt.

Im März 1973 wurde das Amt erneut überarbeitet und die Führung nahm ihren heutigen Namen Direktion der Operationen an. Es war unter der Leitung von William Nelson, dann William Wells, John N. McMahon, Max C. Hugel, John H. Stein, Clair E. George, Richard F. Stolz. In dieser Zeit wurden die Stay-Behind-Aktivitäten in Lateinamerika gestärkt. Eine Koordinierung der Dienste in Argentinien, Bolivien, Chile usw. wird aufgebaut, um zu terrorisieren und die Oppositionsführer zu beseitigen. Diese Koordination kann mit der Unterstützung der Spanischen, Französischen, Portugiesischen Stay-Behinds, etc. zählen, um zu bespitzeln und diejenigen zu ermorden, die nach Europa fliehen. Das ist die Condor-Operation, deren operative Leitung Klaus Barbie anvertraut wird. Die lateinamerikanischen Stay-Behind Offiziere wurden in der US-School of Americas in Fort Benning (Georgia) ausgebildet, die 2001 das Western Hemispheric Institute for Security Cooperation (WHISC) wurde mit Professoren aus Fort Bragg. Die School of the Americas wurde nach der Veröffentlichung ihrer internen Handbücher und der Offenbarung der Folter-Kurse, die bereitgestellt wurden, stark kritisiert.

Gleichzeitig baut das Stay-Behind eine politisch-militärische Organisation, die Loge Propaganda Due (P2) auf, die regelmäßig dem italienischen Grande Oriente d‘italia unterstellt ist. Sie wird als privilegiertes Instrument verwendet, um politische Kriegsführung und Spezialeinsätze zu artikulieren. Licio Gelli, der Großmeister der P2, war der faschistische Verbindungsoffizier zwischen dem X2 des OSS und der Decima Mas des Prinzen Valerio Borghese während der Bildung von Stay-Behind in Italien. Seine Verbindung brachte Tausende von Persönlichkeiten aus der Welt der Politik, dem Militär, der Finanz, der Kirche und der Kunst zusammen, darunter neun hundert und dreiundzwanzig Italiener. Gelli wurde eine so zentrale, operative Figur des atlantistischen Apparates, dass er als special guest [Sondergast] bei der Einweihungs-Zeremonie von Bush, Carter und Reagan gegenwärtig war. Die P2 war eine Brücke zwischen dem Stay-Behind und Beamten anderer Gruppen des Apparates. Sie wurde aufgelöst und ihre Mitglieder werden juridisch verfolgt aus verschiedenen Gründen, sowohl wegen ihrer Beteiligung an Staatsstreichen, als auch für ihre Rolle in dem Bankrott der Banco Ambrosiano. Nur die italienischen und argentinischen Namen der Mitglieder der Freimaurerloge wurden öffentlich.

Nach unseren Informationen wurde die P2-Loge, unter dem Deckmantel einer Schweizer NGO-Partnerschaft von Gemeinden auf der ganzen Welt, wiederhergestellt. Dieser Verein hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen, und der Sohn von Licio Gelli, der ihn leitet, konnte an der letzten Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen.

1986 wurden die Waffen des Gladio, die in Containern in ganz Europa verstreut begraben waren, ersetzt. Das Netzwerk wurde mit den modernsten, verschlüsselten Kommunikationsmitteln, dem Harpoon Funkgerät von Telefunken, ausgestattet. Diese Akquisitionen wurden von den Amerikanern jedem Mitgliedstaat verrechnet.

Im Jahr 1990 brach in Italien der Gladio-Skandal aus. Offiziell wurden die Stay-Behind überall in Europa aufgelöst. In Wirklichkeit funktionierten sie weiter, ohne Änderungen, unter dem Kommando von Thomas A. Twetten, und dann von David Cohen.

Derzeit sieht der "Meisterplan" des Pentagon vor, mittelfristig die politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Kriegs-Aktivitäten von den Sondereinsätzen zu trennen. Daher würde das Militär nicht mehr auf Kommando-Operationen beschränkt sein, aber könnte sich stark in spezielle Kriege involvieren, die in Friedenszeiten unter der Kontrolle des State- Department stehen. Dennoch scheint es, dass diese Umstrukturierung schwer umzusetzen ist.

Darüber hinaus hat die Entwicklung einer Ausbildung in zivilen Angelegenheiten in Fort Bragg das Ziel, ein Personal zu schulen, um besetzte Gebiete im Rahmen von friedenserhaltenden Missionen zu verwalten und die Maximierung des amerikanischen Einflusses zu erreichen [23].

Das Französische Stay-behind

JPEG - 18.1 kB
Die internationalen Führungspersonen der AFL-CIO

Rechts, Irwing Brown (1911 – 1989), Leiter des Stay-Behind für die linken Studentenmilieus in Europa. Er rühmte sich sowohl die UNI [extrem rechter Fr. Studentenverband] als auch die MNEF [linker Studentenverband] finanziert zu haben und persönlich Jean-Christophe Cambadélis und Lionel Jospin [fr. Premierminister AdÜ] ausgebildet zu haben.

In Bezug auf Frankreich kontaktierte 1947 James J. Angleton Henri Ribière, den Schutzherrn des SDECE [fr. Geheimdienst]. Ribière, der von der Deportation zurückkam, war krank; so ist es sein Stellvertreter Oberst Pierre Fourcaud, der den Vorschlag dem ersten Präsidenten des Rates der Vierten Republik, Paul Ramadier, übertrug, und der ihn akzeptiert hat. Am 4. Mai entließ Ramadier die kommunistischen Minister seines Kabinetts, und erlaubte dann dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, Georges Bidault, ein geheimes Militärabkommen mit den USA auszuhandeln. Die Diskussionen wurden von General Pierre Billote und General George Marshall, von Dezember 1947 bis Mai 1948 in einer Festung in der Nähe von New York geführt.

Nach den getroffenen Vereinbarungen wird nur der Präsident des Rates über die Aktivierung des lokalen "Stay-Behind" unterrichtet, das zuerst ’Mission 48’, dann ’Regenbogen’ [24] genannt wurde. Er kann die Namen der Agenten auf seinen Territorien erfahren, indem er einen Vertrauten sendet, der die für ihn aktualisierte Liste auf dem Hauptquartier der amerikanischen CIA und dem britischen Geheimdienst konsultieren kann. Das Netz umfasst eine geheime Zelle innerhalb der wesentlichen offiziellen Militär-Dienste (militärische Sicherheit, externe Dienstleistungen, etc.) und Zivilisten (Geheimdienst für innere Angelegenheiten, Generalsekretariat des nationalen Verteidigung, etc...). So erhält das Büro 259/7 von dem SDECE-Dienst, unter der Leitung von Jacques Locquin, während der Erstellung des Stay-Behind, die Anweisung, die Exfiltration seiner Regierung in Richtung Nordafrika im Falle einer sowjetischen Invasion vorzubereiten. Ebenso ist der Chef der französischen Besatzungskräfte in Deutschland, der General der Armee Pierre Kœnig, für die Entwicklung von Knotenpunkten für das Abfangen entlang der möglichen Eindringungs-Achsen der Roten Armee verantwortlich.

Offiziere werden auf das doppelte Kriterium der Kompetenz und Antikommunismus angeworben. Unter Berücksichtigung der Cagoulard--Netze [25] von Oberst Pierre Fourcaud, kann es sich sowohl um ehemalige Widerstandskämpfer, als auch ehemalige umgedrehte und wiederverwendete Nazi-Agenten handeln. Sie können eine Kommando-Ausbildung in der 11. Fallschirm-Schock-Brigade in Cercottes (Loiret) erhalten. Diese Einheit wird von Hauptmann Paul Aussaresses ausgebildet. Laut der offiziellen Hierarchie hängt sie vom Dienst Aktion der externen Nachrichtendienste (SDECE) unter dem Kommando von Oberst Jacques Morlanne [26] ab, aber laut der okkulten Hierarchie, hängt sie von der NATO über den Lieutenant-Colonel Jacques Foccart ab. Gegebenenfalls können Agenten ab 1952 eine Zusatzausbildung in psychologischer Kriegsführung in dem Psychological Warfare Center der CIA in Fort Bragg (North Carolina) empfangen. Eine an den SDECE gebundene Zelle des Stay-Behind, ’Brain Trust Action’, unterliegt der "Executive Action" der CIA, um politische Morde auszuführen. Um Zivilisten zu ermöglichen, im 11. Schock ausgebildet zu werden, autorisiert der Minister der Veteranen, François Mitterrand, die Verwendung des freiwilligen Fallschirm-Reservisten (ARVP) Verbands. Und um ihre Verfügbarkeit zu erleichtern, bieten die Amerikaner Arbeitsplätze zur Deckung an. Zum Beispiel, zwei regionale Führer des Stay-Behind, Gilbert Beaujolin und François Durand de Grossouvre (Alias "Monsieur Leduc"), bilden eine Handelsgesellschaft, die Nutznießer der ausschließlichen Konzession von dem Coca-Cola Vertrieb wird [27].

Netzwerk-Zellen werden außerhalb von antikommunistischen Kampf-Strukturen errichtet. So gliedert sich die Gruppe vom ehemaligen Milizionär Paul Touvier in einen geheimen Orden des Rittertums, die Militia Sanctae Mariae ein; die von André Voisin innerhalb der französischen Versöhnungs-Vereinigung; oder die von Roger Patrice-Pelat innerhalb einer esoterischen Gesellschaft, dem Orden des Priorats von Sion. Diese Zellen können verschiedenen NATO-Stellen zugeordnet werden. In der Regel gehorchen sie dem CCUO-CPC-ACC, aber sie können auch direkt dem Obersten Hauptquartier der Alliierten Mächte Europas (SHAPE) unterstellt sein.

1947 war die OPC am Blauen Plan beteiligt, einem Befreiungsversuch der gesäuberten Inhaftierten in Fresnes [Pariser Gefängnis] und ein Versuch, die Republik zugunsten des Admiral Paul Auphan zu stürzen. Die Affäre scheiterte bevor sie gestartet wurde und John Foster Dulles traf im Dezember diskret General De Gaulle, um mit ihm eine Operation dieser Art zu studieren, falls die Kommunisten die Wahlen gewinnen sollten. Zur gleichen Zeit verursachte die OPC über Irwing Brown [28] und Carmel Offie [29] die Spaltung der CGT [fr. stärkste Arbeiter-Gewerkschaft, der KP nahstehend; AdÜ] durch die Schaffung von Force Ouvrière, einer anderen Zentrale, sowie die Instrumentalisierung von einer trotzkistischen Dissidenz gegen die orthodoxen Kommunisten. 1958 organisiert das Amt die Machtübernahme von De Gaulle. Aber es ist auch dieses Amt, das 1961 daran denkt, General De Gaulle durch einen anderen General zu ersetzen und ermutigt den Putsch der Generäle von Algier.

Auf Initiative des belgischen Hauptmanns, J-M. Bonnin und des Baron Benoît de Bonvoisin [30] verwendete das Amt mehrere sektenartige Vereine als Abdeckung. [31]. Sie wurden alle durch das Public Information Office (PIO) [32] der NATO in Brüssel finanziert. So wurde in den 1970er Jahren der Souveräne Orden des Tempels von Jerusalem (OSMTJ), von Charly Lascorz und dem Abgeordneten Claude Marcus im Zusammenhang mit dem SAC [service d’action civique] von Jacques Foccart benutzt; gleicherweise der Renovierte Orden des Tempels (ORT) von Raymond Bernard und Julien Origas [33], und dann von Luc Jouret. Schließlich der Orden des Sonnen-Tempels (ORT) von Luc Jouret [34] und Joseph Di Mambro.

Am 12. November 1990, als Italien tief in dem Gladio-Skandal steckte, hat der Verteidigungs-Minister Jean-Pierre Chevenement anerkannt, dass es auch ein Schwert [= gladio it. AdÜ] in Frankreich gegeben habe. Mit wunderbarer Apparatschiksprache versicherte er, dass es in Ruhe geblieben wäre und nie die Innenpolitik gestört habe. Am nächsten Tag erklärte Präsident François Mitterrand, er habe vor kurzem General Jean Heinrich [35], der es als Leiter des Aktionsamts der DGSE kommandierte, befohlen, es aufzulösen.

Das Stay-Behind in der Welt

Die Existenz des Stay-Behind wurde formal in Deutschland, Österreich (Netzwerk Schwert), in Belgien, in Dänemark, in Spanien, in Frankreich (Windrose), in Griechenland (rotes Vlies), in Italien (Gladio), in Luxemburg, in Norwegen, in den Niederlanden, in Portugal, im Vereinigten Königreich, in Schweden, in der Schweiz und in der Türkei anerkannt. Keine Untersuchung wurde innerhalb der Institutionen der Europäischen Union unternommen, obwohl viele Berichte darauf hin deuten, dass die Stay-Behind ihre wesentlichen Getriebe steuern.

Man kann mehrere Staatsstreiche anführen, erfolgreiche oder verpasste, die ihnen angelastet werden können: zusätzlich zu den Ereignissen von 1958 bis 1961 in Frankreich, die Sogno und Borghese Komplotte in Italien, die Militärdiktatur in Griechenland, der Staatsstreich gegen Makarios in Zypern [36]. Diesen weitgreifenden Operationen müssen zahlreiche politische Destabilisierungsoperationen und Morde, wie der des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, hinzugefügt werden.

Übersetzung
Horst Frohlich

Mehr darüber: das Referenzwerk: Les Armées Secrètes de l’OTAN, par Daniele Ganser, éditions Demi-lune, 2007.

[1] Relazione sulla vicenda « Gladio » presentatat dal Presidente del Consiglio dei Ministri (Andreotti) communicata alla Presidenza il 26 febbraio 1991, Senato della Repubblica, X Legislativa, Doc XXVII, n° 6.

[2] Rapport de la Commission d’enquête parlementaire chargée de clarifier les faits d’une grande portée survenus au Département militaire fédéral, 1990.

[3] Rapport de la Commission d’enquête parlementaire sur l’existence en Belgique d’un réseau de renseignements clandestin international Sénat, 1er octobre 1991, n° 1117-4.

[4] Gladio, sous la dir. de J. Willems, EPO éd., 1991 ; Gladio, Das Erbe des Kalten Kriesges, A. Müller, 1991 ; L’Affaire Gladio, les réseaux secrets américains au cœur du terrorisme en Europe, Jean-François Brozzu-Gentile, Albin Michel, 1994. Voir aussi le remarquable documentaire d’Allan Francovitch, Gladio, les meneurs de jeu, Observer Film Company, 1992.

[5] US Congress, Senate, Select Committee to Study Governmental Operations with Respect to Intelligence Activities, Final Report, 94 th Cong., 2d sess., 1976. [Auszüge aus dem Church-Bericht erschienen auf Französisch „Les Complots de la CIA, manipulations et assassinats“ Stock, 1976. Sie enthalten keine der in den Büchern I und IV des Berichts enthaltenen Gladio-Passagen.

[6] Honorable Men, my Life in the CIA, auf Französisch mit Titel « 30 ans de CIA », William Colby, Presses de la Renaissance, 1978.

[7] US Special Warfare: its origins, Alfred H. Paddock, National Defence University Press, 1982.

[8] The Belarus Secret, 1982. Fr. Version : L’Affreux secret, quand les Américains recrutaient des espions nazis. De Gehlen à Klaus Barbie. John Loftus, Plon, 1985. [Das schreckliche Geheimnis, als Amerikaner Nazi Spione rekrutierten. Von Gehlen bis Klaus Barbie

[9] Il partido del golpe. Le strategie della tensione e del terrore dal primo centrosinistra organico al sequestro Moro, Gianni Flamini, Italo Bovolenta, 4 vol., 1981 à 1984.

[10] Political Warfare and Psychological Operations, Rethinking the US Approach, US National Strategy Information Center, National Defence University Press, 1989.

[11] OSS. The Secret History of America’s First Central Intelligence Agency, Tom Brower, University of California Press, 1972.

[12] L’Organisation Gehlen, Richard Gehlen, Presses de la Cité et Fayard, 1972. Eine gekürzte Fassung erschien in Les Éditions Saint-Clair, 1975. Sie wurde von einem Stay-Behind, Holocaustleugner David Irving geschrieben.

[13] Unter Verletzung der Charta des Atlantiks nahm das OSS Kontakt mit Beamten des Reiches und der Collaboration [NS-deutsch-franz. Zusammenarbeit] auf, um einen Separatfrieden USA-Deutschland und ein Bündnis gegen die UdSSR auszuhandeln. Es war irgendwie die zynische Logik der Umdrehung des Sowjetisch-Deutschen Bündnisses. Die meisten der Kontakte fanden in Bern statt, andere auf der Iberischen Halbinsel. 1942 / 43 empfing Allan Dulles in der Schweiz André Bettencourt, Pierre Guilhain de Bénouville und François Mitterrand.

[14] Zukünftiger Papst unter dem Namen Paul VI.

[15] Eine feierliche Messe wurde in Chartres anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von dem Tod von Franz Stock in Anwesenheit von Bundeskanzler Helmut Kohl und des Präsidenten des französischen Senats, René Monory gefeiert. Bei dieser Gelegenheit hat Herr Kohl in Le Monde am 25. Februar 1998 eine Huldigung von Abt Stock, Vorläufer der Europäischen Versöhnung, veröffentlicht. Eine Anfrage für Seligsprechung wurde in Rom eröffnet.

[16] Foreign Relations of the United States, 1945-1950 Emergence of the Intelligence Establishment, Governement Printing Office, 1996.

[17] Op. cit.

[18] Der "Gründerväter" sind von der britischen Krone verbannte Puritaner, gekommen, um das "gelobte Land" in der neuen Welt zu finden.

[19] Die Ultramontaner sind Katholiken, die die Politik der Päpste gegen die Interessen der lokalen katholischen Kirchen verteidigen.

[20] Frank G. Wisner führte das Stay-Behind von seiner Gründung bis 1958. Er versank in Alkoholismus und hätte 1965 Selbstmord begangen. Sein Sohn Frank Wisner II. heiratete Christine de Ganay (zweite Gemahlin von Pal Sarkozy) und kümmerte sich um Nicolas Sarkozy in den USA.

[21] Memorandum vom 30. Juni 1948 in Foreign Relations of the United States, 1945-1950 Emergence of the Intelligence Establishment, Governement Printing Office, 1996.

[22] Über diese Vorgänge, cf. The Use of Covert Paramilitary Activity as a Policy Tool : An Analysis of Operations Conducted by the US CIA, 1949-1951, Major D. H. Berger, US Marine Corps Command éd.

[23] Les Actions civilo-militaires. De l’urgence au développement : quels outils pour la France ? [Zivil-militärische Aktionen. Vom Notstand zur Entwicklung: welche Werkzeuge für Frankreich?] Bericht Nr. 3167, präsentiert von Robert Gaia am 20. Juni 2001, Nationalversammlung, Verteidigungs-Committee. Dieser Report zitiert als Beispiel für Frankreich die Kohärenz der amerikanischen Doktrin.

[24] Siehe die Rubrik « stay-behind », in Encyclopédie du renseignement et des services secrets, Jacques Baud, Lavauzelle éd., 1997. Siehe auch die Rubriken « Opération Gladio » et « Des réseaux dormants dans toute la France » [« Schlafende Netze in ganz Frankreich »] in Les Secrets de l’espionnage français de 1870 à nos jours, Pascal Krop, Jean-Claude Lattès éd., 1993.

[25] « La Cagoule » [Die Haube] ist eine Verschwörung, die versuchte, die Dritte Republik zu stürzen. Während des zweiten Weltkrieges wählten manche ihrer Mitglieder die collaboration [NS-deutsch-franz. Zusammenarbeit AdÜ], insofern sie ihr faschistisches Projekt für Frankreich durchführen könnten; andere, aus Nationalismus, traten dem Widerstand bei, da sie dachten, die Besatzung wäre ein zu schwerer Preis, um ihre Ziele zu erreichen. Unter Vichy [fr. Regierungsort während der deutschen Besetzung AdÜ], wie auch nach der Befreiung [ab August 1944 für Paris] leisteten die cagoulards einander Hilfe.

[26] Jacques Morlanne ist der Pseudonym von Henri Fille-Lambie.

[27] Der Vertrieb kommt der [Pariser Gesellschaft Erfrischungsgetränke] Société parisienne de boissons gazeuses und Glacières de Paris zu, Tochtergesellschaften von Pernod Pastis.

[28] Éminences grises, Roger Faligot et Rémi Kauffer, Fayard, 1992 ; « The Origin of CIA Financing of AFL Programs » in Covert Action Quaterly, n° 76, 1999.

[29] Carmel Offie spielte eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des OPC in Frankreich, und wurde von den Macarthisten eines Teils seiner Verantwortungen aufgrund seiner Homosexualität enthoben.

[30] De Bonvoisin and Co, Philippe Brewaeys et Jean-Frédérick De Liège, EPO, 1992.

[31] Faux chevaliers, vrais gogos. Enquête sur les faux ordres de chevalerie, [Falsche Ritter, echte Einfaltspinsel. Untersuchung von falschen Orden des Rittertums], Patrice Chairoff, Jean-Cyrille Godefroy éd., 1985. Rapport de la Commission d’enquête parlementaire visant à élaborer une politique en vue de lutter contre les pratiques illégales des sectes et le danger qu’elles représentent pour la société et pour les personnes, particulièrement les mineurs d’âge, Chambre des Représentants de Belgique, n° 313/7, 28 avril 1997.

[32] Das PIO wurde 1978 geschlossen, aber seine Aktivitäten bleiben unter einem anderen Namen. Das PIO manipulierte auch den NEM-Club, den CEPIC, die Bruderschaft der Hospitaler Notre-Dame-d’Aulne und die Miliz Jesu Christi.

[33] Julien Origas, Grossmeister von der ORT, unter dem Pseudonym von Hubert de Frankenburg.

[34] Luc Jouret, homöopathischer Arzt als Aushängeschild, war belgischer Para-Kommando, Freiwilliger in der Kolwezi-Operation, 1978. Er war Mitglied des Gladio, bezahlt von der PIO.

[35] 1998 hat General Jean Heinrich seinen fünften General-Stern verweigert und ist von der Armee zurückgetreten. Er leitet heute das Geos-Sicherheitsunternehmen, das viele Ehemalige vom 11. Schock beschäftigt.

[36] The Cyprus Conspiracy. America, Espionnage and the Turkish Invasion, Brendan O’Malley and Ian Graig, Tauris & Co éd., 2001.

Thierry Meyssan

Thierry Meyssan Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

 

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons

Sie können die Artikel des Réseau Voltaire frei vervielfältigen unter der Bedingung die Quelle anzuführen, ohne die Artikel zu verändern und ohne sie für geschäftliche Ziele zu benützen (Lizenz CC BY-NC-ND).

Das Netzwerk unterstützen

Sie benützen diesen Website auf dem Sie Qualitätsuntersuchungen finden, die Ihnen helfen Ihr Weltverständnis zu verbessern. Um dieses Werk fortzufahren brauchen wir Ihre Mitarbeit.
Helfen Sie uns mit einer Gabe.

Wie teilnehmen beim Voltaire Netzwerk ?

Die Gesprächsleiter des Réseau Voltaire sind alle ehrenamtlich.
- Autoren : Diplomaten, Wirtschaftswissenschaftler, Journalisten, Militär, Philosophen, Soziologen…Sie können uns Ihre Beitragsvorschläge unterbreiten.
- Übersetzer mit beruflichem Niveau : Sie können bei der Übersetzung mitwirken.