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Die "Seidenstraße" wird durch Jordanien, Ägypten und Israel gehen

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Nach dem Angriff von Daesch auf Palmyra hat China auf die traditionelle Route der historischen Seidenstraße (Bagdad, Palmyra, Damaskus, Tyr) verzichtet. Ein alternativer Weg wurde ins Auge gefasst, nicht mehr über Syrien, sondern über die Türkei. Er wurde auch aufgegeben.

In der Antike gab es auch eine Nebenstraße über Petra (Jordanien) und Alexandrien (Ägypten). Letztlich sollte die neue Straße über Jordanien gehen, und dann sich teilen nach Ägypten und Israel.

Die Route über Ägypten wurde von der Obama-Administration akzeptiert. Washington hat die Verdoppelung des Suez-Kanals (bereits in Betrieb) und die Schaffung von einem großen Industriegebiet (im Bau) erlaubt.

Die Trump-Verwaltung hätte die Route über Israel gestattet. Die Shanghai International Port-Gruppe hat gerade die Benutzungs-Konzession der Häfen von Haifa und Ashdod gekauft. China wird auch den Carmelberg-Tunnel bauen, um die Versorgung des Hafens von Haifa zu verdoppeln.

Im Jahr 2021 werden 90 % des Welthandels von Israel also durch China gesteuert werden, was bedeutet, dass es zusammen mit den Vereinigten Staaten der Beschützer des Landes wird; eine Perspektive, die in US-israelischen militärischen Kreisen Empörung erweckt.

Dieser Beschluss bringt die regionale Geopolitik komplett durcheinander. Peking war bisher ein Geschäftspartner von Israel (außer für Waffen) und ein politischer Partner der Hamas (die eine Vertretung in Peking hat). Identisch lieferte China der libanesischen Hisbollah Raketen. Von nun an werden die Hamas und die Hisbollah nicht mehr israelische Straßen-, Eisenbahn- und Hafenziele angreifen können, ohne mit China in Konflikt zu geraten. Man erinnert sich zum Beispiel daran, dass der Generalsekretär der Hisbollah, Sayyed Hassan Nasrallah, erklärt hatte, dass wenn Israel den Libanon angreifen sollte, er das in Haifa gelagerte Kernmaterial bombardieren könnte, womit er die Tatsache begrüßte, seine eigene "Atom-Bombe" zu besitzen

Dieser Beschluss bringt auch die Weltpolitik durcheinander. Die chinesisch-israelische Vereinbarung bedarf der Zustimmung Washingtons. Die chinesische Business-Strategie fordert die politischen Spannungen heraus, die China ignoriert. Sie ändert die Bedeutung der erweiterten Eurasia-Partnerschaft zwischen China und Russland zu tiefst, welche heute die Grundlage für das Bündnis zwischen den beiden Ländern ist.

Letztlich offenbart die Ankündigung dieser neuen Route ein geheimes Abkommen zwischen Peking und Washington, trotz der gegenseitigen Eskalation der Zölle zwischen den beiden Großen.

Wenn dieses Projekt zu einem Ende kommt, wird jeder Staat im Nahen Osten sich neu positionieren müssen. Und dann werden alle Staaten der Welt sich dieser neuen Situation anpassen müssen.

Übersetzung
Horst Frohlich

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons

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