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Obamas «Diplomatie» verbirgt sein Drangsalieren auf den Jamaika und Panama-Gipfeln

U.S. Präsident Barack Obama hatte auf dem CARICOM-Gipfel in Jamaika (Karibischen Gemeinschaft und Gemeinsamen Markt) und auf dem Gipfel der Staaten von Amerika in Panama eine Reihe von unangenehmen Begegnungen mit lateinamerikanischen und karibischen Führern. In Jamaika waren Staatsmänner wie Premierminister Roosevelt Skerrit der Republik Dominica anwesend. Skerrit hatte Obamas Sanktionspolitik gegen Dominicas Verbündeten Venezuela verurteilt und auch Washingtons Appell, dass die Regierung unter der Leitung von Präsident Nicolas Maduro eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA sei. Obama und seine Berater mussten peinlicherweise die Anklage gegen Venezuela für Bedrohung der nationalen Sicherheit während beider Gipfel „zurückfahren“.

| Washington, D. C. (USA)
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Desi Bouterse

Viele Freunde von Venezuela auf dem CARICOM-Gipfel waren durch das Schikanieren der Obama Verwaltung genauso verärgert, nicht nur Venezuela, sondern auch die Karibik Verbündeten dieses Landes in der Bolivarischen Allianz für die Völker von unserem Amerika (ALBA), die Alternative Lateinamerikanische/Karibische Allianz, die durch den vorigen venezolanischen Führer Hugo Chavez aufgebaut wurde, um der Hemisphäre ein Gegengewicht zu der US-dominierten Organisation der amerikanischen Staaten (OAS) zu bieten. ALBA hat als Mitglieder viele Nationen, deren Führer sich mit Obama auf dem CARICOM-Gipfel trafen. Dazu gehörten die Premierminister von Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, St. Kitts und Nevis, St. Lucia und St. Vincent und die Grenadinen.

Jedoch das Hauptangriffsziel der Amerikaner in Jamaika und Panama war nicht der Präsident von Venezuela, sondern der Präsident von Suriname, Desi Bouterse, der aktuelle Vorsitzende des in Guyana lokalisierten CARICOM, ein Standort, der zwischen den betreffenden Führern der Mitgliedsstaaten alle sechs Monate wechselt. Obwohl Bouterse vorübergehend CARICOM Präsident ist, entschied er sich in der letzten Minute, auf die Reise nach Jamaika für den Gipfel der Führer zwischen Obama und CARICOM zu verzichten, eine Organisation für welche Bouterse der ernannte Chef bis Juni 2015 bleibt. Sicher ist, dass Obama, der Bouterse für die Jahrestagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2010 für Staats- und Regierungschefs von einem US-Mission-Empfang „ausgeladen“ hat, CARICOM wissen ließ, dass er dem surinamischen Chef in der Montego Bay, an dem Veranstaltungsort auf Jamaika nicht begegnen wollte.

Die plötzliche Änderung der Pläne von Bouterse kam daher, weil die Vereinigten Staaten begannen, bestimmten Medien die Idee zukommen ließen, dass Bouterse in Jamaika mit einem Europol-Haftbefehl, der ausgestellt wurde, bevor er im Jahr 2010 Präsident wurde, wegen Kokainhandel verhaftet werden könnte. Bouterse wurde wegen illegalem Versand von 474 Kilogramm Kokain nach Südholland verklagt. Im Jahr 2000 verurteilte ein niederländisches Gericht Bouterse in Abwesenheit, zu 11 Jahren Gefängnis. Solange er nicht Präsident von Suriname war und keine diplomatische Immunität besaß, verzichtete Bouterse auf internationale Reisen. Die amerikanische Anklage, Bouterse und sein Sohn hätten Suriname als ein Drogen-Transitland verwendet, war lächerlich angekommen, als kurz vor den Jamaika- und Panama-Gipfeln die Suriname-Polizei 109 Kilogramm Kokain zerstörte. Das passierte, nachdem die Polizei 430 Kilogramm Kokain schon im Januar vernichtet hatte. Der Vorwurf des Drogen Schmuggels ist jedoch eine bekannte US-Strategie, um ausländische, vor allem westliche Führer zu untergraben. Ähnliche Anklagen wurden von Washington gegen den bolivianischen Präsidenten Evo Morales, gegen Maduro und Chavez von Venezuela, Daniel Ortega von Nicaragua und gegen Rafael Correa von Ecuador ausgeheckt. Alle Anklagen waren absolute und völlig grundlose Propaganda.

Maduro, Ortega und Correa waren alle mit Obama auf dem Gipfel von Panama anwesend. Suriname musste jedoch von seinem ständigen Vertreter bei der OAS in Washington, Niermala Badrising, repräsentiert werden. In Jamaika wurde Suriname, an Stelle des aktuellen Vorsitzenden Bouterse, von dem «Speziellen Botschafter» von Suriname in den Vereinigten Staaten, Subhas Mungra vertreten.

Die Anwälte von Bouterse in den Niederlanden behaupten, dass die Anklage und der Haftbefehl von Bouterse wegen Drogenhandel auf gefälschten Klagen durch falsche Beweise und Meineid beruhten. Die Anwälte versichern, dass die Drogen-Anklage gegen Bouterse politisch motiviert wäre, weil der damalige niederländische Ministerpräsident Ruud Lubbers und seine höchsten Beamten, einschließlich der Justiz Minister Winnie Sorgdrager und Ernst Hirsch Ballin und des ehemaligen Generalstaatsanwalts Joan de Wijk, durch Missbrauch des niederländischen Strafrechtssystems, den Vereinigten Staaten und der Central Intelligence Agency einen Gefallen tun wollten. Es ist bemerkenswert, dass einer der Haupt-Zeugen der Strafverfolgung der niederländischen Regierung gegen Bouterse, der belgische Drogenboss Patrick van Loon später seine Aussage widerrief, auf der der Schuldspruch von Bouterse weitgehend fundierte.

Bouterse hat dennoch Grund die Vereinigten Staaten zu fürchten, und vor allem, Obama. Die Bouterse Affäre von Obama beinhaltet auch die im Auftrag der CIA unternommenen Bemühungen von Stanley Ann Dunham, Obamas Mutter, um Bouterse in den 1980er Jahren zu stürzen. Bouterse hatte die vorherige Zivilregierung in einem Staatsstreich gestürzt und seine Nation in das Lager der pro Kuba und sozialistischen dritten Welt gesteuert. Frau Dunham, damals Mitarbeiterin der CIA-nahen Ford Foundation in New York und die fließend Javanisch spricht, welche die allgemeine Handelssprache in Suriname außer Niederländisch ist, arbeitete mit der surinamischen expatriierten Gemeinschaft in New York eng zusammen, um Bouterse zu untergraben.

Im Jahr 2013 wurde Bouterses Sohn, Dino Bouterse, angeklagt und in New York inhaftiert, nachdem er buchstäblich von US Drug Enforcement Administration (DEA) Agenten in Panama entführt worden war. Die Möglichkeit, dass Obama und das Gastgeberland Panama eine andere Verhaftung inszenieren könnten, jene von Präsident Bouterse, ist der Grund seiner Absage auf dem Gipfel, selbst wenn die Hauptstadt von Suriname, Paramaribo, den nächsten Gipfel der OAS im Jahr 2018 empfangen soll.

Die Entführung von Dino Bouterse ähnelte der gegen den russischen Waffenhändler Viktor Bout benützte Falle der DEA, der genauso «aus Thailand in die Vereinigten Staaten im Jahr 2010» „geschanghait“ wurde, nachdem er im Jahr 2008 in Bangkok durch einen von der DEA ausgeheckten Coup verhaftet wurde. Die gleiche Taktik wurde bei dem russischen Piloten Konstantin Jaroschenko benutzt, um ihn von Liberia in die Vereinigten Staaten zu entführen. Dino Bouterse war Leiter der Suriname Antiterror-Einheit und wurde von der Staatsanwaltschaft für den Southern District von Manhattan, ein Büro, wo Israel bedeutende Einflussnahme hat, beauftragt, ein Hisbollah «Terrorismus» Netzwerk in Suriname und Lateinamerika aufzubauen, das sich an Drogenschmuggel beteiligen sollte. Progressive lateinamerikanische Regierungen in Terrorismus zu verwickeln ist ein alter israelischer Trick, der von Jerusalem als Bremse für lateinamerikanische Unterstützung der nationalen Souveränität von Libanon und Palästina verwendet wurde.

Soweit es um die Aufrufe zur Verhaftung von Präsident Bouterse durch einen internationalen Haftbefehl geht, kommen diese Forderungen meist von den extrem-rechten Führern von den Niederlanden wie Geert Wilders und Raymond De Roon. Sie wollten Bouterse in Südafrika verhaften lassen, als er 2013 bei der Nelson Mandela Beerdigung anwesend war. Wilders ist auch Israels haupt-antimuslimische und ausländerfeindliche Galiottsfigur im niederländischen Parlament.

General John F. Kelly, Chef des US Southern Command (SOUTHCOM) mit Sitz in Miami, hat Suriname als Quelle für Guerilla-Kämpfer für den islamischen Staat im Irak und in der Levante (ISIL) im Nahen Osten bezeichnet. Noch nicht zufrieden mit der Verfolgung der Bouterse-Familie, wollen die Obama-Administration und ihre Pentagon Lakaien aus Suriname das Zentrum für islamistischen Terrorismus in der westlichen Hemisphäre machen. Diese gleiche Taktik wurde von den USA und Israel auf Venezuela und auf den Drei-Grenzpunkt von Brasilien, Argentinien und Paraguay angewendet. Als Reaktion auf die falsche Anklage von Kelly, dass Bürger aus Suriname in ISIL Trainingslager im Nahen Osten gegangen wären, sagte Melvin Linscheer, Direktor des Büros für nationale Sicherheit (BNV): „Soweit wir wissen gibt es keine Surinamer dort“. Linscheer sagte auch, dass wenn holländische Bürger surinamischer Herkunft zu ISIL Lagern unterwegs sind, ist es „ein Problem, das die Niederlande betrifft, nicht uns.“

Der US-Botschafter in Suriname, Jay Anania, wurde von der Regierung von Desi Bouterse bei der materiellen Unterstützung von seinen politischen Feinden im Land ertappt. Anania ist noch so ein interventionistischer US-Botschafter, der sich eher als römischer Pro-Konsul statt als diplomatischer Gesandte betrachtet.

Nach Dino Bouterses Kidnapping in Panama und Auslieferung an New York, suchte der immer zweifelhafte US-Staatsanwalt für Manhattan, Preet Bharara, und erreichte auch eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren für ihn. Man könnte sich die Spannung einer Obama-Bouterse Begegnung vorstellen, wenn die Rollen vertauscht würden und die Regierung von Bouterse Malia Obama, des Präsidenten älteste Tochter in einem surinamischen Gefängnis wegen einer 16-jährigen Verurteilung auf Grund von gefälschten Drogenhandel Anklagen gefangen hielt, nachdem sie von einem Drittland, wie Aruba oder Trinidad, während ihres Frühling Ferien Urlaubes ausgeliefert worden war.

Obamas feindliche Haltung gegenüber Suriname kommt teilweise von den zwei großen Einfluss Hausierern der israelischen Regierung innerhalb des Politischen Gerätes für Lateinamerika des Weißen Hauses, von dem stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberater, Ben Rhodes und von Roberta Jacobson, der stellvertretenden Staatssekretärin für westliche Hemisphäre Angelegenheiten. Wenn es darum geht, den Ruf der westlichen Führer wie Bouterse, Argentiniens Cristina Fernandez de Kirchner und Nicaraguas Ortega, Brasiliens Dilma Rousseff zu schänden, hat Rhodos einen mächtigen Verbündeten in der Person des Chefs von CBS News, seinem Bruder David Rhodes. Die Achse der New York-Washington Medien, die sich an das «Monkey See, Monkey Do» Konzept halten, wird alles was fälschlicherweise von CBS News über die beiden Gipfel in Jamaika und Panama gesagt wurde, von den Medien Kollegen wie NBC, ABC, CNN und Fox, sowie durch die US-Büros von BBC, Al Dschasira und France 24 nachgeplappert.

Obama beendete seine Bemerkungen in Panama mit den Worten, dass Amerikas «Tage der Einmischung» in Lateinamerika vorbei seien. Das wird für Suriname, Venezuela, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Honduras, Haiti, Brasilien, Argentinien, Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Kolumbien und Nicaragua eine Überraschung sein, die alle mehr als ihren gerechten Anteil an Einmischung von Seiten der CIA, der DEA und des Pentagon unter der Obama-Regierung erlebt haben.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Strategic Culture Foundation (Russland)

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