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Diplomatischer Sieg von Wladimir Putin

" Wer viel beginnt, zu nichts es bringt " wird gesagt. Zugleich mit dem Iran verhandeln wollen, den "Nahen und mittleren Osten" und die Ukraine zerstören, Russland ruinieren, China einkreisen und bedrohen, und neue Kriege in Lateinamerika vorbereiten, da mussten die Vereinigten Staaten dann ein paar Schritte rückwärtsgehen. Um ihre europäischen Vasallen zu beruhigen entsandte Kaiser-Obama seinen vertrauenswürdigen Kerry nach Sotschi, um mit Rebellenführer Putin wieder Gespräch aufzunehmen, wobei er sich seit einem Jahr weigerte, ihm nur einen einzigen Blick zu gönnen. Es wurde vereinbart, das Geschäft wieder aufzunehmen (und EU-Sanktionen aufzuheben, sobald die US-Multis serviert sind), Novorossia in Ruhe zu lassen und eine Übergangsregierung in Syrien zu bilden.

| Mexiko-Stadt (Mexiko)
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Staatssekretär John Kerry kommt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin am 12. Mai 2015 in Sotschi, um sich zu entschuldigen.

Die New York Times ist das einzige, der israelisch-angel-sächsischen Zwangsjacke gefügigen Medien, das gewagt hatte, den diplomatischen Sieg von Russland zu erwähnen [1], vier Tage nach dem unerwarteten Besuch von John Kerry in Sotschi, die teure Stadt von Putin, Sotschi, die Touristenattraktion an dem Schwarzen Meer, wo der Zar Putin mehr als 50 Milliarden Dollar für die Olympischen Spiele investiert hat. Ein Symbol.

Laut David Herszenhorn würde Kerrys Besuch als Zeichen der Kapitulation der USA interpretiert. Ich hatte es in gleichem Sinn vier Tage zuvor gesagt [2].

Unmöglich, etwas so grandioses zu ignorieren!

Man ist weit von der Apotheose von Obama, als er sich rühmte, die russische Wirtschaft und ihren ’eingebildeten Führer’ (SIC!) in die Knie gezwungen zu haben, durch den Rückgang des Ölpreises, was zur Kapitalflucht, zur Abwertung des Rubels und zu Europäischen Sanktionen führte [3].

Quatsch und Company, Putin ist heute nicht mehr der Hitler von Hillary und auch nicht in Worten von Obama, die dritte Gefahr für die Menschheit nach Ebola und den Dschihadisten.

Kerry hat nicht gewagt, die Streitfrage der eminent strategischen Krimhalbinsel zu erwähnen, die in der Tat zu seinem historischen Besitzer zurückgegangen zu sein scheint.

Wird man auf den westlichen Teil der durch den Staatsstreich von Victoria Nuland erbeuteten Ukraine verzichten, den diese kriegerische israelisch-amerikanische Staatssekretärin an sich gerissen hat?

Obama, der alle isolieren wollte, war ganz isoliert bei der aufwendigen Militärparade, die die strategische Partnerschaft (im Gegensatz zu einem Militärbündnis) zwischen China und Russland in Szene setzte, ohne Indien und zwei mittlere Mächte aus den Augen zu verlieren, die in Sachen Geostrategie zählen: Kasachstan und Ägypten.

Laut David Herszenhorn habe Obama die Spitze des westlichen Angriffs eingenommen, um Putin für seine Intervention in der Ukraine zu bestrafen und Russland aus dem G8 auszuschließen.

In seinem besten Stil als Judoka Schwarzgurt und großer Schachspieler sahen wir Wladimir die Angriffe der USA und ihrer europäischen Verbündeten olympisch durchkreuzen, und er bewies, dass er wirklich auf globaler Ebene zählt.

Mitte Dezember starteten die Vereinigten Staaten ihre Finanz-Maschine, um Russland und seine Währung, den Rubel zu zerschmettern, aber unter dem Tisch war es die kolossale Finanz von China, die den Schuss abgefangen hat, nach dem was der britische Alastair Crooke, Mitglied des Think Tanks Conflicts Forum, hat verlauten lassen [4].

Russland hat vorgeschlagen, den Dollar in die Knie zu zwingen, ihn wieder in die schwere Krise von 2008 zu stürzen, aber China hat dem nicht gefolgt. Was bedeutet, dass Beijing Washington nicht in dieser drei-poligen Etappe verärgern möchte, obwohl die Chinesen als aufstrebende Nation triumphal dastehen.

Immer noch laut David Herszenhorn habe der "oberste Führer" (SIC!) Putin ständig seine Gegner verwechselt, ausländische oder inländische, und einmal mehr scheint er sich in seiner letzten Konfrontation mit dem Westen zumindest als Nationalheld aufzurichten, stolz in seinen Stiefeln, am Steuer, und ohne einen Zoll nachgegeben zu haben, vor allem in der Krim, dem Juwel der Krone. Und er ist auch nicht weit davon entfernt der siegreiche Meister in der Konfrontation mit dem Westen zu sein.

Unser Reporter zitiert den russophoben Mathew Rojansky, Direktor des Instituts Kennan - welcher meiner Meinung nach nichts von der legendären Weisheit von George Kennan geerbt hat [5] –, in Washington, der darauf besteht um zu betonen, dass die Stärkung von Putin illusorisch sein könne, weil die russische Wirtschaft in einer Rezession steckt und gefährlich abhängig von ihrer Energielieferung zu einem Zeitpunkt bleibt, wo die meisten Analysten der Auffassung sind, dass die langfristigen Aussichten für die Gas- und Öl-Preise katastrophal sind.

Wishful thinking, …vulgärer Finanz-Reduktionismus von Ökonomen, die ihren Wunsch zu Realitäten machen wollen...

Meiner Meinung nach haben die US-Geostrategen, sehr amateurhaft, viel zu viel auf den Finanz-Krieg gesetzt, der eine Bananenrepublik, aber nicht Russland, eine nukleare Supermacht hätte in die Luft jagen können.

Wie kommt es, dass die New York Times zugibt, dass die Sanktionen des Westens gescheitert zu sein scheinen?

Könnte es sein, dass Kerry ein Aufmucken der Europäischen Union bemerkt habe, welche mit kontraproduktiven Sanktionen aufhören will?

Chronos und Icarus, jener der den Gesetzen der Schwerkraft auf Kreta trotzte, haben in der westlichen Ukraine ein Bündnis gemacht und haben das Regime der Neonazi-Putschisten in Kiew an den Rand des Debakels gebracht, welches durch das Duett von Petro Poroschenko, dem von Deutschland eingesetzten Schokolade-Kaufmann (das kann man ja nicht einmal erfinden!) und seinem kindischen Premierminister Arseniy Yatsenyuk, eine von Victoria Nuland Amazonas installierte Marionette, verkörpert wird; Nuland, die sich bei ihren Berechnungen etwas geirrt hatte, da der finanzielle Krieg gegen Russland begonnen hat, die Ukraine zu ruinieren.

Aus der Sicht von David Herszenhorn gilt die subtile Wende von Obama als pragmatische Erkenntnis, dass die Politik der Isolation Russlands wirtschaftlich und diplomatisch ein Fehlschlag ist. Er zitiert Viktor A. Kremenyuk, Vize-Direktor der Denkfabrik Institut USA-Kanada, gebunden an die renommierte Akademie der Wissenschaften Russlands, der zugibt, dass der Kreml den Sanktionen widerstanden und Konter-Sanktionen eingeführt hat.

All das, obwohl Putin nie aufgehört hat bei den pressanten Streitigkeiten um Syrien, Iran, Nordkorea und Jemen mit den USA zusammen zu arbeiten, und nur ein paar Drohungen hören ließ, dass er sich von den Verhandlungen über nukleare oder konventionelle Waffen zurückziehen könnte, Verhandlungen, welche Kerry als Feigenblatt benutzte, um seinen Besuch in Sotschi zu rechtfertigen.

Paul Craig Roberts, ehemals Minister-Assistent im Haushaltsministerium unter Ronald Reagan, sagte, dass die Vereinigten Staaten John Kerry in flehender Position nach Russland geschickt hätten [6].

Also, wenn Obama die Ukraine aufgegeben hat, dann mit welchem Gegenzug? Was ist mit Frankreich und Deutschland, die durch die Vereinigten Staaten von Minsk II nach Sotschi verbannt wurden?

David Herszenhorn liest nicht einmal seine eigene Zeitung; Er weiß nichts von der Warnung von Wladimir anlässlich seiner historischen Konferenz in München vor acht Jahren [7].

Er kündigte das Scheitern der ganzen Amateurpolitik der Obama-Administration an, während der beste Geostratege aller Zeiten der USA, Georges Kennan, gewarnt hatte, dass es ein schwerer Fehler sei, Russland, eine super Atomkraft, zu erwürgen [8].

Meiner Meinung nach kommt das Problem der USA daher, dass ihre Außenpolitik in den Händen von Neophyten ist, die Gasthaus-Prahlerei betreiben, weil die Vorgängergeneration im Verschwinden ist: Kissinger ist 91 Jahre alt, Brent Scowcroft 90, Brezinski 87 und der Texaner James Baker III, 86. Und der Unvorsichtigste unter ihnen ist der russophobe Brezinski.

Heute befindet sich die Außenpolitik der USA bei den israelisch-angelsächsischen Multimedien und ihren nächtlichen Clowns und Schwätzern gefangen, die in Talkshows wüten und die nicht einmal wissen, was ein Multi-Atomsprengkopf in einer russischen Interkontinental-Rakete Topol-M ist, die der Menschlichkeit jede Lust zum Lachen vertreiben würde.

In Moskau dürfte man wegen dem taktischen Rückzug der Vereinigten Staaten aus der Ukraine nicht so beruhigt sein, während die Verbündeten von Vicky Nuland auf dem Balkan, mit dem Mega-Spekulanten George Soros an ihrer Spitze – die angebliche Marionette der Rothschild Sklaven-Banker -, den islamischen Aufstand in Mazedonien vorantreiben: Das ist die neue israelisch-angelsächsische Front gegen Russland.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
La Jornada (Mexiko)

[1] “A Diplomatic Victory, and Affirmation, for Putin”, David M. Herszenhorn, The New York Times, May 15, 2015.

[2] «Parada militar geoestratégica en Moscú: China e India, presentes; "Occidente", ausente», Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada, 13 de Mayo de 2015.

[3] «¿Obama, detrás de la caída del precio del petróleo?», Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada, 7 de Mayo de 2015.

[4] „Wie die USA die Vereinten Nationen durch Wall Street ersetzt haben“, von Alfredo Jalife-Rahme, Übersetzung Horst Frohlich, La Jornada (Mexiko), Voltaire Netzwerk, 13. März 2015.

[5] George Kennan war der Theoretiker des Kalten Krieges.

[6] “Paul Craig Roberts: "EE.UU. envió a John Kerry a Rusia como un suplicante"”, Russia Today, 16 de Mayo de 2015.

[7] “Putin Says U.S. Is Undermining Global Stability”, Thom Shanket & Mark Landler, The New York Times, February 11, 2007. „Unipolare Lenkung ist unrechtmäßig und unmoralisch“, von Wladimir Putin, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 11. Februar 2007.

[8] “Filípica de Putin contra Obama: el oso ruso "maestro de la taiga" euroasiática”, Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada, 2/11/2014.

Alfredo Jalife-Rahme

Alfredo Jalife-Rahme Professor für politische und soziale Wissenschaften an der nationalen autonomen Universität von Mexico (UNAM). Er veröffentlicht Berichte der internationalen Politik im Tageblatt La Jornada. Letztes veröffentlichte Werk : China irrumpe en Latinoamérica: ¿dragón o panda? (Orfila, 2012)..

 
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