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« Presseschau Syrien » #33

Medialische Verwirrung in der Versammlung der arabischen Liga

Die Beobachter Mission hat ihren Bericht der arabischen Liga unterbreitet. Nach fünf Stunden Debatte hat der ad-hoc Ministerrat die Mission der Beobachter einen Monat verlängert im Rahmen des ersten Planes der arabischen Liga, aber indem er einen zweiten Plan sich zu Eigen machte.

Diese Ereignisse erlauben sehr verschiedene Interpretationen.
- Der Inhalt des Berichtes der Beobachter wird allgemein verschwiegen, da er die Version der syrischen Regierung bestätigt und jene der Opposition entkräftet. Besonders bezeugt er, dass es niemals tödliche Repression der pazifischen Demonstranten gegeben hat und dass die von Damaskus akzeptierten Verpflichtungen skrupellos eingehalten wurden (Befreiung von mehr als 7000 Gefangenen, Rückzug der Truppen von den großen Städten, usw.) Er stärkt die Tatsache, dass das Land von bewaffneten Gruppen destabilisiert wird.
- Das ad-hoc Ministerkomitee wird oft als Exekutiv-Organ der Liga dargestellt, obwohl es sich um ein Komitee handelt, das den arabischen Plan überwacht, und durch 5 (Algerien, Ägypten, Oman, Qatar und Sudan) von 22 Staaten verkörpert wird. Es wird verschwiegen, dass das ad-hoc Ministerkomitee den Bericht der Beobachter mit 4 gegen 1 Stimme (Qatar) akzeptiert hat und hat beschlossen die Beobachter Mission einen Monat gemäß dem arabischen Plan zu verlängern. Es wird jedoch oft gesagt, dass Saudi- Arabien beschlossen hätte, sich von dieser Instanz zurückzuziehen (und versucht, andere Staaten zu überzeugen, dasselbe zu tun, um die Beobachter zu entlegitimieren).
- Besonders die atlantischen Medien unterhalten eine gewisse Verwirrung rund um die Vorschläge des Qatar, die teilweise vom ad-hoc Komitee adoptiert wurden (Übergang zum Jemenitischen Model), und zum Teil zurückgestoßen (das Senden von arabischen Truppen) wurden. Diese Beschlüsse wurden mit 3 Stimmen (Ägypten, Oman, Qatar) gegen 1 Stimme (Sudan) und eine Enthaltung (Algerien) angenommen.
- Außerdem wundern sich die atlantischen Medien nicht, dass der Qatar neue Wahlen in Syrien verlangt hat, während er niemals solche in seinem eigenen Lande organisiert hatte. Sie bemerken nicht, dass die Anfrage an Präsident el-Assad, auf seine Macht zu Gunsten des Vize-Präsidenten zu verzichten, keinen anderen politischen Sinn hat, als zu behaupten, dass der Präsidentenposten nur einem Sunniten zukommen dürfe.

+

• In vollem Gegensatz zu der Tendenz der vorherrschenden europäischen Medien, zeugt der Sonderberichterstatter des Dagblad De Pers (Niederlande), Arnold Karskens, dass es weder Revolution noch Repression in Syrien gibt, sondern eine Destabilisierung des Landes durch bewaffnete vom Ausland gesteuerte Gruppen. Allein der Guardian (Vereinten-Königtum) verteidigte bis jetzt diese Sicht der Dinge.

• Im Washington Times hofft Roman Scarborough, dass der baldige Sturz von Präsident el-Assad es möglich machen wird, endlich die vom irakischen Diktator Saddam Hussein vor der US-Invasion seines Landes, nach Syrien transferierten Massenzerstörungswaffen [MDW] finden zu können. So hätten die Neo-Konservativen niemals gelogen, um den Irak zu überrumpeln, und eine Aktion gegen Syrien würde erlauben, die damalige von den Präsidenten Clinton und Bush Jr. geplanten Missionen zu beenden.

Übersetzung
Horst Frohlich

beigefügte Dokumente

 
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