Der weltweit größte Industrielle Think Tank, die Informationstechnologie und Innovation Foundation (ITIF), hat in den USA eine Kampagne gegen Chinas Industriestrategie gestartet.

Am Beispiel des Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrs zeigt er, wie China, obwohl recht wenig innovativ, die Branche beherrschen konnte [1]. Seine Regierung hat zunächst eine staatliche Firma stark subventioniert. Sie ist inzwischen der wichtigste Marktteilnehmer und übernimmt alle kleinen und innovativen Unternehmen.

Nichts ist in dieser Strategie illegal, aber sie basiert auf der Gründung von Mega-Monopolunternehmen. Das hat der US-Kapitalismus seit der Krise von 1929 und den Anti-Trust-Gesetzen verboten. Darüber hinaus wird in dieser Strategie der Technologietransfer bevorzugt.

Es handelt sich um eine merkantilistische Doktrin, die dem Wort vom 15. bis 18. Jahrhundert gegeben wurde: ein Engagement des Staates in der Organisation der Wirtschaft und insbesondere in der Ausfuhrhilfe. Man denke zum Beispiel an den Colbertismus in Frankreich.

Ab 2006 gab China die Ziele der Vereinbarung zwischen Deng Xiaoping und den US-amerikanischen multinationalen Konzernen schrittweise auf. Sie wollte nicht mehr die "Werkstatt der Welt" sein, die nur ihren Arbeitern zugutekam, sondern ihre wirtschaftliche Entwicklung in den Dienst der ganzen Nation stellen. Es geht immer darum, das gleiche ultimative Ziel zu verfolgen: die Menschen aus der Armut zu befreien. Diese Politik wurde 2013 mit der Wahl von Xi Jinping und dem Start des Seidenstraßenprojekts offiziell. Die wirtschaftliche Globalisierung verläuft nicht mehr zum Vorteil der USA, sondern von China.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] Heading Off Track : The Impact of China’s Mercantilist Policies on Global High-Speed Rail Innovation, Information Technology and Innovation Foundation, April 26, 2021.