Oberst Michal Kudelka (im Bild), Direktor des tschechischen Geheimdienstes (BIZ), der Russland rückwirkend beschuldigte, die beiden Explosionen in den Waffendepots von Vrbetice im Jahr 2014 organisiert zu haben, war seines Amtes enthoben worden. Präsident Miloš Zeman, der ihn beschuldigt hatte, Unsinn gesagt zu haben, hatte sich seiner Erhebung zum Rang eines Generals widersetzt. Seine Zuweisung war Gegenstand langer interner Kämpfe. Die Regierung von Petr Fiala hat jedoch beschlossen, ihn zum 15. Februar 2022 wieder einzusetzen.

Oberst Kudelka wurde vom britischen MI6 ausgebildet und von der US-amerikanischen CIA ausgezeichnet. Er versuchte vergeblich, Präsident Zeman in einen Spionagefall im Dienste Russlands zu verwickeln. Er unterhält enge Beziehungen zu Hakan Fidan (dem Chef der türkischen Geheimdienste) und zu Imam Samer Shehadeh (ehemalige Nummer zwei der Muslimischen Gemeinschaft von Prag, der wegen seiner Verbindungen zu Al-Kaida in Syrien zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde).

Die tschechische Presse hatte versichert, dass die Waffen von Vrbetice durch den bulgarischen Schlepper Emilian Gebrev (ermordet 2015) in die Ukraine transportiert werden sollten. Aber laut der Seznam-Website waren sie für Dschihadisten gedacht, die gegen Syrien kämpften. Russland seinerseits hat immer bestritten, in diesen Fall verwickelt zu sein. Seine Beschuldigung sollte sowohl Samer Shehadeh schützen, als auch Rosatom von der Ausschreibung für das Kernkraftwerk Dukovany ausschließen.

Übersetzung
Horst Frohlich