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Naher Osten und USA in Alarmbereitschaft

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General Qasem Soleimani (Bild), Kommandeur der Al-Quods-Truppe der iranischen Revolutionsgarden, wurde am 3. Januar 2020 auf dem Flughafen von Bagdad im Irak von den Vereinigten Staaten ermordet. Er galt als der beste Soldat der Special Forces der Welt.

Abu Mehdi al-Muhandis, die Nummer zwei der Volksmobilisierungseinheiten (Hachd al-Shaabi), wurde ebenfalls während der gleichen Operation eliminiert. Die Hachd al-Shaabi sind eine Armee von etwa 80.000 Irakern, die dem Iran treu sind.

Die Morde folgen einem opferlosen Angriff pro-iranischer Demonstranten in Bagdad auf die US-Botschaft. Sie wurden als Vergeltung von US-Präsident Donald Trump selbst angeordnet.

Alle Führer in der Region rufen zur Deeskalation auf, während Irans Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei zur Rache aufruft. Im Irak machen die verschiedenen schiitischen Milizen, ob national oder pro-iranisch, mobil.

Der Preis für ein Barrel Öl kletterte sofort um 3%.

Die Al-Quods-Truppe (d.h. Jerusalem auf Arabisch und Farsi) intervenierte nie im Iran, sondern nur im Ausland, vor allem im Irak, Libanon, Syrien, Palästina, und im Jemen. General Soleimanis Tod zwingt den Iran, seine militärische Strategie zu klären und sein vorrangiges Ziel neu zu definieren: das Land zu verteidigen oder die schiitischen Gemeinschaften in der Welt oder den Imperialismus zu bekämpfen; drei sehr unterschiedliche Ziele.

In den Vereinigten Staaten öffnet sich ein Fenster für Kräfte, die gegen Präsident Trump sind, die wieder eine Möglichkeit finden, ihn zu ermorden und die Verantwortung für diese Aktion auf die schiitische Welt abzuwälzen. Der Iran lässt nie eine Gelegenheit aus, seine Verräter im Ausland zu ermorden, hält es aber für kontraproduktiv, Operationen gegen ausländische Führer durchzuführen.

Übersetzung
Horst Frohlich

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