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Victoria Nuland und Antony Blinken

Die vom Stützpunkt Aviano (Italien) entsandten US-Jäger F-16, sind an "komplexen Luftoperationen" in Griechenland beteiligt, wo gestern die Übung Iniochos 21 begann. Sie gehören zum 510. Fighter Geschwader mit Sitz in Aviano an, dessen Rolle durch sein Emblem angezeigt wird: das Symbol des Atoms, mit drei Blitzen, die die Erde treffen, flankiert vom Kaiseradler. Es handelt sich also um atomare Angriffsflugzeuge, die von der US Air Force in Griechenland eingesetzt werden, das den USA im Jahr 2020 die Nutzung aller seiner Militärbasen gewährt hat. Am Iniochos 21 beteiligen sich auch F-16 und F-15 Jagd-Bomber aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Übung findet in der Ägäis am Rande des Gebiets mit dem Schwarzen Meer und der Ukraine statt, wo sich die Mega-Übung Defender-Europe 21 der US-Armee konzentriert.

Diese und andere Militärmanöver, die Europa zu einem großen Waffenplatz machen, erzeugen wachsende Spannungen mit Russland, die sich auf die Ukraine konzentrieren. Nachdem die NATO die jugoslawische Föderation zerlegt hat, indem sie den Keil des Krieges in die inneren Brüche stieß, erhebt sie sich jetzt zum Paladin der territorialen Integrität der Ukraine. Der Vorsitzende des NATO-Militärkomitees, der Brite Stuart Perch, Chef der Royal Air Force, traf in Kiew mit Präsident Zelensky und Generalstabschef Chomtschak zusammen und erklärte: "Die NATO-Mitglieder sind vereint, um die illegale Annexion der Krim durch Russland und seine aggressiven Aktionen in der Ostukraine zu verurteilen". So wiederholte er die Version, dass Russland die Krim gewaltsam annektiert hätte, ohne zu wissen, dass es die Russen der Krim waren, die durch ein Referendum beschlossen haben, sich von der Ukraine zu lösen und nach Russland zurückzukehren, um zu vermeiden, wie die Russen im Donbass von den Neonazi-Bataillonen von Kiew angegriffen zu werden. Jene, die 2014 als Angriffstruppe für den Maidan-Platz-Putsch eingesetzt wurden, der von georgischen Scharfschützen, die auf Demonstranten und Polizisten schossen, begonnen wurde, und dann in den aufeinanderfolgenden Aktionen: mit Feuer und Schwert zerstörte Dörfer, lebendig verbrannte Aktivisten im Gewerkschaftshaus von Odessa, unbewaffnete Zivilisten in Mariupol, Bombardierungen mit weißem Phosphor in Donezk und Lugansk. Ein blutiger Staatsstreich, der von den USA und der NATO betrieben wird, mit dem strategischen Ziel, in Europa einen neuen Kalten Krieg zu provozieren, um Russland zu isolieren und gleichzeitig den Einfluss und die militärische Präsenz der USA in Europa zu stärken.

Der Konflikt im Donbass, dessen Bevölkerung sich in den Republiken Donezk und Lugansk mit ihrer eigenen Volksmiliz selbst organisiert hat, hat mit der Eröffnung der Minsker Gespräche für eine friedliche Lösung, eine Periode des relativen Waffenstillstands durchlaufen. Aber jetzt hat sich die ukrainische Regierung von diesen Gesprächen zurückgezogen, weil sie sich weigert, nach Minsk zu gehen, weil Belarus kein demokratisches Land wäre. Gleichzeitig haben die Kiewer Truppen die bewaffneten Angriffe im Donbass wieder aufgenommen. Stabschef Chomtschak, den Stuart Perch im Namen der NATO zu seinem "Engagement bei der Suche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts" beglückwünschte, erklärte, dass die Kiewer Armee "sich auf die Offensive in der Ost-Ukraine vorbereitet" und dass an dieser Operation "die Teilnahme von NATO-Mitgliedern vorgesehen ist".

Es ist kein Zufall, dass sich der Konflikt im Donbass wieder entzündet hat, als mit der Biden-Verwaltung, Antony Blinken das Amt des Staatssekretärs übernahm. Er stammt aus der Ukraine und war der Hauptorganisator des Maidan-Putsches als stellvertretender Berater für nationale Sicherheit in der Obama-Biden-Regierung. Als stellvertretende Außenministerin ernannte Biden 2014 Victoria Nuland zur Assistentin der US-Operation, die mehr als 5 Milliarden Dollar kostete, um in der Ukraine die "gute Regierung" zu etablieren (wie sie selbst erklärte [1]). Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie jetzt einen Plan haben: eine Offensive der Kiewer Truppen im Donbass zu fördern, die de facto von der NATO unterstützt wird. Sie würde Moskau vor eine Entscheidung stellen, die auf jeden Fall zum Vorteil Washingtons würde: die russische Bevölkerung des Donbass massakrieren zu lassen oder militärisch einzugreifen, um sie zu unterstützen. Man spielt mit dem Feuer, nicht im übertragenen Sinne, indem man die Zündschnur einer Bombe im Herzen Europas entzündet.

Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
Il Manifesto (Italien)

[1] “Remarks by Victoria Nuland at the U.S.-Ukraine Foundation Conference”, by Victoria Nuland, Voltaire Network, 13 December 2013. [Zitat: « We’ve invested over $5 billion to assist Ukraine in these and other goals that will ensure a secure and prosperous and democratic Ukraine. »].