Die französischen und belgischen Innenminister Manuel Valls und Joëlle Milquet haben Freitag, den 6. Dezember in Brüssel vor der immer höheren Zahl von Europäern gewarnt, die nach Syrien reisen, um in den Reihen der mit Al-Qaida verbundenen Gruppen zu kämpfen. Sie schätzten, dass diese jungen Leute eine Bedrohung für die Länder der Europäischen Union und ihre US-amerikanischen, kanadischen und australischen Verbündeten wären.

Nach Angaben der beiden Minister seien zwischen 1 500 und 2 000 Europäer nach Syrien gereist, während im Juni letzten Jahres es nur 600 waren. Frau Milquet sagte, dass 100 bis 150 Belgier in den Reihen der extremistischen Gruppen kämpften. Manuel Valls sprach von mehr als 400 Franzosen, die in Syrien gewesen wären, wovon derzeit 184 seiner Mitbürger dort kämpften. Die anderen seien nach Frankreich zurückgekehrt, wo die Sicherheitsdienste sie verfolgen. Der Minister sagte, 14 Franzosen wären im Kampf in Syrien gefallen und ca. hundert versuchten zurzeit dieses Land zu erreichen.

Als Manuel Valls die von den Regierungen der EU-Länder den europäischen Terroristen gegebenen Erleichterungen, um nach Syrien zu reisen, kommentierte, sagte er: „Als der Konflikt in Syrien ausbrach, war es nicht leicht zu handeln, weil es sich um ein Regime handelte, das von allen [in Wirklichkeit aber ein Regime, das nur von allen NATO-Staaten, Israel, den Golf-Staaten, der Türkei, den Agenten des Westens] angeklagt wurde, was die Kritik schwer machte“. Die Befugnisse des Innen-Ministers beschränkten sich allein darauf, die den Syrienkriegern geleistete Hilfe zu kritisieren, aber nicht gegen sie einzuschreiten. „Die heutige Situation ist anders, und die meisten dieser Kämpfer haben ihre Absicht geäußert, den Reihen der Al-Qaida-nahen Organisationen beizutreten“.

Die Lage in Syrien hat sich sicherlich geändert, aber was der Minister nicht gesagt hat ist, dass die Aggression gegen Syrien gescheitert ist. Und dass den durch den Westen für die Zerstörung Syriens mobilisierten Terroristen es nicht gelungen ist, die syrische Armee und den Staat zu besiegen. Heute ist die Gefahr groß, dass diese Terroristen nach Europa zurückkehren, um Al-Qaida-Netzwerke aufzubauen, nachdem sie die nötige Erfahrung auf dem syrischen Boden erworben haben. Diese Terroristen werden von Saudi-Arabien, einem Rüstungs-Vertragskunden des Präsidenten eines verbündeten Frankreichs, gesponsert. François Hollande und seine Minister müssen dann jeden Tropfen französischen Blutes verantworten, der von diesen, nach ihrer Niederlage in Syrien nach Frankreich zurückgekehrten Terroristen vergossen werden wird.

Manuel Valls hat versucht, die Gefahr von diesem neuen, von der NATO unterstützten, bewaffneten und politisch gedeckten Terrorismus zu minimieren. Er sagte ausdrücklich: „Heute bemerken wir noch keine direkte oder unmittelbare Gefahr für unsere beiden Länder und unsere Interessen. Trotzdem müssen wir dieses Problem nicht allzu leicht nehmen, weil militante islamistische Gruppen sich verstärkt haben und gefährlich geworden sind“.

Das wichtigste dabei ist, dass Frankreich und Belgien daran arbeiten, um die Vorgänge innerhalb der Europäischen Union zu koordinieren und eine gemeinsame Struktur aufzubauen, um die aus Syrien zurückgekehrten Terroristen aufzuspüren und zu überwachen. Die beiden Minister haben drei Sitzungen mit ihren Kollegen aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Schweden und Dänemark abgehalten.

Warum ist es Frankreich, das diese Koordinierung in die Hand genommen hat? Diese Frage stellt sich ganz natürlich. Die Antwort ist, dass die Gefahr der aus Syrien zurückgekehrten Terroristen einer engen Abstimmung mit den syrischen Behörden bedarf, auf dem Gebiet des Austauschs von Informationen und Erkenntnissen. Die freiwilligen westlichen Unterstützer der " NATO-Revolutionäre" entwickeln sich in neuen, organisierten Strukturen, die nur der syrische Staat kennt, weil er sie in den letzten drei Jahren bekämpft hat. Und da Frankreich das gefährlichste und extremistische Land in der anti-syrischen Allianz ist, ist es notwendig, ihm zu helfen, Kontakt mit dem syrischen nationalen Staat aufzunehmen, unter dem Vorwand der Koordinierung im Kampf gegen den Terrorismus. Dieser Prozess bekam den Segen der Vereinigten Staaten, deren Innen-Minister an der erweiterten Besprechung in Brüssel teilnahm, im Beisein von Vertretern von Kanada und Australien, welche der Tagung der europäischen Minister vorausging. Es macht ganz den Eindruck, als betreffe die Bedrohung durch den Terrorismus alle westlichen Länder, die an der Aggression gegen Syrien teilgenommen haben.

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass viele der mit dem Kampf gegen Terrorismus Beauftragten aus Europa, darunter auch deutsche Beamte, nach Damaskus gingen, um mit den syrischen Behörden Maßnahmen gegen die Terroristen zu studieren und zu koordinieren. Der syrische Staat hat einen politischen Rahmen klar definiert, um westliche Anfragen zu studieren. Dieser geht über den Abbau der Syrien-feindlichen Allianz, und eine klare Positionierung. Das ist das Hindernis, dem François Holland gegenübersteht, der die französische Regierung zum Söldner von Bandar Ben Sultan gemacht hat, und für den er arbeitet. Deshalb versuchen die Vereinigten Staaten die Umkehr von Frankreich abzudecken, indem sie ihm ein atlantisches Mandat zur Koordinierung der Bemühungen anvertrauen, um den Kampf des Westens gegen den Terrorismus zu führen.

Frankreich hat die Führung der Lügen-Kampagne über die Anwesenheit der Gemäßigten unter den aktiven Terroristen auf syrischen Boden übernommen, hat saudisches Geld ausgegeben und Waffen-Transaktionen organisiert, die von den Saudis und den Qataris finanziert wurden. Diese Waffen sind heute in Händen der verschiedenen Zweige von Al-Qaida. Frankreich steht nun vor der Stunde der Wahrheit: Es muss die Rechnungen der Lügen begleichen, die es verbreitet hat, um seine Partnerschaften mit Bandar, den beiden Hamad [die ehemaligen Führer des Katar] und Erdogan zu decken, in einem Krieg, der zur Entstehung einer neuen Generation von Al-Qaida geführt hat, und deren Verbrechen sich nicht auf das syrische Gebiet allein beschränken werden.

Der ganze Westen befindet sich am Vorabend einer neuen Ära, wo er um die Gunst des Präsidenten-Widerstandskämpfers Baschar al-Assad betteln wird, des einzigen, der in der Lage ist, die Schätze der Geheimdienstkenntnisse für den Kampf gegen den Terrorismus zu liefern. Aber das erfordert einen politischen Preis: das Ende der Unterstützung der Aggression gegen Syrien.
Derjenige der das Gift vergossen hat, wird es schlucken müssen... das ist der syrische Fluch.

Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
New Orient News