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Die Entführung von Pierre Hervé Gourdel wurde vom französischen Geheimdienst organisiert

Ali Zaoui, ehemaliger Militär, Experte in Sicherheitsfragen und im Kampf gegen den Terrorismus, glaubt nicht der von den französischen Behörden gegebenen Version über die Entführung des französischen Touristen in Algerien. In einem Interview mit Le Temps d‘ Algérie sagte er, dass die Entführung von dem französischen Staatsbürger Pierre Hervé Gourdel in Buira von Grund auf durch die französischen Geheimdienste organisiert wurde, um Algerien in den Kampf gegen Daesch zu verwickeln.

| Algier (Algerien)
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Ali Zaui

Le Temps d’Algérie: Welche Analyse haben Sie von der Entführung des französischen Staatsbürgers Pierre Hervé Gourdel in Buira?

Ali Zaui: Für mich ist diese Entführung vom französischen Geheimdienst vollkommen montiert. Frankreich will Algerien zwingen, in der Region und insbesondere in Libyen militärisch einzugreifen. Dies ist das gleiche Szenario wie mit Pierre Camatt. Man erinnert sich noch an seinen Fall.

Die Franzosen wollen die Schlinge um Algerien festziehen und es zwingen, in diesen Konflikten einzugreifen, vor allem nach der Schaffung der Koalition gegen den islamischen Staat [EI; IS] und der Beteiligung von 10 arabischen Ländern, wie von Präsident Barack Obama erklärt wurde. Algerien ist eine regionale Macht die nicht unterschätzt werden darf.

Frankreich sowie andere Länder brauchen diese Kraft als Hilfe zur Bekämpfung des Terrorismus, den sie sogar unterstützt und finanziert haben. Während eines der bleibenden Prinzipien des Landes ist, sich nie in die inneren Angelegenheiten von Ländern einzumischen und noch weiter davon entfernt, seine Armee außerhalb seiner Grenzen einzusetzen.

Le Temps d’Algérie: Warum denken Sie, dass diese Entführung ein von den genannten Parteien montiertes Szenario ist? Haben Sie Beweise?

Ali Zaoui: Alle Indizien zeigen, dass diese Entführung, wenn auch von der Gruppe «Djund al Khilafa» beansprucht, bereits geplant war. Wie kommt es, dass Pierre Hervé Gourdel am nächsten Morgen nach seiner Ankunft in Algerien entführt wurde?

Warum hat er sich nicht den Sicherheitsbedingungen unterordnet? Der französische Staatsbürger machte eine Wanderung in dieser für ihre Unsicherheit bekannten Zone. Warum hat er diesen Ort gewählt? Der Entführte hatte ein Häuschen im Namen seines algerischen Freundes gemietet um zu vermeiden, dass er durch die algerischen Sicherheitskräfte identifiziert werden könnte.

Und dann, in seinem letzten Tweet, können Sie lesen "Wann ich aus Algerien zurückkomme, nach dem ersten Oktober, wenn ich zurückkomme". Dies bedeutet, dass er sicherlich beabsichtigte, eine präzise Mission in Algerien zu führen. Die ersten beiden französischen in Algerien entführten Staatsbürger wurden bereits als französische Spionage-Agenten identifiziert. Für mich besteht kein Zweifel. Gourdel wäre ein guter schlauer französischer Agent.

Le Temps d’Algérie: Aber die so genannte Gruppe "Djund el Khilafa" behauptet diese Entführung...

Ali Zaui: Die aktive Terrorgruppe in dieser Region mit dem Namen «Djund el Khilafa ", die der Terrororganisation Daech vor ein paar Tagen Treue geschworen hat, besteht aus zwölf Mitgliedern. Es könnte wahr sein, dass sie den Franzosen entführen hätten können.

Der Anführer dieser Gruppe mit dem Namen Djamel Aissaui (Abu Djahada), suchte durch diese Tat einen neuen Medien-Trick. Aber ich denke, dass diese Entführung eine reine Medien-Propaganda in der Region und auf internationaler Ebene ist. Die Medien dienen als ein Bindestrich zwischen «Djund el Khilafa» und Daesch. In Wirklichkeit hat diese Terrorgruppe keinen direkten Kontakt mit dieser Organisation und nutzt die Medien zur Erreichung dieses Ziels.

Diese Dissidenzen sind, im Wesentlichen, nur ein Krieg für die Führung zwischen ihnen. Der Zweck einer solchen Mitteilung soll ihnen die größte Anzahl von Jugendlichen bringen, damit sie sich in ihren Reihen einschreiben. Aber man soll nicht den Willen der Nationalen Patriotischen Armee (ANP) vergessen, die unermüdlich gegen den Terrorismus und seine Finanzierung kämpft. Ob es die AQMI oder "Djund el Khilafa" ist, es sind nur Namen, die sich ändern, aber die Bestimmung der Armee bleibt die gleiche.

Le Temps d’Algérie : Glauben Sie, dass die Sicherheitsdienste in der Lage wären, ihn zu retten?

Ali Zaoui: Der PNA ist in der Lage die Integrität des Territoriums, des Volkes und der ausländischer Staatsangehöriger in Algerien zu verteidigen und zu schützen. Die gestern durchgeführte Such-Operation wird Erfolg haben. Die Sicherheitsdienste haben in diesem Bereich Erfahrung erworben. Das von dieser terroristischen Gruppe fixierte 24-Stunden-Ultimatum gestern durch die Stimme des Entführten per Video Sendung, sollte für die PNA kein Hindernis in der Forschung sein.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Le Temps (Algerien)

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