Das Treffen der 22 Mitgliedsstaaten der internationalen Koalition Anti-Daesh (+ die Vereinten Nationen und die Europäische Union) vom 2. Juni 2015 in Paris war der Anlass eines plötzlichen Knalleffekts.

Um das Abkommen, das sie mit dem Iran ausgehandelt hatten zu unterzeichnen, sollten die Vereinigten Staaten die Kommunikationsachse zwischen Damaskus und Iran freilegen, also echte Maßnahmen gegen Daesh, das Palmyra besetzt, unternehmen [1].

Die endgültige Erklärung sagt tatsächlich, dass die Teilnehmer "ihren Willen zur Erhaltung der Einheit und Souveränität Syriens bekräftigen und die rasche Einführung eines echten globalen politischen Prozesses fordern, unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, in Anwendung der Grundsätze des Genfer Kommuniqués - einschließlich der Einrichtung, im gegenseitigen Einvernehmen, einer Übergangsregierung mit voller Macht für das ausführende Organ. Sie erklärten, dass nur eine politische Übergangsphase die Voraussetzungen herstellen könne, um die Welle des Extremismus und Radikalismus rückgängig zu machen, die durch die Menschenrechtsverletzungen des Regimes verursacht wurde und gegen alle Terrororganisationen in Syrien, einschließlich Daech, effektiv zu kämpfen.“ [2]

Mit anderen Worten, die Koalition wird sich mit der syrischen arabischen Armee koordinieren und Frankreich akzeptiert nun endlich das Genfer Kommuniqué vom 30. Juni 2012 [3]. In der Tat, Frankreich hatte plötzlich als Voraussetzung für jegliche Verhandlungen den Rücktritt von Präsident Al-Assad gefordert, den es als "blutrünstigen Diktator’ bezeichnete, was den Rücktritt des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan, verursachte. Seit drei Jahren fördert Frankreich ununterbrochen die Wiederaufnahme des Krieges mittels des Transfers von Dschihadisten nach Syrien.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Der Fall von Palmyra kippt das geopolitische Gleichgewicht in der Levante“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 25. Mai 2015.

[2] Punkt 6 in « Déclaration des co-présidents de la Coalition internationale contre Daesh », par Haïder al-Abadi, John F. Kerry, Laurent Fabius, Réseau Voltaire, 2 juin 2015.

[3] « Communiqué final du Groupe d’action pour la Syrie », Réseau Voltaire, 30 juin 2012. (Auch auf Englisch)