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"Die Kunst des Krieges »

Die NATO startet Trident

Für Manlio Dinucci sind die Manöver der NATO Trident Juncture 2015 - die wichtigsten seit dem Ende des Kalten Krieges - eine Vorbereitung für neue Kriege in Afrika und im Nahen Osten; Kriege, die natürlich ’humanitäre’ sein werden und notwendig geworden sind... wegen den terroristischen Aktionen, für die die NATO heute eintritt.

| Rom (Italien)
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Alle Befehlsstellen und Stützpunkte der USA und der NATO sind in vollem Gange, um die "Trident Juncture 2015 " (TJ15) vorzubereiten, „die größte NATO Übung seit dem Ende des Kalten Krieges“. Sie findet in Italien, Spanien und Portugal ab dem 28. September bis zum 6. November 2015 statt, mit Land-, Luft- und Marineeinheiten und Spezialeinheiten aus 33 Staaten (28 NATO-Mitglieder und 5 Verbündete): mehr als 35 000 Soldaten, 200 Flugzeuge, 50 Kriegsschiffe. Auch werden Rüstungsindustrien von 15 Staaten teilnehmen, um zu bewerten, welche Waffen die NATO noch dazu braucht.

Ziel dieser Übung "mit hohem Maß an Transparenz und Glaubwürdigkeit": die ’Stärke der Reaktion’ (30.000 Mann) testen, vor allem ihre "Spitzen-Kraft" mit sehr hoher operativer Geschwindigkeit (5.000 Mann). An der Südflanke, vor allem von Italien aus, bereitet die NATO andere Kriege in Nordafrika und im Nahen Osten vor. Bestätigt durch die in Libyen ausgeführte Attacke, am vergangenen Sonntag, von F-15E Jägern, die wahrscheinlich von Aviano (Venetien AdÜ) abflogen, haben viele Bomben abgeworfen, offiziell um einen möglichen Terroristen zu töten.

Die italienische Luftwaffe bereitet sich auf ähnliche Aktionen vor: "um die Funktionen von den eigenen Reihen als Teil einer Hochgeschwindigkeitstruppe" zu prüfen, wird sie in der TJ15 den Flughafen Trapani verwenden (und nicht den von Decimomannu, wo die "Gelassenheit" fehlt wegen Demonstrationen gegen militärische Dienstbarkeiten), "aus höchst logistischen, Betriebs- und machbaren Entfernungs- Gründen, sowie für die bereits bei anderen Arbeitsgängen gewonnene und gereifte Erfahrung und von dieser Basis aus durchgeführten Operationen" : d. h. die Bombardierung von Libyen 2011.

In Trapani-Birgi werden ca. 80 Flugzeuge und 5.000 Militärs fungieren, die (trotz der beruhigenden Erklärungen von der Luftwaffe) die Machbarkeit und die Sicherheit der zivilen Flüge in Gefahr bringen werden. Eine zentrale Rolle spielt im Rahmen der Übung das JFC Naples, das NATO-Kommando (mit Sitz in Lago Patria, Neapel) unter dem Befehl von dem amerikanischen Admiral Ferguson, der auch Kommandeur des EuCom und der Seestreitkräfte des AfriCom ist: jährlich abwechselnd mit Brunssum (Niederlande) übernimmt das JFC Naples die operative Führung der "Rückschlags Kraft" der NATO , deren allgemeiner Befehl dem Supreme Allied Commander-Europe untersteht (immer ein US-amerikanischer General der vom US-Präsidenten ernannt wird). Die Projektion der Truppen gegen Süden geht weit über Nordafrika hinaus: das erklärt der Supreme Commander General Breedlove selbst, mit seiner Ankündigung, dass "die NATO-Mitglieder eine wichtige Rolle in Nordafrika, in der Sahelzone und in dem Afrika südlich der Sahara spielen werden“.

Auf der östlichen Flanke erhöht die NATO weiterhin ihren militärischen Druck auf die Russische Föderation. Nach Angaben, die der New York Times [1] durch amerikanische Regierungsvertreter und Verbündete gegeben wurde, will das Pentagon "schwerer Waffen (Panzer, Kanonen usw.), ausreichend für 5000 Soldaten in Litauen, Lettland, Estland, Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn vorpositionieren". Und während Washington darauf hinwies, dass es nicht ausschließe, in Europa Nuklearraketen mit Basen am Land zu installieren, kündigt Kiew an, dass in der Ukraine Interceptor-Raketen der USA und der NATO, ähnlich denen installiert werden könnten, die in Polen und Rumänien gerade installiert werden. Es ignoriert dass Moskau, wie es schon gewarnt hat, Gegenmaßnahmen ergreifen wird, da diese Trägerraketen auch verwendet werden können, um Raketen mit nuklearen Sprengköpfen zu starten.

In dieses Szenario passt das "Trident Juncture 2015" Manöver, Ausdruck einer Strategie des Krieges ohne Grenzen. Eine Bestätigung durch die Beteiligung des Generalsekretärs der NATO Stoltenberg, des norwegischen Politikers letzte Woche in Österreich, vor geschlossenen Türen in der Bilderberg-Gruppe [2], den der Richter Ferdinando Imposimato als "einen der Anführer der Strategie der Spannung anprangert " [3].

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Il Manifesto (Italien)

[1] “U.S. poised to put heavy weaponry in East Europe. A message to Russia. Proposal Reflects NATO Shift in Confronting War in Ukraine”, Eric Schmitt & Steven Lee Myers, The New York Times, June 14, 2015, pp. 1 & 4.

[2] „Was Sie nicht von der Bilderberg Gruppe wissen“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Komsomolskaïa Pravda, Voltaire Netzwerk, 7. September 2011.

[3] „Terrorismus: der Richter Imposimato beschuldigt den Bilderberg“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 30. Januar 2013.

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