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Tanks für die Arktis

Die klassischen Panzer sind heute viel zu verletzbar. Manche Staaten haben sie aufgegeben, da sie Lehren aus dem Sieg der Hisbollah gegen die israelische Merkava 2006 gezogen haben. Aber die Vereinigten Staaten und Russland haben eine neue Generation von gepanzerten Fahrzeugen mit besseren Schutz- und Verteidigungs-Fähigkeiten gegen Anti-Tank-Raketen entwickelt. Moskau hat eben ein Modell entworfen, das der Arktis angepasst ist.

| Bukarest (Rumänien)
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Panzer-Friedhof. Diese während der Paraden immer noch ausgestellten Modelle sind völlig veraltet und auf dem Schlachtfeld unbrauchbar.

In den letzten zwei oder drei Jahren hat Uralwagonsawod begonnen, die älteren Panzer T-80 BV/ UD zu modernisieren, indem es sie auf ein höheres Niveau als den vor kurzem modernisierten Panzer T-72 B3 gebracht hat. Die daraus entstandene Variante ist der T-80-BVM.

Sobald eine feindliche Anti-Tank-Rakete gestartet ist, wird der Abschussort auf dem Boden sofort ausgemacht. Dafür wurde der Panzer T-80 BVM mit einem neuen Feuerkontrollsystem ausgestattet, das mit Bildschirmen, Wärmebildkameras und einem Laser-Entfernungsmesser eine Distanz von 7,5 km überwacht. Dieses Gerät ermöglicht der Mannschaft, sofort das Feuer zu eröffnen und mit Präzision die Panzerabwehr-Raketen zu treffen, bevor sie Zeit haben ihre Route zu ändern.

Das Schutzniveau des T-80 BVM ist um 50 % im Vergleich zu dem T-80-BV gestiegen. Der T-80-BVM hat vier Abschirm-Arten, um seine Zerstörung zu verhindern. Die erste ist das Stahl-Skelett des Tanks, die zweite eine Zusatzpanzerung, aus Kompositen Platten der dritten Generation, die auf die Stahlpanzerung geschmolzen werden. Die Geschosse und Anti-Panzer-Raketen explodieren in den Kompositen-Platten, die die kinetische Energie absorbieren, bevor sie mit der Stahlpanzerung selbst in Kontakt kommen, und werden abgeblockt, um die Panzerung weder zu schmelzen noch zu durchdringen.

Die dritte Art von Schutz soll die Anti-Panzer-Raketen in der Ferne ausmachen, und ihre Führungsköpfe blenden. Der T-80 BVM verwendet zwei Granatenschuss-Systeme mit Aerosol-Suspensionen.

Die vierte Schutzart ist eine reaktive Panzerung (ERA: explosive reactiv armour) und benutzt eine neue effektive Sprengladung gegen Anti-Tank-Feuer im Tandem und im Schuh-Typ. Sie erkennt, fängt ab und zündet eine Anti-Tank Munition in einem Abstand von 2 bis 3 m des Tanks.

Die amerikanischen, von Saudi Arabien im Jemen verwendeten M1-A2-Abrams-Tanks, wurden aufgrund fehlender Zusatz- und reaktiver Panzerung zerstört. Bis jetzt hat die US-Armee reaktive M1-A2-Abrams Panzer nur an Israel geliefert.

Neue GTD1250-Turbinen mit DEC (Digital Engine Control)-Ausrüstung wurden auf dem T-80-BVM eingesetzt, wodurch der Kraftstoff-Verbrauch bei niedrigen Geschwindigkeiten um 50 % und um 20 % bei Normalgeschwindigkeit reduziert wurde. Das 125 mm Kaliber Kanonenrohr kann außer den geführten Anti-Panzer-Raketen eine Reihe von anderen Projektilen benutzen.

Die Frage ist: Warum war es vorteilhaft einen Panzer zu modernisieren, der aus der sowjetischen Zeit stammt, während der modernste Panzer, der T-14-Armata, schon getestet wurde? Bei Temperaturen von -30 Grad Celsius brauchen die Tanks mit Diesel-Motoren 45 Minuten um anzufahren: man muss das Öl erwärmen. Panzer mit reaktiven Motoren brauchen nur 1 Minute. Die einzigen Tanks mit reaktiven Motoren sind der US-amerikanische Abrams M1-A2 und der russische T-80, der Unterschied zwischen den beiden ist die größere Mobilität des T-80, der 15 Tonnen weniger wiegt als der M1-A2.

Die T-80 Panzer werden seit 1992 nicht mehr gebaut. Rund 3 000 Panzer sind aufbewahrt worden. 62 Panzer des T-80 BVM-Typs haben an den Zapad-2017 Übungen teilgenommen.

Die russische Armee hat beschlossen, dass 300 bis 400 T-80 BVM-Panzer das 14. russische Arktis Armee-Corps ausstatten werden, weil sie für arktische Bedingungen am besten geeignet sind. Sie sollen die russische Nordmeerflotte zur Verteidigung der Küste von Murmansk, Archangelsk und der Nenzen-Regionen unterstützen.

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Übersetzung
Horst Frohlich

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