Der Preis für ein Barrel Rohöl brach nach der dreimonatigen Sitzung von Opep in Wien um 20% an den europäischen Märkten und um 30 % auf den asiatischen Märkten ein. Das ist der niedrigste Preis seit elf Jahren.

Saudi-Arabien, das Vorschläge ablehnt, um das Angebot in Zeiten des weltweiten Wirtschaftsabschwungs aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus leicht zu reduzieren, hat aggressiv einen drastischen Preisverfall durchgesetzt.

Saudi-Arabien ist der Hauptakteur in der Organisation erdölproduzierender Länder, in der Russland nur ein assoziiertes Mitglied (Opep+) ist. Der Kreml sprach sich für eine Reduzierung der Produktion aus, während Rosneft für sich selbst plädierte.

Dieser drastische Rückgang bedroht direkt das finanzielle Gleichgewicht vieler Erzeugerländer. Wenn er mehrere Monate einhält, könnten viele in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Dies ist eine Frontalherausforderung für Russlands Ölstrategie, aber noch mehr für die Trump-Administration.

Saudi-Arabien droht anscheinend, die US-Schieferölindustrie zu zerstören (deren Rentabilität einen Barrel Preis von mindestens 45 Dollar voraussetzt), um den Versuch der USA, das Land zu destabilisieren, zu stoppen [1].

Die Cera Week von Houston, die für Montag geplante größte Ölkonferenz der Welt, wurde abgesagt.

Einige Ölgesellschaften sind aufgrund ihrer Betriebskosten stärker betroffen als andere. Am härtesten traf es BP, dessen Aktien um 20 Prozent fielen.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Was ist das nächste Ziel nach Syrien?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 10. März 2020.