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Indem er General Michael Flynn seine aufsehenerregende Präsidenten-Begnadigung gewährt hat, hat Donald Trump Verwirrung gestiftet.

Sicherlich wird dieser große Soldat angeklagt, weil er die Russiagate-Ermittler belogen hat (und nicht für andere Verbrechen, die er selbst begangen haben soll). Er versuchte, seinen Chef vor dem Eindringen der Justiz zu schützen. Wofür dieser ihm heute dankt.

Aber vor allem, weil dieser Mann einen bemerkenswerten Lebenslauf besitzt. Als Direktor des militärischen Nachrichtendienstes hat er die Unterstützung der Obama-Regierung für Al-Qaida, Daesch und ihre Muttergesellschaft, die Muslimbruderschaft in Frage gestellt. Er kämpfte, um den Krieg gegen Syrien zu beenden und Präsident Baschar al-Assad im Amt zu halten. Nach einem denkwürdigen Konflikt, bei dem er von den Generälen Mattis und Kelly unterstützt wurde, wurde er gezwungen zurücktreten.

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Sitzung im US-Nationalen Sicherheitsrat am 13. Juni 2013 im Weißen Haus. Da der Botschafter der geheimen Bruderschaft der Muslimbrüder, Youssef al-Qaradâwî, nicht nach Washington reisen konnte, weil ihm die Einreise in das US-Territorium verwehrt war, ließ er sich von seinem Stellvertreter, Scheich Abdallah Bin Bayyah (zweiter links mit dem Turban), vertreten.

General Flynn begann dann eine Karriere in der Privatwirtschaft und arbeitete für Cambridge Analytica, die Firma, die mega-Daten des Internetverkehrs analysierte, um die Wahlkampagnen vieler aktueller Manager in den USA zu unterstützen, darunter Ted Cruz [1] und dann Donald Trump. Dann gründete er mit seinem Sohn, Michael Jr., ein Lobbying-Unternehmen, dessen Kunde auch die Türkei war. Er plädierte für die Auslieferung von Fethullah Gülen, der beschuldigt wurde, den Staatsstreich von 2016 angezettelt zu haben. Damals war Präsident Recep Tayyip Erdogan noch nicht der Beschützer der Muslimbruderschaft und zögerte, Führer des türkischen Nationalismus zu werden. Es schien für ihn daher wünschenswert, den islamistischen Führer, der den Staatsstreich auf Befehl der CIA umgesetzt hatte, auszuliefern.

Schließlich näherte sich General Flynn Donald Trump, engagierte sich derart in seine Kampagne gegen die Puritaner, dass er als möglicher Vizepräsident oder sogar Verteidigungsminister oder nationaler Sicherheitsberater angesehen wurde. Es ist dieser letzte Posten, den er 24 Tage ab der Amtseinführung von Präsident Trump innehaben wird, bis zu seinem durch die Russiagate-Untersuchung gezwungenen Rücktritt.

Seitdem war er diskret, ausschließlich mit seiner gerichtlichen Verteidigung beschäftigt.

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General Flynn und Präsident Trump

Daher die Frage: Was hat dieser Donald Trump so nahestehende Spionagemeister dann eigentlich gemacht?

Am 14. September 2019 wurde er zusammen mit George Papadopoulos auf einer Konferenz über "Soldaten des digitalen Zeitalters" in Atlanta angekündigt. Es war die erste öffentliche Erscheinung der QAnon-Bewegung. Aber angesichts des Interesses der Presse sagte Flynn seine Teilnahme ab.

Die Konferenz wurde von Richard Granville, dem Gründer der Yippy-Suchmaschine, organisiert. Aber speziell von QAnon weiß man nichts. Nur, dass er sich mit dieser Unterschrift als hochrangiger Verteidigungsbeamter stellt, der Zugang zu Q-Ebene-geheime Sachen hat, und dass er Anonyme bleiben will. Es gibt reichlich verbreitete Nachrichten, die ihm zuschreiben, dass er einen pädophilen Kreis in der höchsten puritanischen Bourgeoisie untersucht, in Fortsetzung der Pizzagate, darunter zahlreiche Persönlichkeiten aus Hollywood und der Demokratischen Partei, darunter auch die Brüder Podesta.

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John Podesta war Sekretär des Weißen Hauses unter Präsident Bill Clinton und dann Wahlkampfleiter von Hillary Clinton. Mitten im Russiagate hatte er das Voltaire Netzwerk als einen Kreml-Ableger in Frage gestellt, nachdem Michael Flynn Jr. einen meiner Artikel veröffentlicht hatte, der das Reformprojekt des US-Geheimdienstes seines Vaters enthüllte [2].

Vor der Präsidentschaftswahl am 3. November verbreitete "Q" Nachrichten, die über eine bevorstehende Operation gegen die Verschwörer informierten, die die Wahl manipulieren würden. Seitdem hat „Q“ die Durchsuchung der Räumlichkeiten der Dominion-Gruppe in Deutschland bekannt gemacht, die an den US-Wahlauszählungen beteiligt war. Wenn dieser Polizeieinsatz auch tatsächlich stattgefunden hat, ist es nicht möglich, zu überprüfen, wer ihn angeordnet hat, noch warum, geschweige denn, was dort gefunden wurde.

Der persönliche Anwalt von Donald Trump und ehemaliger Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, sprach über verschiedene Formen von Wahlbetrug: bei Wahleintragungen, bei den Wahlurnen selbst, briefliche Stimmzettel, automatische Zählungen der Stimmzettel und schließlich Übertragungen von Maschinenergebnissen. Hier würde also Dominions Software ins Spiel kommen. Sie würde weniger Stimmen für Donald Trump und mehr für Biden im Verhältnis zu den abgegebenen Stimmen zählen. Sie soll in mehreren Ländern verwendet worden sein, um Wahlen zu manipulieren, darunter auch in Venezuela.

Man weiss, dass Präsident Hugo Chávez oft Wahlbeobachter des Voltaire Netzwerks angefordert hat. Einer von ihnen hatte im Voraus einen Wahltrick aufgedeckt und angeprangert. Das Land benutzte Wahlmaschinen, die bei jeder Abstimmung eine Quittung gaben. Dominion hatte im Voraus eine Liste seiner Wahlmaschinen erstellt, die überprüft werden sollten, ob die elektronischen Ergebnisse mit den Quittungen gleich waren. Von da an konnte man wissen, dass andere Maschinen sicher manipuliert werden könnten. Es war nicht Präsident Chávez, der die Ergebnisse fälschen wollte, sondern die Firma Dominion, im Namen von jemandem der nicht bekannt ist. Der General, der die Wahl organisiert hatte, wurde vor der Wahl wegen Korruption und Hochverrats verhaftet.

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Die Anwältin von General Flynn, Sidney Powell, hat sich auf einer Pressekonferenz dem Team von Rudy Giuilani angeschlossen. Die ehemalige Staatsanwältin von North Carolina hat sich einen Namen gegen die Unterwelt und Korruption gemacht. Als Anwältin bewies sie die Missbräuchlichkeit der Ermittlungen gegen Flynn und erklärte sie für nichtig. Sie hat gerade zusammen mit Giuilani angekündigt, dass sie die Abfassung einer neuen Klage gegen Dominion wegen massiven Betrugs beendet.

Die Entlassung von fünf der wichtigsten Chefs des Pentagon [3] trägt die Unterschrift von General Flynn: alle diese Entlassenen waren an der Unterstützung der geheimen Bruderschaft der Muslimbrüder und ihrer Terroristischen Organisationen, Al-Kaida und Daesch beteiligt.

Blufft nun Donald Trump oder hat er die Betrüger auf frischer Tat ertappt? Wenn das so ist, wird er dann mit ihnen kämpfen oder mit ihnen verhandeln?

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Psy-Op Ted Cruz“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 8. Februar 2016.

[2] “Disturbing report on Trump’s national security adviser emerges on pro-Putin website Gen. Flynn’s son suspected as source”, Think Progress (Center for American Progress), January 17, 2017.

[3] „Donald Trump spielt nicht nur Golf, er säubert auch das Pentagon“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 17. November 2020.